Julian Happes

Akademischer Mitarbeiter

Adresse/Raum
KG 4, 214b
 
Telefon +49 761 682-735
E-Mail julian.happes(at)ph-freiburg.de
Sprechstunde Sprechstunde immer dienstags 16.30-18.30 Uhr über ZOOM. Anmeldung per ILIAS.

ISP-Beauftragter

Modulverantwortlicher BA Sekundarstufe

Fachstudienberater

LEHRVERANSTALTUNGEN IM WISE 2020/2021

GES 016 Transkulturalitätsphänomene in vormoderner Literatur - Ansätze einer mediävistischen Didaktik (gemeinsam mit Stefan Seeber), Do 16-18 Uhr

Transkulturalität ist ein Konzept, der sowohl im Geschichts- als auch im Deutschunterricht implizit gefordert wird und für vielfältige Themenbereiche anschlussfähig ist, es spielt aber in der Lehramtsausbildung bislang kaum eine Rolle, obwohl in der Wissenschaft seit gut 20 Jahren Prozesse der Beeinflussung zwischen einzelnen Kulturen und ihre Vernetzung untereinander stärker beforscht werden. In unserem Seminar wird es darum gehen, historische und germanistische Perspektiven auf das Thema zusammenzubringen und sie für die konkrete didaktische Arbeit in der Schule, aber auch an der Universität nutzbar zu machen. Dafür arbeiten wir mit mittelalterlichen Quellen, sowohl historiographische Zeugnisse wie auch literarische Texte, in denen transkulturelle Prozesse nachzuvollziehen sind. Wir erarbeiten uns die relevante Forschung zum Thema und verwenden sie als Handwerkszeug für die Analyse. Wir bringen Studierende der Pädagogischen Hochschule und der Universität zusammen und nutzen die Möglichkeit zum Austausch zwischen den Hochschulen, um unsere jeweils gewohnten und eingeübten Deutungsmuster von Texten zu hinterfragen und aufzubrechen – und um zu einer neuen Perspektive auf das Thema Transkulturalität zu kommen.

GES 020 Grundlagen und Forschungsmethoden der Mittelalterlichen Geschichte Europas: Brüche und Kontinuitäten im Mittelalter, Di 10-14 Uhr.

Der Epoche des Mittelalters wird im schulischen Curriculum nur wenig Zeit eingeräumt, dem gegenüber steht ein andauerndes populäres Interesse an der „finsteren“ mittleren Zeit. Zwischen dem öffentlichen Bild, der Vermittlung in der Schule und der mediävistischen Forschung klaffen mitunter beträchtliche Lücken. Das Seminar versteht sich nach Thomas Martin Buck im „Dialog zwischen Mittelalter und Gegenwart“, gemeinsam werden wir uns anhand zentraler Themenkomplexe vornehmlich des späteren Mittelalters den Alteritäten und Kontinuitäten dieser Epoche nähern.

GES 021 Literatur über den Ersten Weltkrieg als Thema des Geschichtsunterrichts, Mo 14-16 Uhr.

Der Erste Weltkrieg ist das große europäische Trauma des beginnenden 20. Jahrhunderts, Fanal einer technisierten Entindividualisierung, eine entmenschlichte Kriegsmaschine, die unzählige Frontsoldaten psychisch und physisch versehrt zurücklässt. Er ist damit das Schlüsselereignis für das Verständnis unserer jüngsten Geschichte. An den europäischen Fronten kämpften Literaten verschiedener Nationalitäten, die mit ihren Texten beredtes Zeugnis über diese Zeit ablegten: Werke wie Remarques Im Westen Nichts Neues, Jüngers In Stahlgewittern, Renns Krieg, Franks Erzählsammlung Der Mensch ist gut, aber auch Barbusses Le Feu, Dos Passos‘ Three Soldiers oder Hemingways A farewell to Arms wollen wir uns gemeinsam literaturwissenschaftlich erarbeiten und deren Potenzial für den Geschichtsunterricht erschließen.

GES 035 Grundlagen und Forschungsmethoden der Neuesten Geschichte Europas - Die Weimarer Republik, Do 10-14 Uhr

"Die Krise der Weimarer Republik", "Zum Scheitern verurteilt", "Demokratie ohne Demokraten" sind Schlagworte, die die Wahrnehmung der ersten deutschen Republik in der populären Geschichtskultur aber auch deren Vermittlung im Geschichtsunterricht bis heute bestimmen. Die Forschung zur Weimarer Republik zeichnet seit Detlev Peukerts 1987 erschienenen Studie "Die Weimarer Republik. Krisenjahre der Klassischen Moderne" ein differenzierteres Bild der Zwischenkriegsjahre: Die Weimarer Republik wird nicht mehr nur als vorgezeichneter Weg in die Katastrophe des NS verstanden, nicht mehr nur als Nachspiel des "Großen Krieges". Der Blick erweitert sich auf die europäischen Entwicklungen jener Jahre, Alltags-, Wirtschafts- und Ideengeschichte wird in ihrer Heterogenität neu bewertet. Im Seminar werden die aktuellen Forschungsansätze aufgegriffen, anhand ausgewählter Quellen überprüft und ihre Anwendbarkeit für den Geschichtsunterricht erprobt.

