Forschung in der Gesundheitspädagogik
Gesundheitskompetenz
Gesundheitskompetenz hat sich zu einem zentralen Begriff in der gesundheitswissenschaftlichen Forschung entwickelt. Diese Entwicklung resultiert insbesondere aus der im Informationszeitalter gestiegenen Bedeutung des informationsverarbeitenden, entscheidenden und aktiv handelnden Menschen in Fragen der Gesundheitsvorsorge und der Gesunderhaltung. Zudem bestimmen chronische Erkrankungen in einer alternden Gesellschaft zunehmend das Erkrankungsspektrum. Gesundheitskompetenz dadurch gekennzeichnet, dass sie es Menschen ermöglichen, ihre eigene Gesundheit und die Gesundheit von Bezugspersonen (z.B. in Partnerschaft und Familien) selbstverantwortlich positiv zu beeinflussen. Die hierfür erforderlichen individuellen Fähigkeiten und Fertigkeiten sowie das erforderliche Wissen werden insbesondere im Verlauf der Entwicklung im familiären und sozialen Umfeld sowie im Umgang mit dem gesundheitlichen Versorgungssystem und mit Gesundheitsinformationen erworben. Wir forschen dazu, welche Merkmale Gesundheitskompetenz konkret im Alltag kennzeichnen, wie diese systematisch erfasst werden können und wie Gesundheitskompetenz gezielt gefördert werden kann, damit Menschen in der Lage sind gute Entscheidungen für Ihre Gesundheit zu treffen. Zu dieser Thematik haben wir mit vielen Expertengruppen im Rahmen einer DFG-Forschungsgruppe zusammengearbeitet.
Weitergehende Informationen:
- Dresch, C., Schulz, A. A. & Wirtz, M.A. (2021). Modellierung und Messung elterlicher Gesundkompetenz im Bereich frühkindlicher Allergieprävention. In: K. Rathmann, K. Dadaczynski, O. Okan & M. Messer. (Hrsg.). Gesundheitskompetenz. Heidelberg: Springer.
- Wirtz, M. A. & Soellner, R. (Hrsg.) (2022). Themenheft Gesundheitskompetenz. Diagnostica, 68(4).
Gesundheitsbezogene Lebensqualität
Gesundheitsbezogenen Lebensqualität ist ein zentraler Indikator zur Erfassung subjektiver Gesundheit und Wohlbefindens in unterschiedlichen Lebenskontexten. Wir beforschen etablierter Lebensqualitätsfragebögen mittels psychometrisch fundierten Analysemethoden, die psychologischen Standards der Merkmalsdiagnostik orientieren. Neben bevölkerungsrepräsentativen Stichproben werden klinisch relevante Populationen wie Patientinnen und Patienten, die and Krebs oder anderen chronischen Erkrankungen leiden untersucht. Die Arbeiten verbinden Ansätze aus Gesundheitspsychologie, Versorgungsevaluation und Public-Health-orientierter Forschung, indem sowohl funktionale als auch psychosoziale Aspekte der Lebensqualität berücksichtigt werden.
