Prof. Dr. Andreas Krafft

Professor für deutsche Sprache und ihre Didaktik

Adresse/Raum
KG 4, 126
 
Telefon +49 761 682-516
E-Mail andreas.krafft(at)ph-freiburg.de
Sprechstunde Sprechstunde im Wintersemester 2021/22:
Mi, 13:00 bis 14:00 (Anmeldung über Ilias oder per Mail)

1995-1998
Studium zum Lehramt an Grund- und Hauptschulen, 1. Staatsexamen

1999-2000
Vorbereitungsdienst zum Lehramt an Grund- und Hauptschulen, 2. Staatsexamen

2000-2002
Grund- und Hauptschullehrer an der GHWRS Calw

2002-2007
Abordnung an die Pädagogische Hochschule Karlsruhe (Institut für deutsche Sprache und Literatur)

2007-2016
Wissenschaftlicher Mitarbeiter für Sprachwissenschaft und Sprachdidaktik an der Pädagogischen Hochschule Karlsruhe, Geschäftsführung des Instituts für deutsche Sprache und Literatur

2010-2011
Promotions-Ergänzungsstudium an der Goethe-Universität Frankfurt a.M.

2014
Promotion zum Dr. phil. an der Goethe-Universität Frankfurt a.M.
Thema der Dissertation: Zur Entwicklung metasprachlicher Fähigkeiten bei Kindern mit ein- und mehrsprachigem Hintergrund

2016-2017
Vertretung einer Professur für deutsche Sprache und ihre Didaktik an der Pädagogischen Hochschule Ludwigsburg

seit 2017
Professor für deutsche Sprache und ihre Didaktik an der Pädagogischen Hochschule Freiburg

Monographien:

Geist, Barbara & Krafft, Andreas (2017, 22019): Deutsch als Zweitsprache: Sprachdidaktik für mehrsprachige Klassen. LinguS (Linguistik und Schule), Bd. 2. Tübingen: Narr. Link, Rezension (M. Hölzner, 2021), Rezension (A. Wildemann, 2019), Rezension (C. Schiefele, 2018).

Hochstadt, Christiane; Krafft, Andreas & Olsen, Ralph (2013, 22015): Deutschdidaktik. Konzeptionen für die Praxis. Tübingen: Francke/UTB. Link, Rezension

Krafft, Andreas (2014): Zur Entwicklung metasprachlicher Fähigkeiten bei Kindern mit ein- und mehrsprachigem Hintergrund. Thema Sprache – Wissenschaft für den Unterricht, Bd. 10. Baltmanns­weiler: Schneider. Link

 

Herausgeberschaften:

Krafft, Andreas & Spiegel, Carmen (Hg.) (2011): Sprachliche Förderung und Weiterbildung – transdisziplinär. Forum Angewandte Linguistik, Bd. 51. Frankfurt a. M.: Peter Lang.

 

Beiträge in Sammelbänden und Zeitschriften:

Krafft, Andreas (2021): Vom Wortbegriff zum Wortzwischenraum? Mehrsprachigkeit, Sprachbewusstheit und der Erwerb der Getrennt- und Zusammenschreibung. In: Gretsch, Petra; Wulff, Nadja (Hg.): Deutsch als Fremd- und Zweitsprache in Schule und Beruf. Paderborn: Schöningh. S. 153-166.

Krafft, Andreas (2021): Lesekompetenz und ihre Facetten. Was dazugehört und wie sie diagnostiziert werden kann. In: Deutsch differenziert 3/2021. S. 9-11.

Krafft, Andreas (2021): Der Großbuchstabe als Signal. Wie das Nachdenken über Wortgruppen und Sätze den Leseprozess unterstützt. In: Deutsch differenziert 3/2021. S. 32-39.

Breithaupt, Jelena & Krafft, Andreas (2020): Auf, über, hinter oder vor? Lokale Präpositionen entdecken und verwenden. In: Deutsch differenziert 4/2020. S. 26-33.

Koch, Stephanie & Krafft, Andreas (2020): Wer, wen, wem? Und wo ist Lars? Kinder entdecken in spielerischer Form die Kasus. In: Fördermagazin Grundschule 2/2020. S. 19-24.

Krafft, Andreas (2019): "Das hab ich im Gefühl ..." Orthographisches Wissen und Können an Schule und Hochschule am Beispiel des Kommas. In: Der Deutschunterricht 4/2019. S. 57-67.

Krafft, Andreas (2019): Bildungssprache will gelernt sein. Den Herausforderungen im Deutschunterricht begegnen. In: Deutsch differenziert 3/2019. S. 6-8.

