Willkommen am Institut für Musik!

Das Institut für Musik steht für Vielfalt in Forschung und Lehre: Die Vielfalt von Musikstilen und -sozialisationen ist Grundlage für die Weiterentwicklung der eigenen Musizierpraxis und Kreativität. Dies ist ebenso wesentlich wie die Erschließung neuester Technologien. Schulpraktische Erfahrungen flankieren die eigene künstlerische Praxis.

Forschendes Lernen, Ensembleleitung, Klassenmusizieren, Bandpraxis oder Improvisations-, Arrangement- und Bewegungstechniken bilden wichtige Bausteine des Studiums, um musikalische Bildungsprozesse als teilhabeorientierte soziale Prozesse gestalten zu können.

Spezifika für das Fach Musik am Standort sind Interkulturalität und Inklusion sowie das gemeinsame Lehrangebot mit der Hochschule für Musik. Künstlerische Aktivitäten des Musikinstituts zeigen sich in zahlreichen Konzerten (bspw. beim EAS-Konzert oder beim Festival City Sounds in Kooperation mit der Hochschule für Musik) und vielfältiger (Musik-)Ensemblearbeit. Einen ersten Eindruck des Musik-Fachstudiums bietet der Film Studium am Institut für Musik der PH Freiburg.

Nachruf - Prof. Dr. Mechtild Fuchs

Wir trauern um unsere langjährige Kollegin, Institutsleiterin und Dekanin Prof. Dr. Mechtild Fuchs, die am 26. August im Alter von 71 Jahren überraschend verstorben ist.

Mechtild Fuchs war seit 1996 Professorin für Musik und ihre Didaktik an der Pädagogischen Hochschule in Freiburg. Bereits seit 1987 war sie in der Lehrerfortbildung (Schwerpunkte: Rock und Jazz in der Chorarbeit, Musik Lernen in der Grundschule) tätig. Der Tätigkeit als Professorin an der PH Freiburg gingen 1994 bis 1995 eine Vertretungsprofessur an der Universität Dortmund sowie 1995 eine Berufung an die Pädagogische Hochschule Heidelberg als Professorin für Musikwissenschaft/Musikpädagogik voraus. Sie feierte im Herbst 2014 ihren 65. Geburtstag, zu dem auch eine umfassende Festschrift erschien[1], und schied zum Ende des Sommersemesters 2014 aus dem aktiven Hochschuldienst der PH Freiburg aus.

Im Institut für Musik war sie für die Ausbildung der Lehramtsstudiengänge für Grund-, Haupt- und Realschulen zuständig, leitete und entwickelte aber auch federführend das Fach Musik im Bereich „Pädagogik der frühen Kindheit“ (heute: „Kindheitspädagogik“). Ihr musikpädagogisches Herz schlug also für die Kleinen – wenngleich sie selbst aus dem Gymnasialbereich kam – d.h. sie hatte diejenigen im Blick, die sich in einem Alter befinden, in dem ihr musikalisches Potenzial am besten gefördert werden kann. Über Jahre setzte sich Mechtild Fuchs für eine Verbesserung des Musikunterrichts in der Grundschule ein. So initiierte sie 2006 ein Symposium zum Thema „Welchen Musikunterricht braucht die Grundschule“ an der Pädagogischen Hochschule Freiburg, dessen Ergebnisse sich in einem Tagungsband niederschlugen[2]. Die Landesfachschaft Musik der Pädagogischen Hochschulen in Baden-Württemberg verabschiedete im selben Jahr unter der Mitwirkung von Mechtild Fuchs Kompetenzstandards für den Musikunterricht in der Grundschule.[3]Als Mitglied des Arbeitskreises Musikpädagogik im Landesmusikrat Baden-Württemberg war sie maßgeblich daran beteiligt, eine Umfrage zum Fächerverbund. „Mensch, Natur und Kultur“ durchzuführen.[4] Diese diente wieder als Argumentationsgrundlage für eine Wiedereinführung des Faches Musik in den Fächerkanon der Grundschule in Baden-Württemberg, was mit Etablierung des neuen Bildungsplans 2016 auch gelang. Federführend arbeitete Mechtild Fuchs bei der Entwicklung der Kompetenzstandards (Rahmen-VO BW) für die 2015 neu eingeführten BA/MA Studiengänge Lehramt Primarstufe mit. In diesem Kontext ist zu nennen, dass Mechtild Fuchs bis 2014 aktiv im Vorstand des Landesverbandes des Arbeitskreises für Schulmusik (AfS, danach in BMU überführt) tätig war. Um die Musik fachfremd unterrichtenden Lehrkräfte in der Grundschule zu unterstützen, wirkte Mechtild Fuchs bei der Entwicklung und Durchführung einer Fortbildungsmaßnahme unter dem Titel „Mupäd-Führerschein“ am Institut für Musik der Pädagogischen Hochschule mit. Dieses Format wurde im Rahmen eines Forschungsprojektes weiterentwickelt. Darüber hinaus beteiligte sich Mechtild Fuchs regelmäßig mit eigenen Beiträgen an zahlreichen Kongressen, u.a. an den Landeskongressen Musikpädagogik (zwei davon fanden während Ihrer aktiven Zeit an der PH Freiburg 2007 und 2014 statt).  Zuletzt war sie im Herbst 2019 im Rahmen des Symposiums „Mastery oder Mystery“, das gemeinsam von PH und Hochschule für Musik durchgeführt wurde, mit einem eigenen Beitrag vertreten.

