Promotion
R1 - First Stage Researcher based on the European Framework for Research Careers
Die Promotion ist in der Regel die Voraussetzung für eine akademische Laufbahn. Aber auch bei einem Karriereweg außerhalb der Hochschule kann eine Promotion von Vorteil sein. Wer diesen Weg gehen will, hat eine Reihe von Entscheidungen zu treffen. Hinzu kommen einige formale Schritte, die bis zur eigentlichen Arbeit am Promotionsprojekt zu gehen sind. Doch auch nach erfolgter Annahme als Doktorand/-in oder in der Abschlussphase der Promotion kann Unterstützungsbedarf entstehen.
Daher finden Sie hier Informationen rund um eine Promotion an der Pädagogischen Hochschule Freiburg. Bei Fragen kontaktieren Sie uns gerne für ein Beratungsgespräch. Mögliche Beratungsanlässe sind: Orientierung, Entscheidungsfindung, Klärungsbedarf, Konflikte, formale Fragen, Unterstützung im Promotionsprozess, Förderung, Finanzierung, Qualifizierung, Karrierewege ...
Abgeschlossene Promotionen an der Pädagogischen Hochschule Freiburg
- Dängeli, Michel (2025). Der politische Konflikt als Lerngegenstand politischer Bildung imNMG-Unterricht der Primarstufe. Zur Dissertation
- Demaeght, Annebeth (2025). Stimmbasierte Interaktionen. Akzeptanzpotenziale sprachbasierter Dialogsysteme - Vorgehensweise zur Messung der Nutzeremotionen anhand von Stimmmerkmalen. Zur Dissertation
- Flößer, Katharina (2025). Entwicklung der Beliefs von Lehrkräften bezüglich schüler*innenzentrierter Unterrichtskonzepte im Mathematikunterricht im Verlauf einer Fortbildung zum Thema "Forschendes Lernen, authentische Kontexte und gesellschaftsrelevante Themen im Mathematikunterricht"
- Frey, Sven (2025). SysDe Klima - Messung und Förderung systemischen Denkens im Kontext Klima(wandel) in der Grundschule. Zur Dissertation
- Kitzlinger, Nadine (2025). Adaptives Lernen in der Konsumbildung im Bereich Bekleidung und Accessoires - Förderung von Berwertungskompetenz in Hinblick auf nachhaltige und qualitätsorientierte Kaufentscheidungen in der Sekundarstufe I. Zur Dissertation
- Klein, Sabine-Brigitte (2025). Visualisierungen als Lernhilfe bei der Betrachtung von Satz-Strukturen aus sprachkontrastiver Sicht.
- Merkel, Rowena (2025). Digitalgestütztes Erkunden - Initiierung eines Konzeptwechsels beim Übergang von den natürlichen zu den rationalen Zahlen. Zur Dissertation
- Muy, Sebastian (2025). Berufliches Handeln in konfliktiven Mandatsgefügen. Soziale Arbeit mit Geflüchteten in Aufnahmeeinrichtungen in Bayern und Berlin.
- Pink, Stefan Johannes (2025). Andere(n) antworten - Überlegungen zu einer responsiv-transformativen Didaktik für den Ethikunterricht. Zur Dissertation
- Reul, Dana (2025). Kindheit in der Smart City - ein Spannungsfeld globaler Krisen, hoher Erwartungen und wenig beachteter Bedürfnisse. Zur Dissertation
- Schmid, Philipp (2025). Arbeitsintegrierte Lernprozesse von Lehrpersonen bei unterrichtsintegrierter Selbstevaluation.
- Warkentin, Stephanie (2025). Mitbestimmung bei schulischen Übergängen: Organisationale Logiken und Subjektivierungsprozesse neu zugewanderter Jugendlicher im deutschen Schulsystem Eine ethnografische Untersuchung.
- Abt, Martin (2024). Das Potenzial der Boxplotrepräsentation beim Aufbau früher Grundvorstellungen zu Variabilität im Statistikunterricht: Empirische Studien zum Erwerb konzeptuellen Wissens in digital-gestützten Lehr-Lern-Settings. Zur Dissertation
- Bothner, Sabine (2024). Design Thinking im Sachunterricht und in Kunst/Werken zur Förderung der Kreativität, kollaborativer Arbeitsweise und Problemlösekompetenz in der Primarstufe.
- Bundschuh, Irene (2024). Fachliches und sprachliches Lernen in Vorbereitungsklassen: Ermittlung des Bedarfs und Ableitung von Handlungsempfehlungen. Zur Dissertation
- Breit, Helen (2024). Kennzeichen und Probleme der Lebensführung junger Geflüchteter. Zur Dissertation
- Domes, Sonja (2024). Sprachbarrieren im Kreißsaal - Eine Analyse der sprachlichen Hürden und der Kommunikationsstrategien von Hebammen und Migrantinnen.
- Emprechtinger, Julia (2024). Sozialarbeitende als Richter:innen? Auf der Suche nach einem arbeitsfeldspezifischen professionellen Selbstverständnis. Sozialarbeiterische Positionierung(en) in der interprofessionellen Zusammenarbeit am Beispiel der neu konstituierten schweizerischen Kindes- und Erwachsenenschutzbehörden. Zur Dissertation
- Geiger, Laura (2024). Arbeitsbedingte Belastungen und Beanspruchungen bei Beschäftigten in haushaltsnahen Dienstleistungen. Zur Dissertation
- Heep, David (2024). Das Verhältnis von Demokratie und Kapitalismus in Gesellschaftsdiagnosen.
- Klopstein, Juliane (2024). Die (Un-)Planbarkeit des Lernens - Eine empirische Studie zu Umgangsweisen im professionellen Handeln von Lehrkräften in der Erwachsenenbildung.
- Lemmer, Kathrin (2024). Partizipative Forschung mit Grundschüler*innen - eine Analyse von Forschungspraktiken am Beispiel von Lernräumen.
- Nyberg, Kristin (2024). Selbstwirksam wissenschaftlich denken? Messmethoden und Zusammenhänge im Grund- und Sekundarschulalter.
- Perlwitz, Pheobe (2024). Wirkungen des Flow-Erlebens in einem Serious Game auf die Veränderung von Fachwissen und Selbstwirksamkeitserwartung. Zur Dissertation
- Stechel, Janek (2024). Spieltaktisches Lernen mittels digitaler Analysetools.
- Streiling, Stefan (2024). Förderung systemischen Denkens in nachhaltigkeitsrelevanten und biologischen Kontexten - Sind Wirkungen einer Lehrerfortbildung zu systemischem Denken bei Schülerinnen und Schülern nachweisbar?
- Tempes, Jana (2024). Gesundheitliche Versorgung von geflüchteten Frauen im gebärfähigen Alter.
- Valsangiacomo, Federica (2024). Entscheidungsprozesse von 11- bis 12jährigen Schulkindern im Kontext einer nachhaltigen Entwicklung mit Fokus Ernährung. Zur Dissertation
- Vollmer, Irina (2024). Partizipative Schulverpflegung - Eine empirische Studie zu Formaten und deren Gelingensbedingungen und Barrieren.
- Zell, Lukas (2024). Wissenschaftliche Grundlagen, fachdidaktische Perspektiven und deren Anwendungsfelder für Schule und Hochschule. Zur Dissertation
- Adams, Leonie (2023). Sportliche Aktivität bei Frauen nach Brustkrebs - Eine Betrachtung aus verschiedenen Perspektiven. Anknüpfungspunkte für die onkologische Rehabilitation. Zur Dissertation
- Arnegger, Manuel (2023). Die Anreicherung professionellen Handelns mit wissenschaftlichem Wissen. Eine explorative Fallstudie in Handlungsfeldern der Sozialen Arbeit. Zur Dissertation
- Böhler, Doris (2023). Bezüge auf kulturelle Zugehörigkeit in Asylerkenntnissen der österreichischen Rechstssprechung.
- Doll, Daniel (2023). Jugend, sexuelle Gewalt und Männlichkeiten. Rekonstruktionen von Konstitutionen und Dynamiken von Männlichkeiten aus Erzählungen gewaltförmiger sozialer Beziehungen im Jugendalter und Implikationen für eine professionelle Soziale Arbeit in der Jugendhilfe. Zur Dissertation
- Föckler, Frank (2023). Nutzung und Wirksamkeit des Videoeinsatzes in der Lehrerfortbildung zu verschiedenen Formen der Differenzierung im Mathematikunterricht.
- Franke, Jana (2023). Achsendiagramme als Hilfsmittel oder Hürde in der ökonomischen Bildung: Eine qualitative Interviewstudie zum Verständnis von Schüler*innen.