Koppenhöfer, Annika & Krafft, Andreas (2019): Wörter und Wortgruppen systematisch entdecken. Robustes Wortschatztraining für die Bildungssprache. In: Deutsch differenziert 3/2019. S. 32-39.

Krafft, Andreas (2019): Sprachdidaktische Konzeptionen. In: Hochstadt, Christiane & Olsen, Ralph (Hg.): Handbuch Deutschunterricht und Inklusion. Weinheim/Basel: Beltz. S. 306-321.

Krafft, Andreas (2018): Konjunktion (Synopseartikel) / Stammvokal (Einzelartikel) / Unregelmäßiges Verb (Einzelartikel). In: Schierholz, Stephan (Hg.): Wörterbücher zur Sprach- und Kommunikationswissenschaft Bd. 1.1. Berlin: De Gruyter. Link

Krafft, Andreas (2018): Mach mal einen Punkt! Die Funktionen von Punkt, Ausrufezeichen und Fragezeichen kennenlernen. In: Deutsch differenziert 2/2018. S. 30-37.

Krafft, Andreas (2016): „Einfach nach Gefühl ...“ – Zur Interpunktionskompetenz von Lehramtsstudierenden am Beispiel des Kommas. In: Olsen, Ralph; Hochstadt, Christiane & Colombo-Scheffold, Simona (Hg.): Ohne Punkt und Komma ... Beiträge zur Theorie, Empirie und Didaktik der Interpunktion. Berlin: Rabenstück. S. 138-157.

Krafft, Andreas (2013): „Wenn’s keine Wörter gibt, dann wär’s ganz schön langweilig.“ – Zur Entwicklung metasprachlicher Fähigkeiten bei Kindern mit Deutsch als Erst- und Zweitsprache. In: Dirim, Inci & Oomen-Welke, Ingelore (Hg.): Mehrsprachigkeit in der Klasse wahrnehmen – aufgreifen – fördern. Stuttgart: Fillibach bei Klett. S. 137-150.

Krafft, Andreas (2012): Was wissen Kinder über Sprache? – Zusammenhänge zwischen Sprachreflexion und (Zweit-) Spracherwerb. In: Madej-Cetnarowska, Monika; Nycz, Krysztof & Kukielka-Krol, Beata (Hg.): Slowo – mysl – literatura. Neophilologica sandeciensia 6. Nowy Sacz: Wydawnictwo Naukowe PWSZ. S. 79-93.

Krafft, Andreas (2011): Förderung in der Zweitsprache Deutsch auf der Basis metasprachlicher Fähigkeiten – Kann Sprachreflexion zu einem erfolgreichen (Zweit-) Spracherwerb beitragen? In: Krafft, Andreas & Spiegel, Carmen (Hg.): Sprachliche Förderung und Weiterbildung – transdisziplinär. Forum Angewandte Linguistik, Bd. 51. Frankfurt a.M.: Peter Lang. S. 33-49.

Krafft, Andreas (2008): Vorsprung durch Mehrsprachigkeit? Zum Verhältnis von Mehrsprachigkeit und metasprachlichem Wissen. In: Engin, Havva & Olsen, Ralph (Hg.): Interkulturalität und Mehrsprachigkeit. Baltmannsweiler: Schneider. S. 77-87.

 

Vorträge und Fortbildungen:

Ein Fall für die Grundschule? Bedingungen und Möglichkeiten eines sprachförderlichen Grammatikunterrichts am Beispiel der Kasus. 19.11.2021, Vortrag im Rahmen des 16. Workshops "Deutsch als Zweitsprache, Migration und Mehrsprachigkeit" (zusammen mit Theresa Borggrefe).

Rechtschreibung für alle - am Beispiel der Getrennt- und Zusammenschreibung. 28.10.2021, Workshop im Rahmen der Online-Fortbildungsreihe "Deutsch für alle", PH Freiburg (zusammen mit Sandra Hans).

Vom Wortbegriff zum Wortzwischenraum? Mehrsprachigkeit, Sprachbewusstheit und der Erwerb der Getrennt- und Zusammenschreibung. 08.06.2021, Kolloquium Sprache3, Ruhr-Universität Bochum.

"Wer, wen, wem?"  Die Kasus im Deutschen - Ein Lerngegenstand für ein- und mehrsprachige Lerner*innen im Deutschunterricht in der Grundschule? 18.02.2020, Linguistik in der Deutschdidaktik, PH Vorarlberg.

"Zu ers Ginger Zuden Löwen da nach holter Sich ein eis" - Erwerb und Förderung orthographischer Fähigkeiten am Beispiel der Getrennt- und Zusammenschreibung. 17.02.2020, Linguistik in der Deutschdidaktik, PH Vorarlberg.