Mechtild Fuchs hat also als engagierte Schulmusikerin und geschätzte Hochschullehrerin die deutschsprachige Musikpädagogik viele Jahrzehnte mitgeprägt. So war sie eine der Leitfiguren bei der Entwicklung und Ausformulierung der Ideen rund um den Aufbauenden Musikunterricht (AMU) für die Grundschule. Als Hauptwerke von Mechtild Fuchs kann einerseits Musik in der Grundschule. Neu denken – neu gestalten. Theorie und Praxis eines aufbauenden Musikunterrichts (2010)[5] bezeichnet werden, ein Buch, das dem Musikunterricht an der Grundschule neue Impulse gibt, aber auch zu viel Diskussion angeregt hat und immer noch anregt, andererseits die 2015 erschienene Didaktik des Musikunterrichts in der Grundschule[6], die als Grundlagenwerk bezeichnet werden kann. Außerdem arbeitete Mechtild Fuchs an der PH auch interdisziplinär, etwa zusammen mit dem Fach Deutsch bei der Entwicklung von Liedern für den Sprach- und Schrifterwerb oder mit den Fächern Kunst und Deutsch bei der Erarbeitung eines Filmcurriculums.

Neben der Musik engagierte sich Mechtild Fuchs im Bereich der Hochschulverwaltung. Sie war langjähriges Mitglied im Fakultätsrat sowie der Gleichstellungskommission der Fakultät II. Die letzten Jahre ihrer aktiven Zeit an der Hochschule wirkte sie als Dekanin der Fakultät für Kulturwissenschaften. Dabei kam ihr ein ganz neuer Aufgabenbereich zu, den sie aus der Perspektive der Betroffenen, umsichtig, gewissenhaft, aber auch konstruktiv-kritisch mit Leben erfüllte. Nach ihrem Ausscheiden aus dem Hochschuldienst wirkte sie als Ombudsfrau im Bereich von Promotionen bis 2021.

Mechtild Fuchs, 1949 geboren in Bonn, stammte aus einer Familie mit sieben Geschwistern. Das tiefe und originäre Interesse von Mechtild Fuchs galt der Musik, dem Musikmachen selbst. 1968 bis 1974 studierte Sie die Fächer Schulmusik (gymnasiales Lehramt, Hauptinstrument Klavier), Musikwissenschaft und Geschichte in Freiburg, 1982 bis 1984 promovierte sie an der Universität Dortmund über das Thema „So pocht das Schicksal an die Pforte. Untersuchungen und Vorschläge zur Rezeption sinfonischer Musik des 19. Jahrhunderts“. 1976 bis 1994 war Mechtild Fuchs Lehrerin für Musik und Psychologie an der Staudinger Gesamtschule Freiburg (dort auch Leiterin des Chores, Erarbeitung und Aufführung von Rock-Musicals und weiteren Programmen). Überhaupt galt ihr Interesse – neben dem Klavier – dem Gesang. Davon zeugen 1989-1991 Leitung  des Jazzchores an der Jazz-&Rockschule Freiburg, 1993-1997 Gründung und Leitung des Chores "Swinging Dissonancers" an der Musikschule Offenburg, seit 2013 Vierteljährliches "Querbeet-Singen" zusammen mit dem Grünen-Stadtrat Stefan Böhm im Offenburger KiK sowie seit 2017 Gründung und Leitung des Chores "Die Evergreeners" in Offenburg.