Digitale Lehr-Lern-Tools für den Geschichtsunterricht

Transdisziplinäre mediävistische Didaktik

Transkulturalität in der Vormoderne

Historiographie des Spätmittelalters

AKADEMISCHER WERDEGANG

seit 10/2013               Zugelassen zur Promotion am Historischen Seminar der Albert- Ludwigs-Universität Freiburg.

10/2017 – 10/2020    Lehramtsstudium Gymnasium der Geschichte und Germanistik an der Albert-Ludwigs-Universität Freiburg (Abschlussnote: 1,1)

10/2010 – 03/2013    Masterstudium der Geschichte an der Albert-Ludwigs-Universität Freiburg (Abschlussnote: 1,2).

10/2007 – 10/2010    Bachelorstudium der Geschichte und Politikwissenschaften an der Albert-Ludwigs-Universität Freiburg (Abschlussnote: 1,6).

10/2006 – 10/2007    Jurastudium an der Albert-Ludwigs-Universität Freiburg.

09/1997 – 04/2005    Kurfürst-Friedrich-Gymnasium Heidelberg, Abitur (Abschlussnote: 1,7).

BERUFLICHER WERDEGANG

seit 4/2017                 Akademischer Mitarbeiter für Geschichte und ihre Didaktik am Institut für Politik- und Geschichtswissenschaft der PH Freiburg

10/2013 – 12/2016    Akademischer Mitarbeiter im Rahmen des DFG-geförderten Projektes „Das Konzil im Gedächtnis der Stadt"

04/2013 – 09/2013    Akademischer Mitarbeiter für mittelalterliche Geschichte am Historischen Seminar der Albert-Ludwigs-Universität Freiburg.

04/2011 – 04/2012    Mitarbeiter im mit dem Instructional Development Award (IDA) ausgezeichneten Projekt „Qualitätssicherung Tutorate“.

04/2009 – 03/2013    Wissenschaftliche Hilfskraft am Historischen Seminar der Albert-Ludwigs-Universität Freiburg.

10/2007 – 03/2013    Tutor am Historischen Seminar der Albert-Ludwigs-Universität Freiburg.

MITGLIEDSCHAFTEN

seit 03/2015                Gründungsmitglied des „Nachwuchsnetzwerks Historische Grundwissenschaften“

seit 03/2014                Mitglied in der „Arbeitsgemeinschaft für geschichtliche Landeskunde am Oberrhein e.V.“

AUSZEICHNUNGEN

Lehrpreis der Pädagogischen Hochschule Freiburg 2018/2019 gemeinsam mit Julian Zimmermann www.ph-freiburg.de/hochschule/zentrale-einrichtungen/zwh/abteilungen/hochschuldidaktik/lehrpreisueberblick/preistraegerinnen/20182019.html

Lehrprojekt (QSM): Rassismus als Herausforderung für den GU

Rassistisch motivierte Gewalttaten, racial profiling, aber auch die unzähligen „positiven“ Rassismen, denen sich PoC und schwarze Menschen tagtäglich ausgesetzt sehen, zeugen von der Dringlichkeit, institutionellen und strukturellen Rassismus als gesellschaftliche Herausforderung anzugehen und die Menschen für die Wahrnehmung von Rassismus zu sensibilisieren. Den (angehenden) Lehrer*innen kommt hierbei eine entscheidende Rolle als Multiplikator*innen zu: In ihren Händen liegt es, die kommenden Generationen zu konsequenten Antirassist*innen zu erziehen. Die Dringlichkeit eines solchen Lehrprojekts in der Geschichte begründet sich aus meinen eigenen Erfahrungen in der Schulpraxisbetreuung und der Rückmeldung vieler Geschichtsstudierender, die ein starkes Interesse haben, denen es aber an einem soliden Hintergrundwissen über die Historizität von Rassismus, an didaktischen Methoden und pädagogischen Werkzeugen fehlt, um mit diesem komplexen und herausfordernden Thema im Geschichtsunterricht umzugehen. Hier wird das Projekt Abhilfe schaffen.