Unterrichtsqualität im Team (WEITER-)entwickeln: Lernaufgaben im Fach Deutsch am Beispiel der Getrennt- und Zusammenschreibung. 06.12.2019, PH Freiburg.

Grund legend, sinn los, hane büchen? Der Wortzwischenraum: Unser kleinstes SchriftZeichen und seine Funktion im Schriftsystem. 20.11.2019, Ringvorlesung: SchriftZeichen, PH Freiburg.

Theoriebasiert und praxistauglich? Zur Unterrichtsplanung im Fach Deutsch im Praxissemester des Lehramtsstudiums. 09.10.2018, Praxisphasentag: Lerngelegenheiten schaffen, PH Freiburg.

Bildungssprachliche Kompetenzen fordern und fördern. 25.09.2018, Zisch (Zeitung in der Schule): Lehrerseminar, Badische Zeitung, Freiburg. 

Sprache und Zeit - Die Darstellung zeitlicher Relationen durch Tempusformen und deren Verwendung in Texten von Schülerinnen und Schülern. 13.12.2017, Ringvorlesung: Zeit - disziplinäre Perspektiven, PH Freiburg.

Sprachdidaktische Konzeptionen und Inklusion: Bestandsaufnahme und weiterführende Impulse. 08.12.2017, Fachtag Inklusive Fachdidaktik, PH Freiburg.

„Einfach nach Gefühl ...“ – Zur Interpunktionskompetenz von Lehramtsstudierenden am Beispiel des Kommas. 16.06.2015, Kollegiales Forschungskolloquium, PH Karlsruhe.

Systematische und explizite Wortschatzarbeit am Beispiel des Robusten Wortschatztrainings. 08.06.2015, Universität Hildesheim.

Zur Entwicklung metasprachlicher Fähigkeiten bei Kindern mit Deutsch als Erst- und Zweitsprache. 19.09.2012, Symposion Deutschdidaktik, Augsburg.

Was wissen Kinder über Sprache? – Die Entwicklung metasprachlicher Fähigkeiten bei Kindern mit frühem Zweitspracherwerb. 19.05.2012, Tagung „Erst denken, dann sprechen?!“ der Fachschaft Neuphilologie im Cusanuswerk, Odenthal.

Zur Entwicklung metasprachlicher Fähigkeiten bei Kindern mit ein- und mehrsprachigem Hintergrund am Beispiel der Definitionskompetenz. 14.06.2010, Forschungskolloquium Spracherwerb, Goethe-Universität Frankfurt a. M.

Erwerb syntaxbasierter orthographischer Phänomene

Syntaxbasierte orthographische Markierungen (Groß- und Kleinschreibung, Getrennt- und Zusammenschreibung sowie Interpunktion) spielen für unser Schriftsystem eine wichtige Rolle, weil Sie Leser:innen das schnelle Erfassen komplexer Einheiten erleichtern. Zugleich bereiten sie vielen Schreiber:innen große Schwierigkeiten, was sich – neben der Komplexität des Gegenstands – nicht zuletzt auf eine unsystematische und zu spät einsetzende Bearbeitung im Deutschunterricht zurückführen lässt. In verschiedenen Forschungsvorhaben wird aktuell daran gearbeitet, den Erwerb syntaxbasierter orthographischer Phänomene im Grundschulalter präzise zu beschreiben und auf dieser Basis alternative Konzepte und Methoden für die Bearbeitung derselben zu entwickeln. Während die satzinterne Großschreibung in den letzten Jahren Gegenstand mehrerer Erwerbs- und Interventionsstudien war, sind Getrennt- und Zusammenschreibung sowie Interpunktion nach wie vor ‚Stiefkinder‘ des Deutschunterrichts ebenso wie der deutschdidaktischen Forschung.

Getrennt- und Zusammenschreibung

Im Laufe der ersten beiden Schuljahre machen Kinder fast ohne unterrichtliche Unterstützung erstaunliche Fortschritte im Bereich der Getrennt- und Zusammenschreibung. Gleichzeitig bleiben, wie eine Längsschnittuntersuchung (Krafft 2021) zeigt, bestimmte Fehlerschwerpunkte stabil, die auch bei jugendlichen und erwachsenen Schreiber:innen häufig auffallen (v. a. fälschliche Getrenntschreibung von Komposita und Derivationen: *kletter gerüst, *Höllen trip, *mit bringen). Dies betrifft ein- und mehrsprachige Schüler:innen gleichermaßen, obwohl letztere zu Beginn der Schulzeit über einen stärker ausgeprägten Wortbegriff verfügen und es früher schaffen, sich bei der Setzung von Wortzwischenräumen nicht in erster Linie von lautlichen Mustern leiten zu lassen. In den kommenden Jahren sollen Methoden entwickelt und evaluiert werden, die es Kindern im Grundschulalter ermöglichen, ihre auf impliziten Fähigkeiten beruhenden (und häufig korrekten) Schreibentscheidungen zu erklären und diese Fähigkeiten dann im Schreibprozess bewusst zu nutzen.