Mechtild Fuchs war darüber hinaus auch politisch aktiv. Es begann auf dem Bauplatz des letztlich verhinderten Atomkraftwerks in Wyhl, wo sie mit der linken Blaskapelle "Rote Note" – hierzu lernte sie damals eigens Posaune - die Moral der Bauplatzbesetzer hochhielt. Politik und Musik gehörten für sie immer zusammen. Diese wichtige Keimzelle der ökologischen Bewegung führte Mechtild Fuchs ganz organisch zu einem Engagement bei den Grünen. 2014 kandidierte sie auf der Grünen-Liste für den Gemeinderat. Sie konzipierte Vortragsreihen zur Ökologie. Als sachkundige Bürgerin vertrat und beriet sie die Grünen bis in die Gegenwart im Schulausschuss.

Was machte den Menschen Mechtild Fuchs aus? Sie war eine brillante Denkerin. Sie besaß eine schnelle Auffassungsgabe, verstand es, ihr zunächst fremde Themen oder Argumentationsstränge blitzschnell aufzufassen und in ihr Argumentations- bzw. Handlungsrepertoire zu integrieren. Ihre Entscheidungen wirkten fachlich fundiert sowie hoch reflektiert, wenngleich sie die in ihrem Umfeld Agierenden oftmals durch spontane Ideen vor gewisse Herausforderungen stellte. Mechtild Fuchs war nicht angepasst. Sie verfolgte stringent und konsequent ihre Grundpositionen, allerdings nicht dogmatisch; sie ließ sich – wenn auch nach einem gewissen zeitlichen Abstand – durch entsprechende Überzeugungskraft zu einer gewissen Flexibilität hinreißen. 

Die Pädagogische Hochschule Freiburg und insbesondere das Institut für Musik dankt Mechtild Fuchs für ihre Arbeit, ihre Kollegialität und Fürsorge. Menschlich wie auch fachlich ist ihr früher Abschied ein großer Verlust. Wir werden Sie in bester Erinnerung behalten.

Sie hinterlässt ihren Ehemann und einen Sohn mit dessen Familie.

Georg Brunner


[1] Brunner, Georg / Fröhlich, Michael (Hrsg.), Impulse der Musikdidaktik. Festschrift für Mechtild Fuchs. Rum/Innsbruck/Esslingen: Helbling 2014

[2] Mechtild Fuchs / Georg Brunner (Hrsg.), Welchen Musikunterricht braucht die Grundschule? Konzeptionelle und unterrichtsspezifische Beiträge zu einem nachhaltigen Musikunterricht, Essen: blaue Eule 2006.

[3] Vgl. Mechtild Fuchs, „Was soll Musikunterricht in der Grundschule leisten?“, in: Mechtild Fuchs / Georg Brunner (Hrsg.), Welchen Musikunterricht braucht die Grundschule? Konzeptionelle und unterrichtsspezifische Beiträge zu einem nachhaltigen Musikunterricht, Essen: blaue Eule 2006, S. 48–51.

[4] Landesmusikrat Baden-Württemberg (Hrsg.), MNK – eine Bestandaufnahme. Eine Umfrage des Landesmusikrats zum Fächerverbund „Mensch, Natur und Kultur“. Studie über die Auswirkungen des Fächerverbunds „Mensch, Natur und Kultur“ in den Grundschulen Baden-Württembergs auf die musikalische Förderung der Schulkinder, 2008. Verfügbar unter: www.lmr-bw.de/Portals/7/downloads/Studie_mnk.pdf

[5] Mechtild Fuchs, Musik in der Grundschule. Neu denken – neu gestalten. Theorie und Praxis eines aufbauenden Musikunterrichts, Rum/Innsbruck/Esslingen 2010.

[6] Fuchs, Mechtild (Hrsg.): Musikdidaktik Grundschule. Theoretische Grundlagen und Praxisvorschläge, Rum/Innsbruck/Esslingen: Helbling 2015.

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