- Gobeli-Egloff, Isabelle (2023). Diagnostische Kompetenzen von Mathematiklehrkräften in der Primarstufe - Erkennen von Stärken und Schwächen von Schülerinnen und Schülern im Grössenbereich "Gewichte".
- Goldoni, Marc André (2023). Lern- und Bildungsorientierungen von Praxisausbildenden der Sozialen Arbeit. Zur Dissertation
- Hirsch, Amelie (2023). Die Entwicklung des akademischen Selbstkonzeptes an Ganztagsschulen im Verlauf der Sekundarstufe I. Zur Dissertation
- Kiekert, Jasmin (2023). 24 Stunden- Betreuung in der häuslichen Pflege. Eine multiperspektivische Analyse.
- Leitgeb, Thomas (2023). Computational Thinking wirksam in der Schule implementieren.
- Nakao, Akiko (2023). Alphabetisierung in der Zweitsprache Deutsch bei jugendlichen Seiteneinsteigern. Zur Dissertation
- Nelz, Eva (2023). Mehrsprachigkeitsdidaktik in der sprachpraktischen Ausbildung angehender Spanischlehrkräfte: Eine empirische Untersuchung am Beispiel des Subjuntivo. Zur Dissertation
- Oberhauser, Heiner (2023). Epistemisches Zeichnen als zentrales Element zur Revision einer „Didaktik des Sachzeichnens“.
- Oberthaler, Urs (2023). Professionelles Lernen in der Praxis: Erkennntnisse zum Beitrag von "Lesson Study" an der Lehrer/-inenbildung. Zur Dissertation
- Pilous, Roland (2023). Untersuchungen des fachlichen und (fach-)didaktischen Wissens angehender Lehrpersonen in der ersten Phase der Ausbildung: Beitrag zur Klärung professioneller Strukturen.
- Rotzetter, Fabienne (2023). Soziale Unsicherheit. Auswirkungen ablehnender Rentenentscheide auf die Biographien von Betroffenen. Zur Dissertation
- Salim, Cem Aydin (2023). Die Untersuchung adaptiver Lernsettings im Themenbereich "Schwimmen und Sinken" im naturwissenschaftlichen Unterricht.
- Staub, Sabina Denise (2023). Anerkennungsverhältnisse in der Schule. Empirische Untersuchungen im Kontext der Auffangzeit im Schweizer Kindergarten.
- Textor, Markus (2023). Racial Profiling und Polizeigewalt. Erfahrungen, Handlungsfähigkeit und Widerstand jugendlicher Betroffener.
- Baßler, Bianca Maria (2022). Zur (De-)Thematisierung von Differenzen in Einrichtungen der Kinder- und Jugendhilfe – Verwobenheit mit Macht und Ungleichheit. Eine ethnografische Untersuchung in der Kinder- und Jugendhilfe.
- Bay, Wolfgang (2022). Geschichten verstehen. Theoretische Herleitung, unterrichtspraktische Implementation und empirische Evaluation eines Lesestrategiesets für narrative Texte.
- Boomgaarden, Antje (2022). Lernen aus Fehlern – Adaptive Passung von eigenen und fremden Fehlern bei der fokussierten Fehlerverarbeitung.
- Cslovjecsek, Markus (2022). "Warum ist Musik obligatorisch?" - ein handlungsorientierter, partizipativer Versuch zu einer Interdisziplinären Begründung des Schulfachs Musik.
- Dresch, Carolin Janina (2022). Entwicklung und Analyse eines Instruments zur Identifikation von Barrieren bei der Antragstellung von onkologischen Rehabilitationsleistungen aus Sicht von verschiedenen Expertengruppen.
- Friedli, Thomas (2022). Arbeitsfähigkeit bei chronischem Schmerz. Eine Interventionsforschung als Beitrag an eine multidimensional evidenzbasierte Praxis Klinischer Sozialer Arbeit. Zur Dissertation
- Göhner, Anne Veronika (2022). Freiwilliges Engagement und integrierte Versorgung multimorbider alter Menschen - internationale und nationale Perspektiven.
- Haas (geb. Lederle), Mareike (2022). Selbstmanagement bei chronischen Erkrankungen und die Inanspruchnahme gesundheitlicher Versorgung.
- Harsch, Stefanie (2022). Health Literacy as a Situational, Social Practice in Context - Insights from Three Research Projects among "Vulnerable Groups". Zur Dissertation
- Holtkemper, Mirjam (2022). Lehrer-Selbstwirksamkeitserwartungen in multiplen Anforderungsbereichen von Schule und Unterricht - Entwicklung eines Instruments zur mehrdimensionalen Erfassung. Zur Dissertation
- Islertas, Zeynep (2022). Gesundheit und Gesundheitskompetenz weiblicher Jugendlicher mit türkischem Migrationshintergrund.
- Jeeves, Harriet (2022). Visualisierungskompetenz in schulischen Lehr-Lern-Situationen: Untersuchung von Kompetenzstruktur und Kompetenzniveaus am Beispiel des Faches Mathematik.Zur Dissertation
- Kellermann, Katharina (2022). Kausalität visualisieren. Studien zur Visualisierung kausaler Konnektoren als Lernhilfe für die Textüberarbeitung.
- Khakpour, Natascha (2022). Deutsch-Können. Umkämpftes Artikulationsgeschehen in den Schulen Deutschlands und Österreichts.
- Lüke, Dennis (2022). Energieumwandlungsprozesse im Kontext einer Bildung fur nachhaltige Entwicklung. Experimentelle und konzeptionelle Erschließung fachspezifischer Strategien zur Energiespeicherung und Energiee!zienzsteigerung fur Schulen und Hochschulen.
- Quaschning, Katharina (2022). Medikamentenadhärenz in der kardiologischen Rehabilitation – Erhebung des IST-Zustands und Entwicklung von Handlungsempfehlungen.
- Schaffert, Ute (2022). Erwerb Diagnostischer Kompetenz im Sachunterricht. Wissensvernetzung durch Unterstützung bei der Wissensreorganisation.
- Scheeren, Victoria Claire (2022). Lesen mit Bilderbuch-Apps im aufgabenorientierten Englischunterricht der Grundschule. Eine Studie zur Ermittlung modellhafter Aufgaben
- Schulz, Anja (2022). Evaluation der Qualität der Hebammenversorgung aus der Familienperspektive.
- Strittmatter, Daniel (2022). Äquiprobabilismus und Pflegeethik. Das linguorianische Moralsystem im historischen und aktuellen Kontext.
- Treß, Johannes (2022). Zwischen Distanzierung und Kollektivierung - Improvisieren in Gruppen mit Schülerinnen und Schülern der Sekundarstufe 1. Eine rekonstruktive und entwicklungsorientierte Studie zur improvisatorischen Handlungs- und Interaktionspraxis im Musikunterricht.
- Weber, Patrick (2022). Homonegatives Verhalten bei Jugendlichen in der Deutschschweiz. Prävalenz und Erklärung anhand eines multifaktoriellen Modells. Zur Dissertation
- Willmann, Markus (2022). Mikro-Scaffolding in Vorbereitungsklassen. Gesprächsanalytische Untersuchung interaktiver Verfahren im Schnittfeld von Sprache, Fach und Lehrwerk.
- Fanta, Daniela (2021). Systemisches und konzeptuelles Denken in
naturwissenschaftlichen Kontexten fördern – Wirkungen zweier Interventionen auf Lernermerkmale von Lehramtsstudierenden der Fächer Biologie und Geographie sowie Realschülerinnen und -schülern der 8. Jahrgangsstufe. - Gautschi, Joel (2021). Urteile und Entscheidungen unter Unsicherheit in Kindeswohlabklärungen. Einflussfaktoren auf Fallbeurteilungen in einer multifaktoriellen, experimentellen Vignettenstudie. Zur Dissertation
- Haber, Tobias (2021). Ingenieurtechnische Lösungen für didaktische
Simulationen zur Elektrotherapie des Herzens. Zur Dissertation - Hahn, Miriam (2021). Transfer von Facetten des pedagogical content knowledge
im Sachunterricht. Zur Dissertation - Jonas, Albert (2021). Forensik - Die Chemie um die Sichtbarmachung latenter Fingerabdrücke. Eine Experimentelle und konzeptionelle Erschließung für einen modernen Chemieunterricht.
- Käckmeister, Hannes (2021). Die behördliche Herstellung 'unbegleiteter Minderjähriger'. Ein deutsch-französischer Vergleich der Verfahren der Alterseinschätzung (2017-2019).
- Koerner, Swen (2021). Nonlinear Pedagogy in Police Self-Defence Training:
Concept and Application. Zur Dissertation - Mering, Andy (2021). Mid-Atlantic English – an Emerging Variety in the EFL Context?