Weitergehende Informationen:
- Weis, J., Wirtz, M. A., Tomaszewski, K. A., Hammerlid, E., Arraras, J. I., Conroy, T., Lanceley, A., Schmidt, H., Singer, S., Pinto, M., El-Din, M. A., Compter, I., Holzner, B., Hofmeister, D., Chie, W.-C., Harle, A., Flechtner, H.H. & Bottomley, A. (2019). Sensitivity to change of the EORTC quality of life module measuring cancer related fatigue (EORTC QLQ-FA12): results from the international psychometric validation. Psycho-Oncology. doi: 10.1002/pon.5151
- Wirtz, M. A., Morfeld, M. A., Glaesmer, H. & Brähler, E. (2018). Normierung des SF-12 Version 2.0 zur Messung der gesundheitsbezogenen Lebensqualität in einer deutschen bevölkerungsrepräsentativen Stichprobe. Diagnostica, 64, 215-226. doi: 10.1026/0012-1924/a000205
- Drixler, K., Morfeld, M., Glaesmer, H., Brähler, E. & Wirtz, M.A. (2020). Validierung der Messung gesundheitsbezogener Lebensqualität mittels des Short-Form-Health-Survey-12 (SF-12 Version 2.0) in einer deutschen Normstichprobe. Zeitschrift fur Psychosomatische Medizin und Psychotherapie, 66(3), 272–286. https://doi.org/10.13109/zptm.2020.66.3.272
- Wirtz, M.A., Schulz, A. & Brähler, E. (2021). Confirmatory and bi-factor analysis of the Short Form Health Survey 8 (SF-8) scale structure in a Representative German Sample. Health and Quality of Life Outcomes. 19, 73. doi: 10.1186/s12955-021-01699-8
Psychische Gesundheit von Kindern und Jugendlichen
Die COPSY-Studie untersuchte im Verlauf der COVID-19-Pandemie repräsentativ die Auswirkungen der COVID-19-Pandemie auf die psychische Gesundheit und Lebensqualität von Kindern und Jugendlichen in Deutschland. In Kooperation mit der Studienleitung an der Universität Hamburg haben wir kritische Verläufe und Veränderungen der psychosozialen Gesundheit analysiert. Erheblichen Verschlechterungen zu Beginn der Pandemie erfolgte zwar eine weitestgehende Normalisierung, aber es wurden auch Gruppen identifiziert, die nachhaltige kritsche Verläufe zeigten. Dieser hochwertige Forschungsansatz bietet die Möglichkeit die Gesundhetis von Kindern und Jugendlichen in unterschiedlichen herausfordernden Lebenssituationen gezielt und vergleichend zu untersuchen.
Weitergehende Informationen:
- Kaman, A., Devine, J., Wirtz, M. A., Erhart, M., Boecker, M., Napp, A.-K., Reiß, F., Zöllner, F. & Ravens-Sieberer, U. (2024). Trajectories of mental health in children and adolescents during the COVID-19 pandemic: Findings from the longitudinal COPSY study. European Child & Adolescent Psychiatry, 28(1), 89. doi: 10.1186/s13034-024-00776-2
- Wirtz, M. A., Devine, J., Erhart, M., Reiß, F., Boecker, M., Schulz, A. A., Zöllner, F., Napp, A.-K., Ravens-Sieberer, U., Kaman, A. (2025). Reciprocal impact of child and adolescent mental health and quality of life in the COVID-19 pandemic. Frontiers in Developmental Psychology. doi: 10.3389/fpsyg.2023.1143110
Frauzentrierte Versorgung durch Hebammen
In unseren Projekten untersuchen wir wie eine qualitativ hochwertige, evidenzbasierten und bedarfsgerechten Versorgung von Frauen und Familien in Schwangerschaft, Geburt und früher Elternschaft sichergestellt werden kann. Dabei wird empathische Kommunikation und partizipative Entscheidungsfindungen mit den Schwangeren und deren Partner sowie mit und zwischen den Gesundheitsfachkräften (interprofessionelle Zusammenarbeit) fokussiert. Zudem werden Arbeitsbedingungen, Belastungen und Ressourcen im Hebammenberuf sowie deren Bedeutung für Versorgungsqualität und Berufsverbleib untersucht. Ein weiterer zentraler Aspekt ist die Akademisierung und Professionalisierung des Hebammenberufs, insbesondere die Analyse von Kompetenzmodellen, Curricula und Studienstrukturen. In diesen Projekten arebtien wir insbesondere eng mit der Universität Tübingen zusammen.
Weitergehende Informationen:
- Schulz, A. A. & Wirtz, M. A. (2022). Midwives’ empathy and shared decision making from women’s perspective - sensitivity of an assessment to compare quality of care in prenatal and obstetric care. BMC Pregnancy and Child Birth, 22, 717. doi: 10.1186/S12884-022-05041-Y
- Schulz, A. A. & Wirtz, M. A. (2023). Assessment of interprofessional obstetric and midwifery care from the midwives’ perspective using the Interprofessional Collaboration Scale (ICS). Frontiers in Psychology, 14, 1143110. doi: 10.3389/fpsyg.2023.1143110.