Interpunktion

Aufgrund des vielfältigen Kontakts zu geschriebener Sprache entwickeln Kinder im Grundschulalter Eigenregeln zur Setzung von Interpunktionszeichen, die ihnen einen häufig systemgerechten Gebrauch derselben ermöglichen. Die vor allem in der Sekundarstufe vermittelten Fremdregeln knüpfen daran allerdings kaum an, weshalb ihre Bearbeitung auch häufig nicht die erwarteten positiven Effekte zur Folge hat. Wie Untersuchungen freier Texte von Lehramtsstudierenden (Krafft 2016, 2019) zeigen, besteht auch bei vielen erwachsenen Schreiber:innen mit erfolgreichen Bildungsbiographien eine große Unsicherheit insbesondere bei der Verwendung des Kommas, die nicht auf einzelne besonders komplexe Konstruktionen beschränkt ist. Die wenigen vorliegenden Studien zeigen eine erstaunliche Unabhängigkeit der Interpunktionspraxis von unterrichtlichen Interventionen – vor diesem Hintergrund ist die Erarbeitung und Erprobung alternativer Konzepte ein wichtiges Anliegen der sprachdidaktischen Forschung. Diese zeichnen sich durch Systemorientierung, Leserorientierung und Strategie- bzw. Prozessorientierung aus (z. B. Krafft 2018, 2019).

Di.ge.LL (Digital gestützte Lehr-Lernsettings zur kognitiven Aktivierung)

Corona macht’s möglich: Pandemiebedingt hat die Digitalisierung an den Schulen in den letzten Monaten einen großen Sprung nach vorn gemacht – dennoch fehlt es nach wie vor vielfach nicht nur an Know-How, sondern vor allem an fachdidaktisch fundierten und empirisch evaluierten Lernformen. Im Forschungs- und Nachwuchskolleg Di.ge.LL (Didaktik des digitalen Unterrichts: Digital gestützte Lehr-Lernsettings zur kognitiven Aktivierung) wird an der Schließung dieser Lücke gearbeitet.

Sachtexte verstehen durch Strukturzeichnungen

In diesem Teilprojekt erstellen Schüler:innen digitale Zeichnungen, um ihr Lernen aus Sachtexten metakognitiv zu überwachen, was mitentscheidend für den Lernerfolg ist. Generative Aktivitäten wie das Erstellen von Zeichnungen können zu kognitiver Aktivierung führen und dazu beitragen, zusätzliche Hinweisreize zu erhalten, die Schüler:innen dazu nutzen können, ihr eigenes Verstehen genauer zu kontrollieren und dadurch ihr weiteres Lernen optimal zu regulieren. Zugleich können Lehrkräfte die Selbsteinschätzungen der Kinder, die ihnen digital zugänglich gemacht werden, als Grundlage für die fokussierte Behandlung der Inhalte der Sachtexte im Unterricht heranziehen.

Weitere Informationen: https://www.kebu-freiburg.de/forschung/di-ge-ll/

Sprachförderlicher Deutschunterricht

Der herkömmliche Grammatikunterricht, der nach wie vor viele Lehrwerke und in deren Gefolge auch den Unterricht prägt, ist in erster Linie auf die Förderung metasprachlicher Fähigkeiten ausgerichtet und kaum geeignet, die sprachlichen Fähigkeiten von Schüler:innen mit Deutsch als Erst- und Zweitsprache gezielt und nachhaltig zu fördern (Krafft 2014). In einer aktuell in Vorbereitung befindlichen Publikation soll ein Sprachunterricht, der Sprachbetrachtung mit der gezielten Förderung prozessbezogener mündlicher und schriftsprachlicher Fähigkeiten verbindet, theoretisch begründet und anhand von Unterrichtsbeispielen aus allen Lernbereichen des Deutschunterrichts ausgeführt. Viele dieser Unterrichtsideen wurden in den letzten Jahren in Zusammenarbeit mit Studierenden, z. B. im Rahmen von Abschlussarbeiten, entwickelt, in sprachlich heterogenen Lerngruppen erprobt und evaluiert.


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