A Sociolinguistic Study of the Role of British and American English in EFL Teaching. Zur Dissertation - Oettle, Michaela (2021). Entwicklung eines Testinstruments zur Erfassung professioneller Kompetenzen von Physiklehrkräften im Bereich der Elementarteilchenphysik.
- Peters, Svenja (2021). Kompetenzfacetten pädagogischer Fachkräfte in Kindertageseinrichtungen: Empirische Analysen zum professionellen Wissen, zu Einstellungen und zur Interaktionsqualität. Zur Dissertation
- Renz (geb. Niebuhr), Karin (2021). Visualisierungen bei instruktionalen Erklärungen – Eine qualitative Analyse der Bedeutung von Visualisierungen mithilfe von Erklär-Videos am Beispiel des Themas Äquivalenzumformungen. Zur Dissertation
- Röttele, Nicole (2021). Übereinstimmung der Einschätzung der Kommunikationsqualität aus Sicht von Ärzten und deren Patienten.
- Schiemann, Steven (2021). Perspektiven zur Professionalisierung des Praktizierens. Musikpädagogische Fortbildung und Beratung für fachfremde Musiklehrpersonen in der Grundschule. Eine videographische Beobachtungsstudie.
- Ünsay, Yiğit (2021). The Voice of Walls: A Grounded Theory Study of the Gezi Movement’s Graffiti. Zur Dissertation
- Wolstein, Katrin (2021). Selbstwirksam und kompetent? Zusammenhänge zwischen Selbstwirksamkeitserwartungen, Interaktionsverhalten und weiteren ausgewählten Kompetenzfacetten bei frühpädagogischen Fachkräften. Zur Dissertation
- Zeller, Sabine (2021). Sprachförderliche Kompetenzen pädagogischer Fachkräfte in Kindertageseinrichtungen Eine Beobachtungstudie zu den Veränderungen der Haltung nach einer einjährigen Fortbildung.
- Ziehbrunner, Claudia (2021). Inklusionsbezogene Orientierungen von Lehramtsstudierenden. Zur Dissertation
- Agostini, Katharina (2020). Wertorientierungen und organisationale Werte in Berufslaufbahnen.
- Birsak de Jersey, Kirsten (2020). English in Inclusive Multilingual Preschools: Researching the Potential of a Teacher Education Model for In Service Teachers.
- Bold, Heike (2020). Inklusion an Grundschulen in Baden-Württemberg: Kompetenzen von Grundschullehrkräften als Gelingensfaktoren in der pädagogischen Kooperation mit sonderpädagogischen Lehrkräften.
- Bonz, Tobias (2020). Instrumentaler Musikunterricht als Teil allgemeiner Schulbildung: Das Pforzheimer Pädagogium und sein innovatives Schulmodell im ausgehenden 18. Jahrhundert.
- Conradi, Ingrid (2020). Visualisierung von Sachverhalten - Eine empirische Studie zu zeichnerischen Darstellungsweisen von Kindern. Zur Dissertation
- Dreher, Ulrike (2020). Graphische und numerische Repräsentationen von Funktionen: Die Rolle der verschiedenen Spezifitätsebenen von Selbstwirksamkeitsüberzeugungen. Zur Dissertation
- Engler, Stefanie (2020). Pflegende Angehörige auf Distanz. Versorgungsstrukturen: Lücken, Bedarfe und Entwicklungsmöglichkeiten. Zur Dissertation
- Fehlner, Wendy Dawn (2020). Educating for Sustainable Tourism: an Analysis of Degree Programmes in Sub Saharan Africa and Implications for Reform. Zur Dissertation
- Fiebig, Marcus (2020). Schreibüberraschungen beim schreibenden Lernen. Eine theoretisch-empirische Analyse des unplanbaren Restes in den Schreibprozessen von Studierenden. Zur Dissertation
- Fischer, Rachel (2020). Forensische Chemie - Entwicklung experimenteller und schulrelevanter Strategien zur Visualisierung latenter Fingerabdrücke für einen innovativen und interdisziplinären Chemieunterricht.
- Groth, Jana (2020). Intersektionalität und Mehrfachdiskriminierung in Deutschland. Marginalisierte Stimmen im feministischen Diskurs der 70er, 80er und 90er Jahre.
- Hertrich, Christoph (2020). Differenzierung im Wirtschaftsunterricht. Eine qualitative Delphistudie zu Chancen und Hürden.
- Hoppe, Tobias (2020). Schülervorstellungen zu ökologischen Konzepten - Förderung diagnostischen Denkens bei Lehramtsstudierenden mit Hilfe von videobasierten Unterrichtssequenzen. Zur Dissertation
- Kassel, Laura (2020). Familien in Beziehungsnetzen Wahrnehmung und langzeitliche Entwicklung. Zur Dissertation
- Lab, Martin (2020). Usability im Schulwesen: usabiblity engineering am Beispiel der Applikation Untis Mobile für Android an allgemein bildenden Pflichtschulen. Zur Dissertation
- Leupolz-Oebel, Birgitta (2020). Alphabetisierung in der Zweitschrift Deutsch - Eine Untersuchung zur handschriftlichen Realisation der lateinischen Alphabetschrift von arabisch erstalphabetisierten SeiteneinsteigerInnen der Sekundarstufe I. Zur Dissertation
- Novotny, Jana (2020). Konzeption und Realisierung des Freiburger Energielabors "Energy-Lab" sowie Entwicklung von experimentellen Bausteinen zum Power-to-X-Konzept.
- Oberfell, Heiko (2020). Analoges Enkodieren im naturwissenschaftlichen Sachunterricht. Zur Dissertation
- Peters, Benjamin (2020). Visualisierung und Strukturierung von Prozentaufgaben mit vermehrtem und vermindertem Grundwert mittels Prozentstreifen. Zur Dissertation
- Rieu, Andreas (2020). Vorhersagegenauigkeit auf Basis von Schülerlösungen mit typischen mathematischen Fehlkonzepten - Erfahrungsbasierte versus theoriebasierte Urteilsprozesse.
- Röhl, Sebastian (2020). Schülerfeedback als Impuls zur professionellen Reflexion von Unterricht am Beispiel eines evangelischen Schulverbunds in freier Trägerschaft.
- Rüegger, Cornelia (2020). Wie wird der Fall zum Fall?
Prozesse, Praktiken und Sinnstrukturen der Fallkonstitution in der Sozialen Arbeit. - Sälzle, Sonja (2020). Lebenslanges Lernen in Organisationen. Ein systematisches Review zur Kompetenzentwicklung von Mitarbeitenden im Kontext von transformationaler Führung.
- Schmid, Magdalene (2020). Partizipierende Kinder. Eine ethnographische Untersuchung in außerschulischen Partizipationssettings. Zur Dissertation
- Siefer, Katharina (2020). Grafische und numerische Repräsentationen von Funktionen - Erfassung von Kompetenzprofilen und ausgleichende Förderung.
- Simon, Nina Teresa (2020). Wissensbestände (be)herrschen(d). Von der (Un)Möglichkeit einer herrschaftskritischen Deutsch(Hochschul)Didaktik.
- Stang, Philipp (2020). Sprechstimmprofil von Kindern mit depressiven Störungen.
- Tešanović, Tijana (2020). The right to education of asylum-seeking minors. Case study: Serbia. Zur Dissertation
- Töpfer, Gudrun L. (2020). Entwicklung eines Instruments zur Beurteilung von unternehmensbezogenen Lernprozessen auf Basis des organisationalen Ambidextrie-Konstrukts. Zur Dissertation
- Wägerle, Jenniver (2020). Familienplanung von Frauen mit unsicherem Aufenthaltsstatuts. Eine qualitative Studie zu gewünschten und ungewünschten Schwangerschaften. Zur Dissertation
- Waltner, Eva-Maria (2020). Bildung für nachhaltige Entwicklung (BNE) im Unterricht - Gelingensbedingungen für die Entwicklung von Nachhaltigkeits- kompetenz (BUGEN) - Studie zur Umsetzung eines neuen Leitprinzips und seine Auswirkungen auf LehrerInnen- und SchülerInnenseite. Zur Dissertation
- Dietrich, Sarah (2019). Mehrsprachigkeitskompetenz als Bildungsziel im schulischen Tertiärsprachenunterricht - Transferbasierte Kommunikationsstrategien im Kontext von spontaner Mündlichkeit und Zwei-Sprachen-Aufgaben.
- Erens, Ralf (2019). Subjektive Theorien von Lehrkräften zum Lehren und Lernen von Analysis.
