Praxis

Kern des IMBF-Angebotes ist die Multiplikatorenfortbildung (Fachleiterinnen und Fachleiter, Seminarleiterinnen und Seminarleiter, Konzeptgruppen in der Lehrerfortbildung usw..) zu aktuellen, zentralen Themen für die Weiterentwicklung des Mathematikunterrichts.

Daneben bieten die Mitglieder des IMBF vielfach erprobte Vorträge und Workshops auf Lehrerfortbildungstagen und anderen Veranstaltungen an. Wir unterstützen gerne auch bei Fortbildungen in Lehrerkollegien oder Schulverbünden.

Als Gründungsmitglied des Deutschen Zentrums für Lehrerbildung Mathematik (DZLM) ist das IMBF bundesweit vernetzt. Fortbildungen werden in diesem Rahmen konzipiert, entwickelt und erprobt. Die Fortbildungsforschung hat einen hohen Stellenwert – auch in diesem Feld zeichnet sich das IMBF durch eine hohe Qualität aus.

Leitbild

Das Institut für Mathematische Bildung Freiburg IMBF bietet für Lehrkräfte aller Schulformen sowie Erzieherinnen und Erzieher Fortbildungen zu zentralen Themen des Mathematiklernens an (Auswahl):

  • Diagnose und Förderung
  • Differenzierung
  • Kompetenzorientierung und Unterrichtsentwicklung
  • Methoden im Mathematikunterricht
  • Problemlöser und Modellieren
  • Produktives Üben
  • Neue Medien im Mathematikunterricht
  • Stochastik
  • Frühes Mathematiklernen in Kindergarten und Vorschule

Lernstand 5

Lernstand 5 ist ein förderdiagnostisch orientiertes Verfahren des Landes Baden-Württemberg für die Fächer Deutsch und Mathematik. Zu Beginn der Orientierungsstufe wird der Lernstand von Schülerinnen und Schülern in eng umrissenen Kompetenzen der Bildungsstandards ermittelt, wobei das gesamte Leistungsspektrum heterogener Lerngruppen abgedeckt wird. Offizielle Informationen des Landesinstitutes zur Durchführung:

https://ibbw.kultus-bw.de/,Lde/Startseite/Kompetenzmessung/Lernstand+5

Das IMBF verantwortet die wissenschaftliche Begleitung im Fach Mathematik und stellt weitere Begleitangebote zur Verfügung.

Prof. Dr. Timo Leuders, Dr. Andreas Schulz, Sabine Kowalk

Bundesweit zeigt sich, dass es in allen weiterführenden Schulformen Schüler/innen gibt, die im Bereich der arithmetischen Basiskompetenzen noch Unsicherheiten oder größere Schwierigkeiten haben. Dies wird bei typischen Fehlern wie „1000 – 670 = 430“ oder „1000 : 8 = 800“ offenbar. Erklären lassen sich derartige Schwierigkeiten oftmals über mangelndes Zahl- und Operationsverständnis.

Manche der bisher angebotenen Fördermaßnahmen greifen leider zu kurz: Umfangreiche Übungspakete im schriftlichen Rechnen langweilen die einen und überfordern die anderen – und sie setzen an der falschen Stelle an: Das sichere Rechnen mit vielstelligen Zahlen ist nicht die relevante Kompetenz, auf der der nachfolgende Unterricht aufbaut, sondern das verständige Umgehen mit Zahlen und Größen. Auch kommerzielle Software zur Diagnose und Förderung endet oft im Leerlauf: Da werden Schulbuchaufgaben am Computer bearbeitet, und wer diese Aufgaben nicht versteht bekommt ähnliche Aufgaben zum Üben noch einmal vorgelegt.

Daher konzentriert sich Lernstand 5 darauf, die beiden wichtigsten Bereiche zu erfassen und dort passende Fördermaterialien für verschiedene Lernstände bereitzustellen:

(1) Beim Zahlverständnis geht es darum,

·  flexibel zwischen Zahldarstellungen zu wechseln (u. a. Zahlenstrahl, Stellenwerttafeln, Dezimalschreibweise und Zahlwörter),

·  sicher mit dem Stellenwertsystem umzugehen (z.B. beim Entbündeln von Tausender und Hunderter bei 1000 – 670),

·  Zahlbeziehungen zu erkennen und zu nutzen (z.B. bei 602 – 599 = 2 + 1).

