Gemeinsam gegen digitale Gewalt: Sicher im digitalen Hochschulraum
Diese Seite soll zum Thema digitale Gewalt informieren und sensibilisieren. Es werden Präventionsmaßnahmen wie auch Handlungsmöglichkeiten und Anlaufstellen zum Umgang mit Erfahrungen mit digitaler Gewalt aufgezeigt. Damit fördern wir einen diskriminierungssensiblen, sicheren digitalen Hochschulraum.
Digitale Räume an Hochschulen bieten große Vorteile für Kommunikation, Lehre und Forschung und bergen zugleich Risiken. Digitale Gewalt ist oft unsichtbar, stellt jedoch eine zunehmende reale Gefahr dar. Persönliche Angriffe wie etwa Hassrede, Cybermobbing, Verleumdung, unerlaubte Nutzung persönlicher Daten/Bilder werden durch Anonymität, globale Reichweite und dauerhafte Verfügbarkeit begünstigt.
Betroffen sein können alle Hochschulangehörigen. Im Wissenschaftskontext richtet sich digitale Gewalt erfahrungsgemäß darauf, wissenschaftliche Positionen zu delegitimieren und Personen aus dem Diskurs zu drängen. Ziel ist meist, Personen zu verunglimpfen, einzuschüchtern oder bloßzustellen und häufig gehen Erfahrungen von Macht- und Kontrollverlust damit einher. Für Betroffene reichen die Folgen häufig von psychischer und emotionaler Belastung bis zu spürbaren Einschränkungen im akademischen, beruflichen und privaten Alltag.
Formen der digitalen Gewalt
Digitale Gewalt hat vielerlei Erscheinungsformen. Nachfolgend werden einige häufig auftretende Formen kurz vorgestellt.

Hassrede
"(engl. Hatespeech) umfasst Beleidigungen, Herabsetzung, Abwertung, Erniedrigung, Diskriminierung, Verunglimpfung sowie Hass und Hetze gegenüber Menschen oder Menschengruppen durch Kommentare und Äußerungen z.B. in sozialen Netzwerken. Die Täterinnen und Täter sind hierbei oft anonym und kommen nicht aus dem sozialen Umfeld der Betroffenen." (Quelle: bsi.bund.de, 04.12.25)

Bildbasierte Gewalt
"umfasst jene Phänomene, bei denen ohne Einverständnis oder ohne Kenntnis der Betroffenen Fotos oder Videos angefertigt, weiterverbreitet, veröffentlicht, manipuliert oder als Erpressungs- und Drohmittel (...) genutzt werden. Der Inhalt kann, muss aber nicht notwendigerweise intim bzw. sexualisiert sein. Auch das Anfertigen und Verbreiten von gefälschtem Bildmaterial mittels KI gehört zu dieser Gewaltform." (Quelle: bsi.bund.de, 04.12.25)