- Fillisch, Benjamin (2019). Lernen durch Zeichnen und Demonstrieren als Unterstützungsmöglichkeiten beim Lernen mit Animationen. Zur Dissertation
- König, Lisa (2019). Fiktionswahrnehmung als Grundlage literarischen Verstehens. Eine empirische Studie zu den Auswirkungen der Fiktionswahrnehmung bei der Rezeption von narrativen Texten auf den Abruf literarischer Kompetenz.
- Krauß, Jutta (2019). Voguing - eine kulturelle Praxis zwischen Körperbild, Modekörper und Bewegungsbild. Eine kulturwissen-schaftliche Analyse des Phänomens Voguing und ein Bildungskonzept für den Umgang mit Heterogenität.
- Lenz, Katja (2019). Mit Visualisierungen konzeptuelles und prozedurales Denken im Bereich der Bruchrechnung verknüpfen.
- Oechsle, Ulrike (2019). Mathematikunterricht im Kontext von Inklusion - Praktiken und Überzeugungen von Lehrkräften im Hinblick auf Schüler_innen mit sonderpädagogischem Förderbedarf.
- Schedy, Andreas (2019). Perspektiven nachhaltiger Energieversorgung – Experimentelle und konzeptionelle Erschließung des Themenfeldes Graphen. Synthese und Einsatz als zukunftsweisen-des Elektrodenmaterial in Speichersystemen für die Schule und Hochschule.
- Schultis, Thomas (2019). Wirksamkeit einer Fortbildung für Mathematiklehrkräfte der Sek I. Eine empirische Studie zur Förderung fachdidaktischen Wissens am Beispiel des Produktiven Übens. Zur Dissertation
- Sihvo, Seja (2019). Wertschätzung im Schüler-Lehrer-Verhältnis in zwei verschiedenen Schulkontexten: deutsche und finnische Schüler im Vergleich.
- Suter, Christoph (2019). Inklusiver Englischunterricht mit Task-Based Learning.
- Thiede, Benjamin (2019). Von der Textaufgabe zum Ergebnis - Der Prozentstreifen als Hilfmittel bei Prozentaufgaben.
- Wallner, Laura (2019). Diversity im Mainstream? Diskurse über Vielfalt in der Privatwirtschaft und im öffentlichen Sektor.
- Abel, Clémentine (2018). Erfassung und Förderung von Überzeugungen und Kompetenzen zu den phonetischen Fähigkeiten. Erarbeitung und Evaluation eines Fortbildungsmodells zur Professionalisierung von französischen Kräften.
- Baumann, Antje (2018). Singen mit Vorschulkindern als Hinführung zu literaten Strukturen des Deutschen: eine fachdidaktische Entwicklungsstudie. Zur Dissertation
- Bennemann, Eva-Maria (2018). Belastung und Beanspruchung im Lehrerberuf. Innere und äußere Ressourcen zur Bewältigung (neuer/veränderter) Anforderungen in den Gemeinschaftsschulen in Baden-Württemberg.
- Brod, Anna (2018). Täter-Opfer-Zuschauer. Konzepte von Zeugenschaft in Theaterstücken über den NSU.
- Eisenmann, Maximilian (2018). Spannungsvolles Engagement in der Welt. Madeleine Delbrêl als Inspiration für die verbandliche Caritas in Deutschland.
- Faucompré, Chloé (2018). Die Sprache des Nachbarn in einer deutsch-französischen Grenzregion unterrichten - Welcher didaktische Ansatz eignet sich?
- Fiebig, Silvia (2018). Schule in der Einwanderungsgesellschaft. Eine empirische Studie zu Jugendlichen mit Migrationshintergrund: Akteurspezifische Diskurse zum "Ausländer-Sein an Schulen". Zur Dissertation
- Fiedler, Daniel (2018). Faktoren musikalischer Entwicklung von Schülerinnen und Schülern. Beiträge zur Erforschung von Musikalischem Selbstkonzept, Musikalischer Erfahrenheit und Interesse am Schulfach Musik sowie den Auswirkungen kreativer Interventionsphasen im Musikunterricht.
- Gast, Oliver (2018). Verfahren zur validen apparativen Messung von Emotionen bei der Nutzung interaktiver Anwendungen am Beispiel der User Experience im E-Commerce.
- Joos, Tobias Alexander (2018). Förderung diagnostischer Kompetenzen von Lehramtsstudierenden - Evidenzbasierte Entwicklung, Durchführung und Evaluation einer Intervention für Lehramtsstudierende des Fachs Biologie. Zur Dissertation
- Kittel, Daniel (2018). Entwicklung profewssioneller Kompetenzen von Lehrerinnen und Lehrern im Rahmen der berufsbildenden Weiterbildung. Eine empirische Längsschnittstudie zur Bedeutung von Reflexionsprozessen.
- Kocher, Doris (2018). Fremdsprachliches Lernen und Gestalten nach dem Storyline Approach in Schule und Hochschule: Theorie, Praxis und Forschung.
- Kopf, Kathrin (2018). Untersuchung des Strukturelements "Freie Stillarbeit" an Katholischen Schulen des Marchtaler Plans.
- Litzner, Lorena Ivonne (2018). Bildung für nachhaltige Entwicklung an bolivianischen Hochschulen: eine empirische Studie zum Ist–Stand. Zur Dissertation
- Quarthal, Dominik (2018). Perspektiven nachhaltiger Energieversorgung - Experimentelle und konzeptionelle Erschließung der Themenfelder elektrochemische Inter-kalationsspeicher, Superkondensatoren und Redox-Flow-Zellen für die Schule und Hochschule.
- Rakhimova, Gulrukh (2018). Linguokulturologische Charakteristik von Texten mit usbekischer Thematik am Beispiel deutschsprachiger Reiseberichte des Zeitraums von 1200 bis 2012. Zur Dissertation
- Rödel, Laura (2018). Visualisierungen und ihr Verhältnis zu didaktischen Zugängen zur Satzgrammatik – Eine theoretische und empirische Untersuchung grammatikdidaktischer Visualisierungen in Sprachbüchern des Deutschen als Erst‐, Zweit‐ und Fremdsprache. Zur Dissertation
- Rösch, Frank Oliver (2018). Förderung der experimentellen Problemlösefähigkeit im Kontext ökologischer Bildung, Entwicklung, Implementierung und Evaluation einer kompetenz- orientierten Unterrichskonzeption.
- Schnitzer, Katja (2018). Mehrsprachigkeit als Ressource - Zur Praxis des Sprachunterrichts in der Sekundarstufe I.
- Schönau, Henrike (2018). Implementierung und Evaluation eines eLearning-Konzeptes in gesundheitspädagogischen Studiengängen an der Pädagogischen Hochschule Freiburg L.E.G.O. – Lernen ernährungswissenschaftlicher Grundlagen online. Zur Dissertation
- Schwendemann, Hanna (2018). Der konsequente Blick auf Schutzfaktoren bei Jugendlichen mit erhöhter Entwicklungsgefährdung.
- Thalmann, Armin (2018). Mathematisches Wissen von Primarlehrpersonen. Zur Dissertation
- Weitkämper, Florian (2018). Die Rolle von Lehrkräften bei der (Re-)Produktion sozialer Ungleichheit im deutschen Schulsystem: Wie beeinflussen Erwartungen und Repräsentationen von Lehrkräften im Hinblick auf ihre Schüler_innen die Interaktion im Klassenzimmer?
Ausgezeichnete Dissertationen - kurz vorgestellt
Preisträgerinnen und Preisträger des Akademischen Jahres 2024/2025
Titel der Dissertation:
Mitbestimmung bei schulischen Übergängen: Organisationale Logiken und Subjektivierungsprozesse neu zugewanderter Jugendlicher im deutschen Schulsystem.
Fakultät für Bildungswissenschaften
Zusammenfassung:
Das Anliegen dieser Studie bestand darin, die Beschulung neu zugewanderter Jugendlicher im Sekundarschulbereich über einen mehrperspektivischen Ansatz zu untersuchen. Einerseits war von Interesse, welche organisationalen Prozesse und Logiken im Zuge der Aufnahme neu zugewanderter Jugendlicher in das deutsche Schulsystem wirksam werden. Andererseits war von Interesse, welche Erfahrungen junge Menschen machen, die im schulpflichtigen Alter nach Deutschland kommen, und wie sie sich zu migrationsgesellschaftlichen Bedingungen im schulischen Kontext ins Verhältnis setzen und positionieren. Diese Untersuchung kombiniert einen ethnographischen Zugang an zwei Sekundarschulen einer baden-württembergischen Kommune mit einer reflexiven Grounded Theory-Methodologie (R/GTM). Im Zentrum standen mehrmonatige Feldaufenthalte an beiden Schulen sowie teilstrukturierte Leitfadeninterviews mit 12 neu zugewanderten Jugendlichen, Lehrkräften, Schulleitungen und Mitarbeitenden der Schulverwaltung. Theoretisch fundiert sich die Arbeit auf eine Verbindung praxistheoretischer und subjektivierungstheoretischer Perspektiven. Im Fokus stand die Frage, wie sich Subjektivierungsprozesse im Kontext schulischer Übergänge neu zugewanderter Jugendlicher vollziehen.