Elterliche Gesundheitsprävention bei Neugeborenen
Die frühkindliche Allergieprävention ist ein zentrales Thema der Gesundheitswissenschaften, da Allergien zu den häufigsten chronischen Erkrankungen im Kindesalter gehören und frühzeitige Interventionen langfristige gesundheitliche Vorteile ermöglichen. Die DFG‑Forschungsgruppe HELICAP (www.helicap.prg) entwickelt darauf aufbauend theoretisch fundierte und empirisch geprüfte Messinstrumente, um das gesundheitsbezogene Wissen sowie Fertigkeiten und Fähigkeiten von Eltern systematisch zu erfassen und zu analysieren. Aufbauend auf einem Strukturmodell des gesundheitskompetenten Präventionsverhaltens entwickeln und evaluieren wir mehrdimensionale Assessmentverfahren, die erfassen, in welchem Maßen Eltern in der Lage sind befähigen, hilfreich Informationen zu finden, zu bewerten, zu verstehen und in wirksamem Präventionsverhalten.
Weitergehende Informationen:
- Schulz, A. A., Dresch, C., Heiberger, A. & Wirtz, M. A. (2022). Use of Item Response Models in Assessing the Health Literacy Facet Understanding Health Information for Early Childhood Allergy Prevention and Prevention of COVID-19 Infections by Pregnant Women and Mothers of Infants. Diagnostica, 68(4), 172–183 219-230. doi: 10.1026/0012-1924/a000298
- Schulz, A. A. & Wirtz, M. A. (2025). Health Literate Access to Information on COVID-19 Infection and Allergy Prevention by parents of infants. European Journal of Health Psychology, 32(2), 70–81. doi: 10.1027/2512-8442/a000172
- Wirtz, M. A., Dresch, C., Heiberger, A. & Schulz, A. A. (2022). Structural Analysis of the Health Literacy Facet Access to Information on General Health, COVID-19 Infection Prevention, and Early Childhood Allergy Prevention in Pregnant Women and Mothers of Infants – Psychometric Characteristics of the Access-items in the European Health Literacy Survey (HLS-EU-Q47). Diagnostica, 68(4), 219-230. doi:10.1026/0012-1924/a000295
Multiprofessionelle Versorgung durch interdisziplinäre Behandelndenteams in Rehabilitationskliniken
Rehabilitationskliniken stehen aufgrund von Personalmangel und anhaltenden systemischen Veränderungen vor zunehmenden Herausforderungen. Um eine hochwertige Rehabilitationsversorgung zu gewährleisten, ist es unerlässlich zu verstehen, wie strukturelle und organisatorische Merkmale mit der Behandlungsqualität (PREMs), den Behandlungsergebnissen und der Patientenzufriedenheit (PROMs) zusammenhängen. Die ORTEO-Studie untersucht Rehabilitationskliniken als komplexe soziale Organisationen aus einer systemischen Perspektive, in dem sie den Zusammenhang zwischen strukturellen und organisatorischen Faktoren auf Klinikebene, insbesondere solchen, die Teams und Mitarbeitenden betreffen, und der Qualität und dem Erfolg von Rehabilitationsbehandlungen evaluiert. Der Analyse basiert auf Daten von ca. 1.700 Mitarbeitenden und ca. 1.000 Patientinnen und Patienten in 30 Rehabilitationskliniken (54 Stationen). Die Ergebnisse werden die Entwicklung Interventionen zur Verbesserung der Teameffektivität und Behandlungsqualität unterstützen. Das Projekt wird in Kooperation mit der Fachhochschule Bern und der Gesellschaft für Qualität im Gesundheitswesen in Karlsruhe durchgeführt.