Kooperatives Lehrprojekt im Rahmen der Qualitätsoffensive Lehrer*innenbildung III (FACE): "Antisemitismus als popkulturelles Phänomen" (gemeinsam mit Daniel Schumacher und Dr. Daniel Duran)

Jüdische Geschichte spielt als Teil der deutschen Geschichts- und Erinnerungskultur aufgrund der Shoa, der massenhaften Ermordung der europäischen Juden im Nationalsozialismus, eine zentrale Rolle in den Lehrplänen der Schulen, an den Universitäten, wie auch im gegenwärtigen politischen Diskurs. „Jüdische Geschichte“ bedeutet in diesem Zusammenhang aber oft eine Einengung auf den staatlich-institutionellen Antisemitismus; meistens mit Engführung auf die NS-Zeit und vor allem eine Reduzierung der Verfolgten auf eine bloße Opferrolle. Über die Triftigkeit dieser staats-, fast nationalgeschichtlichen Sicht sind zwar differenzierte Meinungen möglich, allerdings resultieren aus ihr erhebliche Defizite: Kann durch das Wissen von der nationalsozialistischen Vernichtungsideologie bereits ein Bewusstsein für Stereotypisierung und Stigmatisierung einer Minderheit vermittelt werden? Wie naheliegend können gerade Brutalität und Grausamkeit der Shoa mit alltäglichen antisemitischen Sprachwendungen, bspw. Witzen oder tagespolitischen Diskussionen in Bezug gesetzt werden? Was wie ein historischer Grundsatzdiskurs wirkt, besitzt eine besondere gesellschaftliche Aktualität, insbesondere für den Schulunterricht:  Sensibilisieren aktuelle Lehrkonzepte überhaupt für einen reflektierten Umgang mit dem Thema „Judenfeindlichkeit“ im Kontext gegenwärtiger Antisemitismus-Kontroversen, bspw. in Musik, Internet, Comedy/Kabarett oder öffentlich-politischer Erinnerungskultur? Antisemitismus ist nicht bloß eine historische Erscheinung, sondern ein alltagsgeschichtliches, gerade pop-kulturelles Phänomen, das in dieser Art bis in die Gegenwart andauert. Obwohl die Problemlage durch stets wiederaufkommende Antisemitismus-Diskurse evident erscheint, wird sie innerhalb der Schuldidaktik und Hochschullehre trotz gesellschaftlicher Aktualität und Relevanz kaum berücksichtigt. Das Projekt Antisemitismus als popkulturelles Phänomen setzt sich zum Ziel, aus einer deziidert transdisziplinären Perspektive von sprach- und Geschichtswissenschaft, die popkulturelle Rezeption und Produktion von antisemitischen Stereotypen zu analysieren, davon ausgehend Lehrkonzepte zum Umgang mit Antisemitismus zu entwickeln und deren schulpraktische Anwendbarkeit kritisch zu überprüfen.

Kooperatives Lehrprojekt im Rahmen der Qualitätsoffensive Lehrer*innenbildung II (FACE): "Mittelalter in die Schule" (gemeinsam mit AR Dr. Stefan Seeber)

Mittelalterliche Themen sind popkulturell und gesellschaftlich sehr präsent – das ‚lebendige‘ Mittelalter hat aber noch kaum Eingang in die Fachdidaktik besonders der Germanistik gefunden und wird auch in den Bildungsplänen der unterschiedlichen Schulformen kaum berücksichtigt. Damit liegt viel didaktisches Potential brach. Es mangelt an einer konzertierten mediävistischen Didaktik, die über einzelne Projektangebote hinaus systematisch die mittelhochdeutsche Literatur und Sprache für Lehramtsstudent*innen praxisbezogen erschließt. Um dieser Herausforderung zu begegnen und die Aktualität des Mittelalters für Lehramtsausbildung und Schulpraxis zu stärken, wollen wir in Kooperation PH und Universität Freiburg eine gemeinsame Mittelalterdidaktik praxisnah, in der Lehre und in engem Kontakt mit den Student*innen als zukünftigen Lehrer*innen erarbeiten.

ORGANISIERTE TAGUNGEN/WORKSHOPS

DiGe² - Digitalisierung gemeinsam gestalten, PH Freiburg, 18.9.2020 (Tagungsbericht unter http://www.hsozkult.de/conferencereport/id/tagungsberichte-8814)


VORTRÄGE (AUSWAHL)

Die Metropole im Blick des Pilgers – Jerusalem in spätmittelalterlichen Pilgerberichten. Vortrag im Rahmen der „Jerusalem Talks“. Universität Regensburg, 25.11.2020.

Das „Schreiben von Bildern“ mit dem Smartphone. Eine Annäherung an eine aktiv-produzierende Bilddidaktik im digitalen Medium. Vortrag auf der Tagung „SnAppShots. Smartphones als Kameras“. Staatliche Museen zu Berlin. Preußischer Kulturbesitz, 22.-23.10.2020.