Im Zuge eines rekonstruktiven Analyseprozesses konnten bedeutende Erkenntnisse für das Übergangsgeschehen im deutschen Schulsystem im Kontext von Neuzuwanderung generiert werden. Konkret trägt diese Untersuchung dazu bei, Prozesse der Hervorbringung von Ungleichheit im Kontext der Aufnahme neu Zugewanderter im deutschen Schulsystem aufzuzeigen. Dabei konnte herausarbeitet werden, wie eng schulische Zuweisungspraktiken mit Ein- und Ausgrenzungspraktiken einhergehen.
Schulische Übergänge sind bedeutende Phasen für neu zugewanderte Jugendliche, da sich hier Bildungswege (zumindest vorerst) entscheiden können. Im Rahmen dieser Studie wurde als ein zentrales Ergebnis die Relevanz der folgenden Momente herausgestellt: (1) Der Eintritt neu zugewanderter Jugendlicher in das deutsche Schulsystem und die damit einhergehende Zuweisung an Vorbereitungsklassen. (2) Das Setting der Vorbereitungsklasse verstanden als Übergangsmoment per se, bei dem die Jugendlichen in einen uneindeutigen Status des Nicht-Mehr sowie Noch-Nicht versetzt werden. (3) Der Wechsel von der Vorbereitungsklasse in eine reguläre Klasse sowie in eine andere Schulform als ein weiterer bedeutender, schulischer Übergang, den neu zugewanderte Jugendliche erleben. Die Studie trägt dadurch zum aktuellen Forschungsstand zur Beschulung neu zugewanderter junger Menschen im deutschen Bildungssystem bei, dass sie besonders die innerschulischen Übergänge in den Mittelpunkt der Analysen rückt. Dabei zeigte die Analyse schulorganisationaler Praktiken der Gestaltung verschiedener schulischer Übergänge, inwiefern neu zugewanderte Jugendliche als Subjekte adressiert werden, die sich in einem kontinuierlichen Anpassungsprozess befinden.
Darüber hinaus hat die Analyse der organisationalen Prozesse und Logiken im Zuge der Aufnahme neu zugewanderter Jugendlicher im deutschen Schulsystem gezeigt, wie stark Zuweisungsprozesse durch organisationale Möglichkeiten - also konkret vorhandene personelle und strukturelle Ressourcen - sowie individuelle Einschätzungen der Lehrkräfte und Schulleitungen und damit verbundene Normvorstellungen reguliert werden. Konkret kommt den Bemühungen der Organisation Schule eine zentrale Bedeutung zu, Klassen mit einer leistungsbezogen homogenen Schüler:innenschaft zu bilden.
Eine weitere zentrale Erkenntnis dieser Arbeit ist, dass die Gestaltung schulischer Übergänge von verschiedenen Aushandlungsprozessen zwischen der Organisation Schule und den Jugendlichen sowie unter Umständen auch ihren Familien beeinflusst wird. Eine bedeutende Verschränkung beider Perspektiven zeichnet sich in den Aushandlungsprozessen zur Frage der Verantwortungsübernahme für den schulischen Erfolg oder Misserfolg der Jugendlichen. Hierbei konnte die Relevanz von gesellschaftlichen Responsibilisierungspolitiken und Leistungsideologien sowohl für organisationale Praktiken der Schule als auch für das Agieren der Schüler*innen in Form der individuellen Verantwortungsübernahme für die Gestaltung ihrer Bildungswege aufgezeigt werden. Dabei orientieren sich die schulorganisationalen Praktiken an hegemonialen Normvorstellungen, die an die Jugendlichen als individuelle Leistungsanforderungen herangetragen werden. Scheitern die Jugendlichen daran, wird es von schulischer Seite als individuelles Versagen der jungen Menschen gedeutet. Herausfordernd ist diese Situation für neu zugewanderte Jugendliche gerade, weil diese mit sehr unterschiedlichen Voraussetzungen und Ausgangsbedingungen auf das deutsche Bildungssystem treffen.
Mit Blick auf die rekonstruierte Sicht der untersuchten neu zugewanderten Jugendlichen konnte aufgezeigt werden, dass ihr Agieren sich dadurch auszeichnet, dass sie individualisierend mit den rahmengebenden Strukturen im lokalen Schulsystem sowie mit den erlebten schulorganisationalen Adressierungen umgehen. Durch ihr Handeln versuchen sie Veränderungen zu bewirken, die in erster Linie Einfluss auf ihre persönliche Situation bzw. ihren individuellen Bildungsweg haben – und nicht grundsätzliche, strukturelle Veränderungen auf schulorganisationaler Ebene für alle neu zugewanderten Jugendlichen im deutschen Bildungssystem anzustoßen. Dieses Handeln stärkt die jeweiligen Jugendlichen und vermittelt ihnen das Gefühl, die Kontrolle über die Gestaltung ihres Bildungsweges zu haben. Sie setzen sich für die Gestaltung ihrer eigenen Bildungswege ein und führen im Sinne einer neoliberalen Logik individualisierte Kämpfe um Mitsprache und Mitbestimmung bei Prozessen der Klassen- und Schulzuweisungen.
Titel der Dissertation:
“Es könnte sein, dass sie demonstrieren” - Eine didaktische Rekonstruktion der Vorstellungen von zehn- bis zwölfjährigen Schülerinnen und Schülern zu Politik und politischen Konflikten.
Fakultät für Kultur- und Sozialwissenschaften
Zusammenfassung:
Die Dissertation interessiert sich für Schülerinnenvorstellungen zu Politik und politischen Konflikten, versucht diese empirisch begründet sowie mit Bezug auf politische Theorie zu rekonstruieren und strebt didaktisch motiviert danach, Leitlinien einer politischen Bildung in der Primarstufe zu bezeichnen.
Seit einigen Jahren bilden Didaktische Rekonstruktionen und das Erfassen der Vorstellungen von Schüler:innen zu bestimmten Konzepten und Zusammenhängen eine wichtige Grundlage für die Entwicklung didaktischer Zugänge. Es herrscht weitgehend Einigkeit darüber, dass Schülerinnen der Primarstufe (1. bis 6. Klasse) bereits zahlreiche politische Vorstellungen in den Unterricht mitbringen. Gegenwärtig besteht die Herausforderung darin, empirisch zu belegen, welche Vorstellungen das sind und welche politiktheoretischen Anknüpfungspunkte diese bieten. Obwohl es diesbezüglich inzwischen verschiedene Arbeiten gibt, mangelt es diesen teilweise an einer systematischen Verbindung mit politischer Theorie. In der Dissertation «Es könnte sein, dass sie demonstrieren» wird diesem Umstand gezielt nachgegangen. Dies betrifft sowohl die Erhebungsform als auch die Auswertung und die Diskussion der Ergebnisse.
So zielt die Methode der Erhebung darauf ab, einen Dialog mit Schüler:innen zu initiieren und Diskussionen über Politik und deren Konflikthaftigkeit mit einem Wimmelbild entlang passender Aufgabenstellungen zu stimulieren.
Die daraus resultierenden Gruppendiskussionen werden mit Hilfe der dokumentarischen Methode ausgewertet, wobei die Rekonstruktion in drei Teilkapiteln dargestellt wird.
Im Kapitel «Protest» wird dargelegt. dass Schülerinnen Protest bzw. Demonstrationen als kollektive Handlungen deuten, welche auf Artikulation politischer Anliegen abzielen, Dissens in Form persuasiver Zeigehandlungen im öffentlichen Raum inszenieren und danach trachten entscheidungsmächtige Instanzen zu beeinflussen.
