Politische Bildung mit sozial benachteiligten Jugendlichen

Dipl. Pol. Jürgen Gerdes und Prof. Dr. Hans-Werner Kuhn Pädagogische Hochschule Freiburg, Sommersemester 2013

Politische Bildung mit sozial benachteiligten Jugendlichen stellt ein Desiderat in der Politikdidaktik dar.
Im Seminar werden im ersten Teil Grundlagen gelegt durch soziologische, bildungspolitische und politikdidaktische Texte, die sowohl konzeptionell wie empirisch angelegt sind (Differenz zwischen sozialem und politischen Lernen, Milieus, Kompetenzen, Partizipation). Jugendstudien untersuchen die vielfach behauptete Politikferne bzw. das fehlende Politikinteresse in diesen Jugendmilieus.
Im zweiten Teil werden fachdidaktische  Prinzipien thematisiert, die sich im Konzept der „Elementarisierung“ finden. Vor diesem Hintergrund erfolgen in studentischen Arbeitsgruppen die Gestaltung zweier Module zum Thema „Menschenrechte“ und „Gesellschaftliche Teilhabe und Demokratie-Lernen“. Hier wird die fachdidaktische Fragestellung in Richtung Unterrichtsmaterialien, Methoden und Medien weiter entwickelt (z.B. Bildkartei, Dilemmata, Fallbeispiele).
Ergänzt wird dieser Zusammenhang auf der Ebene der Schulentwicklung (Gastvortrag zu einem Schulmodell in der Schweiz, in dem Fachunterricht und Praktika eine Balance bilden).
Das Seminar basiert auf einem außercurricularen Projekt zum Thema "Erwachsen werden", das u.a. die genannten Module enthält, in Pilotschulen erprobt und als spezifisches Angebot für die genannte Zielgruppe entwickelt wird.