Geographischer Grenzraum – kultureller Erfahrungsraum. Die Ägäis als Raum des Kulturkontakts im Spätmittelalter. Vortrag auf der Tagung „Die Ägäis in Literatur, Geschichte, Kultur, Mythos“. Universität Athen, 21.-23.11.2019.

Der Einsatz digitaler Lehr-Lern-Tools an außerschulischen Lernorten. Ein Fallbeispiel für die Implementierung digitaler Lernkonzepte in der Lehrkraftausbildung. Vortrag auf der Tagung „Lehrerbildung Baden-Württemberg HSE“. Pädagogische Hochschule Heidelberg, 7.11.2019.

Kollektive Überlieferungsformen der Konstanzer Konzilschronik. Vortrag auf der Tagung "Das Gedächtnis der Stadt. Neue Forschungen zur Chronik des Konstanzer Konzils und ihrer Überlieferung". Herzog-August-Bibliothek Wolfenbüttel, 4.-6.10.2018 (Tagungsbericht unter: http://www.hsozkult.de/conferencereport/id/tagungsberichte-8002).

Austausch historiographischen Wissens im deutschsprachigen Südwesten. Transformation und Nutzung der Konstanzer Konzilschronik im 15. Jahrhundert. Vortrag auf der Tagung "Was ist städtische Geschichtsschreibung? Revision eines Forschungsfeldes. Albert-Ludwigs-Universität Freiburg, 22.-24.5.2017 (Tagungsbericht unter: http://www.hsozkult.de/conferencereport/id/tagungsberichte-7193).

Die Verbrennung von Jan Hus in Ulrich Richentals Chronik des Konstanzer Konzils. Vortrag auf der Tagung "Krisen – Konflikte – Konsolidierungen. Politische, religiöse und gesellschaftliche Herausforderungen in Zentraleuropa um 1400". Julius-Maximilian-Universität Würzburg, 17.-18.9.2015.

Transformation und Nutzung der Konstanzer Konzilschronik im späten 15. Jahrhundert. Vortrag im Doktorandenworkshop im Rahmen der Tagung "Die bewegte Stadt. Migration, soziale Mobilität und Innovation in vormodernen Großstädten". Universität Regensburg, 13.-15.11.2014.

Das „Schreiben von Bildern“ mit dem Smartphone “ – Eine Annäherung an eine aktiv-produzierende Bilddidaktik im digitalen Medium, in: Judith Schüle (Hg.), Tagungsband SnAppShots. Smartphones als Kameras (Studien und Materialien zur Visuellen Kultur), Münster, vorauss. 2021. [in Vorbereitung].

Die Ägäis als konstruierter Raum in spätmittelalterlichen Pilgerberichten, in: Anastasia Antonopoulou (Hg.), Ägäis. Literatur – Geschichte – Kunst, Bielefeld 2021, S. 219-241. [im Druck].

Die mittelalterliche Stadt digital erschließen. Der Einsatz von Smartphones in der mediävistischen Schul- und Hochschullehre, in: Mittelalter. Interdisziplinäre Forschung und Rezeptionsgeschichte 2 (2019), S. 193-207. URL: mittelalter.hypotheses.org/22000

Transformation and Continuity in Urban Space. The Smartphone as a Companion to Digital Teaching and Learning Processes in Extracurricular Learning Settings, in: JEMMS 11/2 (2019), S. 30-44.

Im Südwesten Nichts Neues? Textallianzen in historiographischen Sammelhandschriften, in: Pia Eckhart/Marco Tomaszewski (Hg.), Städtisch, urban, kommunal. Perspektiven auf die städtische Geschichtsschreibung des Spätmittelalters und der Frühen Neuzeit (Formen der Erinnerung 69), Göttingen 2019, S. 145-174.

Rezeption, Transformation und Funktionalisierung des Ketzerprozesses gegen Jan Hus in der Überlieferung der Konstanzer Konzilschronik und der Schweizer Chronistik im 15. Jahrhundert, in: Bulletin der Polnischen Historischen Mission, 11 (2016), S. 51-86.

Transformation und Nutzung der Konstanzer Konzilschronik im späten 15. Jahrhundert, in: Mitteilungen der Residenzen-Kommission der Akademie der Wissenschaften zu Köln, N.F.: Stadt und Hof, 4 (2015), S. 69-82.

Wahrnehmung und Deutung des Fremden im spätmittelalterlichen Jerusalempilgerbericht Hans Bernhard von Eptingens, in: Bulletin der Polnischen Historischen Mission, 10 (2015), S. 325-368.

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