Im Kapitel «Wahlen und Abstimmungen» wird die Idee der Partizipationshierarchie rekonstruiert, welche die Deutungen der Schüler:innen grundlegend leitet. Dabei wird deutlich, dass Schüler:innen insbesondere Abstimmungen als Instrument der Entscheidfindung wahrnehmen, welches durch eine «elterliche» Autorität geprägt wird. Das finale Wort — so stellen es sich Kinder vor — liegt nicht bei den Bürger:innen, sondern bei den politischen Autoritäten. Entsprechend wird im dritten Teilkapitel («demokratische Herrschaft») auchdargestellt, dass die befragten Schüler:innen politische Autoritäten — wie etwa die Regierung — mit erzieherischen Funktionen verknüpfen. Ihre Herrschaftskonzepte weisen damit eine konzeptuelle Spannung auf, da sich die Kinder einerseits klar für das Prinzip «Niemand darf
allein entscheiden» aussprechen, dies aber politischen Autoritäten zugestehen. Diese Spannung lässt sich präziser rekonstruieren, indem sie als Spannung zwischen dem normativen Anspruch symmetrischer Kommunikation bei Entscheidungen und der Erfahrung von Asymmetrie in pädagogischen Beziehungen beschrieben wird. Diesen Gegensatz überbrücken die befragten Schüler:innen sinnhaft mit der Figur tugendhaft Herrschender, welche als Autoritäten zwar entscheiden, dabei aber pädagogisch intendierter Kommunikationssymmetrie bei Entscheidungen verpflichtet bleiben müssen.
Im Zuge der didaktischen Strukturierung werden in der Dissertation die Ergebnisse der Rekonstruktion in Form eines eigenständigen didaktischen Modells im Anschluss an die politische Theorie Hannah Arendts verdichtet. Entlang von zwei Dimensionen wird dabei eine Matrix aufgespannt. Die horizontale Achse stellt eine Übersetzung von Arendts Gegenüberstellung der «Welt» und der «Wüste» dar und wird «Integration vs. Isolation» genannt. In der Welt konstituieren sich Menschen durch Integration als «Gleiche», indem sie Teil einer gemeinsam geteilten Öffentlichkeit werden. Isolation verweist entsprechend auf den Ausschluss aus dieser geteilten Welt.
Die vertikale Achse der Matrix nimmt ihrerseits Bezug auf Arendts Betonung menschlicher Einzigartigkeit (Jemand) im Kontrast zur abstrakten, entpersonalisierten Existenz (Niemand) und heisst «Jemand vs. Niemand». Damit wird die Anerkennung individueller Weltperspektiven dem Verlust von Subjektivität in funktionalisierten oder normierten Rollen gegenübergestellt.
Die didaktische Matrix erlaubt es, politische Bildungsprozesse im Lichte Arendts Theorie nicht nur normativ zu begründen, sondern auch analytisch zu durchdringen. Sie macht Spannungen zwischen Freiheit und Notwendigkeit, Pluralität und Vereinzelung, Öffentlichkeit und Intimität sichtbar und schafft damit einen Bezugsrahmen für eine frühe politische Bildung. Diese wird hierbei als demokratische Praxis verstanden, welche nach diskursiven Unterrichtsformen — wie etwa unterschiedlichen Debattenformaten — verlangt, welche es Schüler:innen potenziell ermöglichen, als sprechende und handelnde Subjekte in Erscheinung zu treten.
Titel der Dissertation:
Das Potenzial der Boxplotrepräsentation beim Aufbau früher Grundvorstellungen zu Variabilität im Statistikunterricht: Empirische Studien zum Erwerb konzeptuellen Wissens in digital-gestützten Lehr-Lern-Settings.
Fakultät für Mathematik, Naturwissenschaften und Technik
Zusammenfassung:
Herr Abt widmet sich in seiner Dissertation „Das Potenzial der Boxplotrepräsentation beim Aufbau früher Grundvorstellung zu Variabilität im Statistikunterricht. Empirische Studien zum Erwerb konzeptuellen Wissens in digital-gestützten Lehr-Lern-Settings“ der Frage, wie Lernende beim Aufbau konzeptuellen Wissens zum Boxplot und zur Variabilität von Daten unterstützt werden können. Dieses Thema liegt im Kernbereich der Mathematikdidaktik, da es um zentrale Aspekte des Statistikunterrichts geht: die Entwicklung tragfähiger Grundvorstellungen, das Verstehen von Darstellungen und die Förderung konzeptuellen Wissens. Die Arbeit adressiert ein schulisch wie gesellschaftlich relevantes Thema – den Umgang mit Variabilität und Daten – das in der fachdidaktischen Forschung bislang empirisch-quantitativ wenig aufbereitet ist.
Die Dissertation integriert Perspektiven der Mathematikdidaktik sowie der Lehr-Lernpsychologie und operiert dabei mit einem klaren Begriffsrahmen zu konzeptuellem Wissen, (Fehl-)Vorstellungen und Konzeptwechseln sowie Lernmechanismen – verbindet also klassische stoffdidaktische Vorgehensweisen mit empirisch-gestützter Forschung.
Seinem Erkenntnisinteresse nähert sich Herr Abt in zwei Forschungssträngen; erstens in Untersuchungen zur Beschreibung systematischer Fehlvorstellungen zum Boxplot; zweitens in Interventionsstudien zur Unterstützung des Wissensaufbaus zum Boxplot durch notwendige Vorstellungsumbrüche mittels adäquater digital-gestützter Lernumgebungen. Der zweite Forschungsstrang ist im Forschungs- und Nachwuchskolleg „Didaktik des digitalen Unterrichts: Digital gestützte Lehr-Lernsettings zur kognitiven Aktivierung (Di.ge.LL)“ verortet, in dem Herr Abt während seiner Promotionszeit als abgeordnete Lehrkraft forschend tätig war. Die Dissertation besteht aus sechs Publikationen, die im Rahmenpapier stringent miteinander verbunden sind. In diesem umfassenden Manteltext werden zudem eigenständige thematische Akzente gesetzt und so die beiden Forschungsstränge zu Fehlvorstellungen und zu digitalen Lernumgebungen kohärent miteinander verbunden. Dabei werden internationale Theorien – u. a. die Conceptual Change Theory – mit stoffdidaktischen Perspektiven integriert und monographisch für die deutschsprachige Community aufbereitet. Dadurch leistet die Arbeit von Herr Abt auch einen wissenschaftlichen Beitrag zur Theorieentwicklung und Kontextualisierung internationaler Forschung im nationalen Diskurs.
Herr Abt eröffnet in seiner Arbeit in mehrfacher Hinsicht neue Perspektiven: methodisch durch den Einsatz von Eye-Tracking zur Untersuchung von Vorstellungen beim Vergleich von Boxplots, theoretisch durch die Verbindung mathematikdidaktischer und lehr-lernpsychologischer Perspektiven auf Fehlvorstellungen und ihren Einfluss auf die konzeptuelle Entwicklung von Vorstellungen zur Variabilität von Daten, inhaltlich durch den Fokus auf die Boxplotrepräsentation als Medium zur Vermittlung von Variabilitätskonzepten.
Die Ergebnisse der Dissertation sind substanziell und vielfältig anschlussfähig: Sie liefern differenzierte Einblicke in typische Fehlvorstellungen beim Vergleich von Boxplots, zeigen die Potenziale digital-gestützter Lernumgebungen zur Förderung von Konzeptverständnis und Konzeptwechseln auf und tragen dazu bei, zentrale Lernschwierigkeiten im Statistikunterricht zu verstehen und gezielt zu adressieren. Die empirischen Befunde sind theoretisch eingebettet und direkt praktisch nutzbar – auch für Lehrkräftefortbildung und curriculare Gestaltung. Ein unterrichtspraktischer Beitrag der Dissertation bereitet zentrale Implikationen der Forschungsarbeit verständlich für eine Zielgruppe aus der Lehrkräftebildung und Unterrichtspraxis auf – und schlägt somit die Brücke zwischen grundlagenorientierter Forschung und Dissemination.
Preisträgerinnen und Preisträger des Akademischen Jahres 2023/2024
Titel der Dissertation:
Schwer erreichbare‘ junge Geflüchtete: Rekonstruktion von Problemlagen, professionellen Perspektiven und Identifikation von Handlungsbedarfen.