Weitergehende Informationen:
- Körner, M., Wirtz, M. A., Bengel, J. & Göritz, A. S. (2015). Relationship of organizational culture, teamwork and job satisfaction in interprofessional teams. BMC Health Services Research, 15, 243. doi: 10.1186/s12913-015-0888-y
- Wirtz, M. A. (2019). Die Mehrebenenanalyse als Verfahren zur Analyse rehabilitationswissenschaftlicher Forschungsfragen. Die Rehabilitation, 58, 274-281. doi: 10.1055/s-0043-124334
- Wirtz, M. A. & Farin, E. (2018). Generische und indikationsspezifische Messeigenschaften des IRES-24-Patientenfragebogen: Ein Vergleich der Skalenstruktur bei orthopädischen und neurologischen Rehabilitationspatientinnen und -patienten mittels Differential-Item-Functioning. Diagnostica. doi:10.1026/0012-1924/a000193
Sexuelle Gesundheit
Sexuelle Erfahrungen und Verhaltensweisen gelten im ganzheitlichen biopsychosozialen Gesundheitsmodell der Weltgesundheitsorganisation (WHO) als wesentliche Bestandteile der menschlichen Gesundheit. Dementsprechend ist sexuelle Gesundheit ein Zustand des körperlichen (z. B. reproduktive oder genitale Gesundheit), emotionalen (z. B. Bindung, Lust), mentalen (z. B. Erkundung, Selbstbehauptung) und sozialen (z. B. zwischenmenschliche Intimität, Interaktion und Kommunikation) sexuellen Wohlbefindens. In einem umfassenden Forschungsprojekt analysieren wir die Bedeutung von Persönlichkeitsmerkmalen und des Kohärenzgefühl (d. h. dem Empfinden des eigenen Lebens als sinnvoll, verstehbar und beeinflussbar) für das sexuelle gesundheitliche Wohlbefinden. Zudem gehen wir der Frage nach, welche Merkmalen dem verantwortungsbewussten Handeln beim Eingehen neuer sexueller Kontakte zum Schutz vor sexuelle übertragbaren Krankheiten (insbes. Kondomnutzung) zugrunde liegen.
Weitergehende Informationen:
- von Hinrichs, A. & Wirtz, M.A. (2026). Sense of coherence as moderator of the predictive power of personality variables on sexual satisfaction – a structural equation modeling approach. Frontiers in Psychology.
- von Hinrichs, A. & Wirtz, M.A. (in review). Let’s talk before Sex - Sexual Shame, Pride and Satisfaction as Predictors of Sexual Health Related Communication.
Methodenstandards in den Gesundheitswissenschaften
Wie engagieren uns aktiv in verschiedenen wissenschaftlichen Organisationen (z. B. AG Organisationsbezogene Versorgungsforschung des Deutsches Netzwerk für Versorgungsforschung, Sektion Methoden der Deutschen Gesellschaft für Rehabilitationswissenschaften) um Standards des wissenschaftlichen Arbeitens in der Gesundheitsforschung zu etablieren und weiter zu entwickeln. Hieraus ergeben sich vielfältige Themen für konzeptuelle und empirische Forschungsarbeiten, die der Begründung, Anwendung, kritischen Analyse und Weiterentwicklung von methodischen und statistischen Standards dienen.
Weitergehende Informationen:
- Wirtz, M. A. (2024). Ökonomische Aspekte der Evaluation in der Organisationsbezogenen Versorgungsforschung. In: C. Kurscheid, N. Balke-Karrenbauer & J. Mollenhauer (Hrsg.). Gesundheitsökonomie und Versorgungswissenschaft. Heidelberg: Springer. doi: 10.1007/978-3-662-66798-9_47-1
- Wirtz, M. A., Farin-Glattacker, E. & Koller, M. (2024). Quantitative Datenzugänge und Erhebungsmethoden. In H. Pfaff, E. Neugebauer, N. Ernstmann, M. Härter, F. Hoffmann & G. Glaeske (Hrsg.): Lehrbuch Versorgungsforschung, S. 199-204. Heidelberg: Springer. doi: 10.1007/978-3-658-42863-1_15
- Wirtz, M. A., Bitzer, E.-M., Albert, U.-S., Ansmann, L., Bögel, M., Ernstmann, N., Hollederer, A., Nowak, M., & Vollmar, H.-C. (2019). Methodische Ansätze zur Evaluation und Implementation komplexer Interventionen in Versorgungsorganisationen. Das Gesundheitswesen, 81(03): 82-91. doi: 10.1055/a-0862-0588
Gesundheitsbelastungen in gesundheitlichen Krisenzeiten
Die COVID-19-Pandemie hat die psychologische Forschung nachhaltig geprägt und bildet den Ausgangspunkt unserer Arbeit. Besonders die Veränderungen in Stress, Risiko- und Gesundheitswahrnehmung sowie im Verhalten im Alltag, etwa beim Infektionsschutz und bei solidarischem Handeln, haben uns zu zentralen Forschungsfragen geführt. Auch die Herausforderungen durch Einschränkungen, Schutzmaßnahmen, Informationsflut, Fehlinformationen und Verschwörungstheorien sind Kernbereiche unserer Untersuchung. Psychologische Aspekte, sowohl als Einflussfaktoren auf Verhalten als auch als Folgen der Pandemiebelastungen, standen dabei im Fokus, insbesondere im Hinblick auf mentale Belastung, Resilienz und Lernprozesse. Unser Ziel ist es, zu verstehen, wie Menschen unter diesen außergewöhnlichen Bedingungen handeln und wie Forschung dazu beitragen kann, gesellschaftliche Bewältigungsstrategien zu unterstützen.