Doxing
"beschreibt das gezielte Sammeln und Veröffentlichen persönlicher Informationen über Betroffene, wie z.B. Adressen, Geburtsdatum, Finanzdaten, Bilder, Details über Familienangehörige o.ä. Ziel ist das Bündeln und Publizieren dieser Daten, um die betroffene Person bloßzustellen, einzuschüchtern oder ihr zu schaden." (Quelle: bsi.bund.de, 04.12.25)
Weiterführende Informationen zu unterschiedlichen Formen und Ausprägungen digitaler Gewalt:
Digitaler Gewalt begegnen
Netzwerke kontaktieren:
- Holen Sie sich Hilfe bei vertrauten Personen und Meldestellen/Beratungsstellen.
Protokollieren und Beweise sichern:
- Führen Sie bspw. ein Tagebuch zu übergriffigem und gewalttätigem Verhalten (Art, Umfang, Häufigkeit, Zeug*innen) und erstellen Sie Screenshots.
Tipps zum Erstellen rechtssicherer Screenshots von HateAid
Aktiven Selbstschutz betreiben:
- Sie können Ihre Anmeldedaten zu den betroffenen Accounts ändern sowie Täter*innen ggf. melden und blockieren.
Kontaktieren Sie bei Vorfällen im Hochschulkontext das Zentrum für Informations- und Kommunikationstechnologie der PH Freiburg (ZIK): support(at)ph-freiburg.de
Rechtliche & psychologische Beratung aufsuchen (beachten Sie hierzu die Auflistung in der rechten Spalte dieser Webseite):
- Suchen Sie sich psychologische Beratung und Unterstützung.
- Leiten Sie, wenn gewünscht, rechtliche Schritte ein. Nutzen Sie hierbei Ihr vertrautes Netzwerk und Anlaufstellen vor Ort um Unterstützung und Rückhalt zu erhalten.
Beantragung einer Auskunftssperre:
Informationen zur Beantragung einer Auskunftssperre finden Sie beim Bürgeramt Freiburg.
Handlungsleitfaden der Polizei bei digitaler Gewalt
Weitere Informationen zu möglichen Maßnahmen bei den unterschiedlichen Formen digitaler Gewalt sowie Hinweise zu Beratungsangeboten und Meldestellen finden Sie in der Kontakt- und Linksammlung in der rechten Informationsspalte dieser Website.
Schützen Sie Ihre persönlichen Daten:
- Geben Sie möglichst keine privaten Daten, wie bspw. Telefonnummern, im Internet preis.
- Stellen Sie sicher, dass ihre GPS-Daten, Mikrofone und Kameras nur bewusst eingesetzt werden und blockieren Sie den Zugang hierzu bei Apps, die diese nicht benötigen.
Schützen Sie Ihre Social-Media-Accounts:
- Stellen Sie private Accounts auf ‚privat‘.
- Legen Sie für jeden Account sichere, unterschiedliche Passwörter an.
- Verwenden Sie einen zweiten Faktor im Anmeldeverfahren.
Tipps des BSI: Online Account schützen
Empfehlungen der Polizei zum Schutz vor digitaler Gewalt
Schützen Sie Ihre dienstlichen Accounts:
- Verwenden Sie, falls möglich, eine „Zwei-Faktor-Authentifizierung“ (zweistufiges Anmeldeverfahren).
Bitte kontaktieren Sie bei Fragen das ZIK (Zentrum für Informations- und Kommunikationstechnologie der PH Freiburg), um Informationen zur IT-Sicherheit und zum Datenschutz zu erhalten:
support(at)ph-freiburg.de
Kontakt
Stabsstelle Gleichstellung
Vorfälle können Sie vertraulich an uns melden unter:
Zusätzlich haben Sie die Möglichkeit, Erfahrungen mit Diskriminierung oder sexualisierter Belästigung an unserer Hochschule über einen digitalen Meldebogen mitzuteilen. Die Meldung kann auch anonym erfolgen. Sie entscheiden selbst, ob Sie den Fall lediglich melden oder zusätzlich eine Beratung in Anspruch nehmen möchten.
Daten- und Informationssicherheit
Insofern Fragen rund um Ihre Datensicherheit betroffen sind, kontaktieren Sie bitte umgehend den Informationssicherheitsbeauftragten der PH, sodass in Rücksprache mit IT und Datenschutz bei Bedarf schnell gehandelt werden kann.
Weitere Anlauf- und Beratungsstellen
Hochschulinterne Anlaufstellen:
- Zentrum für Informations- und Kommunikationstechnologie (ZIK): technische Datensicherheit wie z.B. dienstliches E-Mail-Konto
- Informationssicherheitsbeauftragter: Leitfaden PH, Informationen Passwort-Sicherheit etc., Schulungsangebot Home Office
- Beratungsnetzwerk Antidiskriminierung & Chancengleichheit: Beratungsangebote bei Diskriminierungserfahrungen
- Datenschutzbeauftragter PH Freiburg: datenschutzrechtlich relevante Fragen
Hochschulexterne Beratungs-, Informations- und Meldestellen:
- Onlinewachen der Polizeien in Deutschland: Strafanzeige erstatten
- scicomm-support: Beratung für Betroffene der Wissenschaft
- Studierendenwerk Freiburg: Psychotherapeutische Beratung für Studierende
- Weisser Ring: Psychosoziale Hilfe für Opfer von Kriminalität und Gewalt
- HateAid: rechtliche Unterstützung und Beratung bei digitaler Gewalt
- hatefree: Juristische Unterstützung bei digitaler Gewalt
- Klicksafe: Erste-Hilfe-App für Betroffene von Cybermobbing
- Service-Center des Bundesamtes für Sicherheit in der Informationstechnik: Fragen rund um IT-Sicherheit
Unterstützungs- und Informationsangebote die sich spezifisch an Frauen wenden:
- Frauenhorizonte: Fachberatungsstelle gegen sexualisierte Gewalt in Freiburg
- Hilfetelefon: bundesweite Beratung und Hilfe für Frauen
- bff - Bundesverband Frauenberatungsstellen und Frauennotrufe: umfassende Informationen zum Thema digitale Gewalt mit Fokus auf Gewalt gegen Frauen
Einige wichtige, oben genannte Stellen, finden Sie auf einen Blick im sog. Cybersicherheits-Lotse des BSI.
Hinweise auf weitere hilfreiche Links und Beratungsstellen im Bereich digitale Sicherheit und Gewalt nehmen wir gerne entgegen.