Fakultät für Bildungswissenschaften
Zusammenfassung:
In der vorliegenden Arbeit werden Kennzeichen und Probleme der Lebensführung junger Geflüchteter auf Grundlage qualitativer Interviews mit jungen Geflüchteten, die von Sozialarbeitenden als problematische und/oder schwer erreichbare Fälle beobachtet werden, rekonstruiert. Hierfür wurden Konzepte und Dimensionen von Lebensführung aufbereitet, verschiedene Beobachtungsangebote auf Probleme der Lebensführung erarbeitet und Soziale Arbeit als eine auf Probleme der Lebensführung bezogene, wohlfahrtsstaatlich organisierte Hilfe bestimmt. Kennzeichen der Lebensführung junger Geflüchteter werden nicht nur aus dem empirischen Material heraus entwickelt, sondern auch umfassend entlang des deutschsprachigen Forschungsstandes herausgearbeitet. Die Arbeit bietet darüber hinaus eine vertiefende Analyse zu Bedingungen und Einflussfaktoren auf den Aufbau und die Gestaltung von Arbeitsbündnissen in der Sozialen Arbeit – entwickelt aus dem empirischen Material heraus. Die Forschungsergebnisse umfassen fallübergreifende Merkmale, die die Lebensführung von jungen Geflüchteten kennzeichnen und zeigen auf, welche dieser Kennzeichen für die jungen Geflüchteten für sie warum zu Problemen der Lebensführung werden. Die erarbeiteten Forschungsergebnisse werden in einem abschließenden Teil der Arbeit systematisch auf die Soziale Arbeit rückbezogen: Es werden strukturelle Widersprüche und Dilemmata im Kontext Sozialer Arbeit mit jungen Geflüchteten aufgezeigt, zentrale Aufgaben und Anforderungen an die sozialarbeiterische Unterstützung junger Geflüchteter in ihrer Lebensführung identifiziert und Möglichkeiten sozialarbeiterischer Prävention problematischer Praktiken beschrieben. Abschließend wird auf notwendige fachliche Klärungsprozesse im Kontext Sozialer Arbeit verwiesen, die im Kontext der Forschungsarbeit deutlich geworden sind.
Titel der Dissertation:
Lernen aus Fehlern – Adaptive Passung von eigenen und fremden Fehlern bei der fokussierten Fehlerverarbeitung.
Fakultät für Mathematik, Naturwissenschaften und Technik
Zusammenfassung:
Die in diese Arbeit eingebetteten Studien fokussieren die Fehlerverarbeitungsprozesse im Rahmen von Lösungsvergleichen in Lernszenarien mit einer anfänglichen Problemlösephase gefolgt von einer Instruktionsphase (PS-I). Bisherige Studien zeigten, dass das Aufgreifen von typischen Schülerlösungen in der Instruktionsphase essenziell für die lernförderliche Wirkung von PS-I-Lernszenarien ist. Dennoch profitieren nicht alle Lernenden von einem Vergleich einer typischen Schülerlösung mit der korrekten Lösung. Um weitere Erkenntnisse zu den Wirkmechanismen zu erhalten, wurden mehrere Studien durchgeführt: In einer Eye-Tracking-Studie wurde die Prozesse der Fehlerverarbeitung beim Vergleich von richtigen und fehlerhaften Lösungen analysiert. In einer zweiten Studie wurde der Trade-Off zwischen komplexen Problemlöseprozessen und der akkuraten computerbasierten Diagnose der Problemlöseprodukte untersucht. Die Erkenntnisse lieferten die Grundlage für eine dritte Studie, in der der Einfluss der Passung der Lösungen zu den eigenen Lösungsversuchen untersucht wurde – auch in Abhängigkeit der vorliegenden Präkonzepte.
Im Rahmen der Eye-Tracking-Studie zum Lösungsvergleich bearbeiteten 63 Lernende der fünften Klasse computerbasiert eine Problemlöseaufgabe zum Bruchvergleich. In der anschließenden Instruktionsphase verglichen die Lernenden eine fehlerhafte Lösung, die dem individuellen Lösungstyp aus der Problemlösephase entsprach, mit der korrekten Lösung. Die Blickbewegungen der Lernenden wurden während des Vergleichs mit einem Eye-Tracker aufgezeichnet. Im Anschluss diente ein Video der Blickbewegungen als Stimulus für ein Stimulated-Recall-Interview. Es wurde untersucht, welche Muster sich in den Blickbewegungen in Kombination mit den Interviewdaten abzeichnen und inwiefern diese als Indikator für erfolgreiche bzw. weniger erfolgreiche Vergleichsprozesse dienen können. Konkret wurde folgenden Fragen nachgegangen:
- Welche Abfolge von kognitiven Prozessen bei der Fehlerverarbeitung lassen sich identifizieren durch die gemeinsame Interpretation von Blickbewegungs- und Interviewdaten?
- Wie unterscheiden sich Lernende mit hohen und niedrigen Lernzuwächsen?
Für die Untersuchung der Fragestellungen wurden „Areas of Interest“ (AOI) definiert und die Blickbewegungen zwischen den AOIs in vertikale Transitionen des Nachvollziehend innerhalb einer Lösung (individuell oder korrekt) und in horizontale Transitionen des Vergleichens zwischen den Lösungen unterteilt. Um Muster in den Blickbewegungen zu identifizieren und vergleichen zu können, wurde die Transitionendichte pro Sekunde im Zeitverlauf grafisch dargestellt und mit Beschreibungen aus den Interviews annotiert. Die Studie zeigt, dass für ein umfassendes Verständnis von Vergleichsprozessen eine gemeinsame Interpretation der Blickbewegungs- und Interviewdaten notwendig ist. Es wird deutlich, dass der Lernzuwachs mit der Ebene zusammenhängt, auf welcher der Vergleich stattfindet. Lernende ohne Lernzuwachs erkennen zwar relevante Merkmale, doch für einen substanziellen Lernzuwachs ist zusätzlich das inhaltliche in Beziehung setzen notwendig.
Durch den Fehlerverarbeitungsprozess im Rahmen eines Vergleichs einer fehlerhaften mit der korrekten Lösung erkennen Lernende Unzulänglichkeiten oder Schwachstellen in ihrem Wissen. Das Erkennen und Verarbeiten von Wissenslücken gilt als einer der Wirkmechanismen von PS-I. Bisher wurden die Wirkmechanismen auf theoretischer Ebene hergeleitet und beschrieben. Es bedarf Studien, die die Wirkmechanismen isolieren und systematisch untersuchen. Das übergreifende Ziel der vorliegenden Arbeit ist es, hochkontrolliert die Bedeutung des Erkennens von Wissenslücken im Rahmen von PS-ILernszenarien zu untersuchen. Anknüpfend an bisherige Studien liegt die Vermutung nahe, dass das Erkennen von Wissenslücken erleichtert wird, wenn in der Instruktionsphase die individuelle Schülerlösung aus der Problemlösephase aufgegriffen wird. Um dies hochkontrolliert untersuchen zu können, bedarf es einer computerbasierten Lernumgebung, die sowohl komplexe Problemlöseprozesse als auch eine akkurate Diagnose der Problemlöseprodukte ermöglicht. Im Rahmen der zweiten Studie wurden anhand von zwei Versionen einer computerbasierten Lernumgebung zum Bruchvergleich mit einem unterschiedlichen Maß an Offenheit (O+ und O–) untersucht, ob beide Anforderungen (komplexe Problemlöseprozesse und eine akkurate Diagnose der Problemlöseprodukte) gleichzeitig erfüllt werden können. Es wurden folgende Forschungsfragen untersucht:
- Welchen Einfluss hat das Ausmaß an Offenheit während der Erkundung auf die Wissenskonstruktion, genauer auf die Lösungstypen und ihre Häufigkeiten? (Komplexität)
- Wie akkurat können die Lösungstypen anhand der graphischen Lösung oder der schriftlichen Erklärung der Lernenden identifiziert werden? (Akkuratheit)
Um die Validität der Problemlöseprozesse zu überprüfen, wurden die graphischen (Streifenbilder), schriftlichen (Antwortsatz) sowie verbalen Lösungen (Interview) aus der Problemlösephase kategorisiert und überprüft, inwieweit in der strukturierteren Lernumgebung O– die gleichen Lösungstypen wie in der offeneren Lernumgebung O+ generiert werden. Dabei ist die Lernumgebung O+ sehr ähnlich zur papierbasierten Version von Loibl und Leuders (2018, 2019). Es zeigte sich, dass auch in der strukturierten Lernumgebung O– valide Problemlöseprozesse möglich sind. In der strukturierteren Lernumgebung O– erwies sich zudem die graphische Lösung als der beste Prädiktor für das konzeptionelle Verständnis. Zusammenfassend zeigte sich, dass Lernumgebung O– sowohl die gleichen Lösungstypen erlaubt wie die offenere Lernumgebung O+, und darüber hinaus eine computergestützte Interpretation der Problemlöseprodukte, basierend auf der graphischen Lösung möglich ist. Somit stellt die Lernumgebung O– eine Lösung für den Trade-off zwischen Komplexität und Akkuratheit dar.
Die Lernumgebung O– konnte infolgedessen im Rahmen der Interventionsstudie weiterentwickelt und eingesetzt werden, um hochkontrolliert die Bedeutung der Passung der individuellen Lösung aus der Problemlösephase und der fehlerhaften Lösung, die in der Instruktionsphase mit der korrekten Lösung verglichen wird, für den Lernerfolg zu untersuchen. Im Rahmen der Studie bearbeiteten 353 Lernende der sechsten Klasse computerbasiert eine Problemlöseaufgabe. In der anschließenden Instruktionsphase wurden die Lernenden randomisiert den drei Bedingungen zugeordnet. Die Lernenden erhielten in der Instruktionsphase entweder 1) einen adaptiven Vergleich, 2) einen kontra-adaptiven Vergleich oder 3) nur die korrekte Lösung. Es wurden folgende Fragen untersucht:
- 1. Fördert in PS-I-Lernszenarien der Vergleich einer fehlerhaften Lösung mit der richtigen Lösung nach einer Problemlösungsaktivität das Lernen?