Weitergehende Informationen:
- Kaman, A., Ravens-Sieberer, U. & Wirtz, M. A. (2026). Special Issue: Diagnostic developments in the context of the COVID-19 pandemic. Diagnostica, 72.
Einstellungen zu Impfungen
Wir untersuchen, welche psychologischen Einstellungen und Überezugungen beeinflussen, ob Menschen Impfungen positiver oder skeptischer gegenüberstehen. Im Zentrum steht das 7C-Modell der Impfbereitschaft, das sieben Facetten berücksichtigt: Vertrauen in Impfstoffe und Behörden, Wahrnehmung der Notwendigkeit von Impfungen, praktische Barrieren, rationale Abwägung von Risiken und Nutzen, Verantwortungsbewusstsein für andere, Verschwörungsüberzeugungen sowie die Bereitschaft, Empfehlungen umzusetzen. Besonders Verschwörungsüberzeugungen werden vertiefen Impf-Einstellungen betrachtet. Ein Schwerpunkt der Forschung liegt zudem auf der Validierung der 7C-Skala zur Impfbereitschaft Die Ergebnisse tragen dazu bei, Modelle und evidenzbasierte Strategien zu entwickeln, die Impfbereitschaft fördern und die Validität der Einschätzungen von Impfeffekten unterstützen.
Weitergehende Informationen:
- Schulz, A. A. & Wirtz, M. A. (2026). Structural validation of conspiracy beliefs towards newly developed COVID-19 vaccines. Diagnostica, 72.
- Schulz, A. A., Abt, Y., von Oppen, L. & Wirtz, M. A. (2024). Readiness for influenza and COVID-19 vaccination in Germany: a comparative analysis. Frontiers in Psychology – Health Psychology. doi: 10.3389/fpsyg.2024.1437942
Psychische Gesundheit bei Menschen mit Intelligenzminderung
Der von uns entwickelte „Selbstbeurteilungsbogen für Angst und Depression bei Menschen mit geistiger Behinderung“ (SAD‑gB) erfasst Angst und Depression bei Erwachsenen mit geistiger Behinderung konzipiert ist. Das Diagnostikinstrument ist in leichter Sprache und mit einfachem Antwortformat erstellt worden, das Betroffene selbst oder mit minimaler Unterstützung ausfüllen könnenDer Fragebogen wurde gemeinsam mit mehreren hundert Erwachsenen mit geistiger Behinderung getestet, um Verständlichkeit und Aussagekraft zu prüfen und seine psychometrische Qualität sicherzustellen. Mit dem SAD‑gB wird die Erkennung psychischer Belastungen verbessert, die Teilhabe dieser Menschen an angemessener Versorgung gestärkt und frühzeitiges Erkennen von Angst und Depression ermöglicht. Der Fragebogen ist online frei verfügbar sein und wird inzwischen sowohl in der Versorgungspraxis als auch in der Forschung eingesetzt.
Weitergehende Informationen:
- Gabriel, A., Bengel, J., Bräutigam, J., Wirtz, M. & Helmes, A. (2025). Structural Analysis of Indicators of Depression in the German Self-Report Questionnaire for Anxiety and Depression in People with Intellectual Disabilities (SAD-gB). Clinical Psychology & Psychotherapy, 32, e70105