Es wurde die Hypothese aufgestellt, dass Lernende, die in der Instruktionsphase im Anschluss an die Problemlösungsphase richtige und falsche Lösungen vergleichen (adaptive und kontra-adaptive Bedingung), höhere Lernzuwächse aufweisen als ihre Klassenkameraden in der Kontrollbedingung, die sich in der Instruktionsphase ausschließlich auf die richtige Lösung konzentrieren (Hypothese 1).
- 2. Hängt der Effekt des Vergleichs einer falschen Lösung mit der richtigen Lösung von der Passung zwischen dem individuellen Lösungsversuch der Schülerinnen und Schüler aus der Problemlösungsphase und der fehlerhaften Beispiellösung in der Instruktionsphase ab?
Es wurde die Hypothese aufgestellt, dass die Lernenden in der adaptiven Bedingung höhere Lernzuwächse erzielen als ihre Mitschüler in der kontra-adaptiven Bedingung (Hypothese 2).
- 3. Wie unterscheiden sich die Lernergebnisse zwischen den Bedingungen in Abhängigkeit der initialen Präkonzepte der Lernenden?
Wie unterscheiden sich die Lernergebnisse zwischen der adaptiven und der kontraadaptiven Bedingung in Abhängigkeit davon, ob die Lernenden ihre individuelle Lösung in der Instruktionsphase wiedererkannt haben?
Die Ergebnisse einer mixed ANOVA ergaben einen signifikanten Haupteffekt für die Zeit, jedoch weder einen Haupteffekt für die Bedingungen noch einen Interaktionseffekt für Zeit und Bedingung. Entgegen der Hypothesen deuten die Ergebnisse darauf hin, dass Lernende aller Bedingungen gleichermaßen von der Instruktion profitierten. Die Analyse des Lernerfolgs differenziert nach der im Vortest gezeigten Stufe des konzeptuellen Verständnisses, gibt Hinweise darauf, dass das Vorwissen einen stärkeren Einfluss auf den Lernerfolg hat als die Art der Intervention: Lernende, die bereits im Vortest ein entstehendes Anteilskonzept zeigen, verhalten sich hypothesenkonform. Darüber hinaus deuten die explorativen Ergebnisse auf einen positiven Einfluss hinsichtlich des Lernerfolgs hin, wenn Lernende der kontraadaptiven Bedingung ihre individuelle Lösung in der Instruktionsphase gemäß der Implementationstreue nicht wiedererkennen.
Titel der Dissertation:
Die Untersuchung adaptiver Lernsettings im Themenbereich "Schwimmen und Sinken" im naturwissenschaftlichen Unterricht.
Fakultät für Mathematik, Naturwissenschaften und Technik
Zusammenfassung:
Der Exper1se-Umkehr-Effekt besagt, dass Lernende mit ungünstigen Lernvoraussetzungen von Unterstützungsmaßnahmen profitieren, während diese für Lernende mit günstigen Voraussetzungen nachteilig sein können. Um Schüler/-innen im naturwissenschaftlichen Unterricht der Primarstufe optimal zu fördern, müssen Unterrichtsmaterialien daher – im Sinne von adaptivem Unterricht – an die Voraussetzungen angepasst werden. Gerade für Schüler/-innen der Primarstufe besteht eine Forschungslücke mit Blick auf die Untersuchung der Wirkung von adaptivem Unterricht. In der vorliegenden Forschungsarbeit wurden daher zwei differenzielle Lernsettings zum Thema Schwimmen und Sinken erstellt – ein Comic mit und ein Comic ohne zusätzliche Visualisierungen – anhand derer der Expertise-Umkehr-Effekt untersucht wurde.
Das übergeordnete Ziel der Arbeit war die Untersuchung der Wirkungen der beiden unterschiedlichen Comics auf den Lernerfolg von Grundschulkindern in Abhängigkeit von ihren Voraussetzungen. Dazu wurden quasi-experimentelle Interventionsstudien im Prä-Post-Design im naturwissenschaftlichen Unterricht der Primarstufe durchgeführt. Bei einer Stichprobengröße von N = 166 Schüler/-innen kamen drei verschiedene Fragebögen (z.B. Fachwissenstest zum Schwimmen und Sinken) zum Einsatz.
Es zeigt sich, dass leseschwache Schüler/-innen mit dem Comic mit zusätzlichen Visualisierungen den höchstmöglichen Lernerfolg erzielen, während lesestarke Schüler/-innen mit dem Comic ohne zusätzliche Visualisierungen einen höheren Lernerfolg erreichen. Im Rahmen der Untersuchung konnte also anhand des Lernerfolgs im Themenbereich Schwimmen und Sinken der Expertise-Umkehr-Effekt repliziert werden. Für die Unterrichtspraxis bedeutet dies, dass die Lernvoraussetzungen der Schüler/-innen bei der Vergabe des Unterrichtsmaterials – im Sinne von adaptivem Unterricht – berücksichtigt werden sollten.
Preisträgerinnen und Preisträger des Akademischen Jahres 2022/2023
Titel der Dissertation:
Racial Profiling und Polizeigewalt. Erfahrungen, Handlungsfähigkeit und Widerstand jugendlicher Betroffener.
Fakultät für Bildungswissenschaften
Titel der Dissertation:
Handlungsorientierungen von Praxisausbildenden der Sozialen Arbeit - Vom heterogenen Umgang mit einem herausfordernden Tätigkeitsfeld zwischen organisationalen Bedingungen und eigener Berufsbiografie.
Fakultät für Mathematik, Naturwissenschaften und Technik
Frühere Preisträgerinnen und Preisträger der Dissertationspreise der Pädagogischen Hochschule Freiburg
- Stefanie Harsch (2022). Health Literacy as a Situational, Social Practice in Context - Insights from Three Research Projects among "Vulnerable Groups" (Dissertationspreis der Fakultät für Bildungswissenschaften)
- Natascha Khakpour (2022). Deutsch-Können. Umkämpftes Artikulationsgeschehen in den Schulen Deutschlands und Österreichts. (Dissertationspreis der Fakultät für Bildungswissenschaften)
- Wolfgang Bay (2022). Geschichten verstehen. Theoretische Herleitung, unterrichtspraktische Implementation und empirische Evaluation eines Lesestrategiesets für narrative Texte. (Dissertationspreis der Fakultät für Kultur- und Sozialwissenschaften)
- Johannes Treß (2022). Zwischen Distanzierung und Kollektivierung - Improvisieren in Gruppen mit Schülerinnen und Schülern der Sekundarstufe 1. Eine rekonstruktive und entwicklungsorientierte Studie zur improvisatorischen Handlungs- und Interaktionspraxis im Musikunterricht. (Dissertationspreis der Fakultät für Kultur- und Sozialwissenschaften)
- Anja Schulz (2022). Evaluation der Qualität der Hebammenversorgung aus der Familienperspektive. (Dissertationspreis der Fakultät für Mathematik, Naturwissenschaften und Technik)
- Yiğit Ünsay (2021). The Voice of Walls: A Grounded Theory Study of the Gezi Movement’s Graffiti. (Dissertationspreis der Fakultät für Bildungswissenschaften)
- Michaela Oettle (2021). Entwicklung eines Testinstruments zur Erfassung professioneller Kompetenzen von Physiklehrkräften im Bereich der Elementarteilchenphysik. (Dissertationspreis der Fakultät für Mathematik, Naturwissenschaften und Technik)
- Laura Wallner (2019). Diversity im Mainstream? Diskurse über Vielfalt in der Privatwirtschaft und im öffentlichen Sektor. (Dissertationspreis der Fakultät für Bildungswissenschaften)
- Lisa König (2019). Fiktionswahrnehmung als Grundlage literarischen Verstehens. Eine empirische Studie zu den Auswirkungen der Fiktionswahrnehmung bei der Rezeption von narrativen Texten auf den Abruf literarischer Kompetenz. (Dissertationspreis der Fakultät für Kultur- und Sozialwissenschaften)
- Katharina Agostini (2020). Wertorientierungen und organisationale Werte in Berufslaufbahnen. (Dissertationspreis der Fakultät für Mathematik, Naturwissenschaften und Technik)