(2) Beim Operationsverständnis, geht es darum Situationen (d.h. Beschreibungen, Handlungen, Bilder, Texte) in passende Rechenoperationen zu übersetzen und umgekehrt zu Operationen passende Situationen zu finden („1000 : 8“ bedeutet z.B. Verteilen auf 8, kann also nicht 800 ergeben)

Es ist klar, dass die Sicherheit im Verständnis der Zahldarstellungen und Rechenoperationen die Voraussetzung für das sinnvolle Weiterlernen ist, u. a. wenn es um die Einführung negativer Zahlen geht (z. B. Abstände am Zahlenstrahl) oder um das Arbeiten mit Brüchen (z. B. Anteile als Zahlzerlegungen, die mit unterschiedlichsten Darstellungen veranschaulicht werden). Oft werden fehlende Lernvoraussetzungen nicht erkannt und die Schüler/innen klammern sich im nachfolgenden Unterricht nur noch an das Auswendiglernen von unverstandenen Verfahren.

Eine spezifische Diagnose der Lernstände in den genannten Bereichen kann offenlegen, auf welcher Stufe jeder einzelne Lernende steht und welchen Förderbedarf er oder sie hat. Die Niveaus wurden auf der Basis von empirischen Studien ermittelt. Eine genauere Beschreibung wirden nach Abschluss der Analysen hier veröffentlicht.

Anders als bei bisherigen Vergleichsarbeiten, bei denen Analyse und Konsequenzen alleinige Aufgabe der einzelnen Fach- und Schul-Kollegien waren, möchte Lernstand 5 hier von Beginn an unterstützend eine Reihe von Förderangeboten unterbreiten. Diese wurden in verschiedenen Projekten entwickelt und intensiv erprobt und können an die jeweilige Schulsituation angepasst werden.

Fördermodell „Angeleitetes Wiedererarbeiten in Kleingruppen“

Bei Lernenden auf den niedrigsten Niveaus eignen sich die Standortbestimmungen der Mathe-sicher-können Materialien (Bausteine N1-N4) mit ausführlichen Beschreibungen typischer Fehler, deren Ursachen und didaktischen Erläuterungen für die fokussierte Förderung.

http://mathe-sicher-koennen.dzlm.de/001

Lernende auf weisen oftmals sehr gravierende Verständnislücken auf, die sich weder im Rahmen eines Klassenunterrichts noch durch selbstständig zu bearbeitende Arbeitsaufträge beheben lassen. Förderung dieser Lernenden sollte deswegen in einer intensiven und materialbasierten Betreuung in Kleingruppen realisiert werden. In einem solchen Lernsetting lassen sich grundlegende Vorstellungen zu Zahlen und Operationen neu erarbeiten.

Lernende auf den Stufen 2 und 3 verfügen bereits über ein grundlegendes Verständnis, das weiter vertieft und ausgebaut werden sollte. Fokussiertes Weiterlernen kann hier sowohl im selbstständigen, individualisierten Unterricht als auch im kooperativen Klassenunterricht realisiert werden. Dazu werden beispielhaft zwei Materialien beschrieben:

Fördermodell „Diagnosegeleitete, individuelle Förderung“:

Hat man die räumlichen und zeitlichen Voraussetzungen für längere individuelle Arbeitsformen, so eignet sich Fördermaterial, welches Lernende bei der Auswahl geeigneter Förderaufgaben durch diagnostische Standortbestimmungen unterstützt. Dies leisten Materialien wie die „Rechenbausteine“.

http://www.cornelsen.de/lehrkraefte/reihe/r-5635/ra-8653/titel/9783060402250

Hier können Lernende anhand von Diagnoseaufgaben erkennen, in welchen Bereichen ihre Schwierigkeiten liegen und erhalten entsprechend Aufgaben zur Wiedererarbeitung von Lücken, zur Wiederholung bei Unsicherheiten oder, wenn sie keine Schwierigkeiten haben, zur Erweiterung, z.B. durch Förderung prozessbezogener Kompetenzen.

Fördermodell „Differenzierendes Wiederholen, Üben und Vertiefen im Klassenunterricht“

Für eine niveauspezifische Förderung von Operationsverständnis im Klassenunterricht eignen sich u.a. die vier frei verfügbaren Fördermodule (s. Hinweis auf die Webseite am Ende des Artikels). Hier geht es um  „Multiplikative Strukturen in Punktefeldern“, „Sachaufgaben mit Skizzen lösen“, „Sprünge am Zahlenstrahl“ und „Strategien in offenen problemorientierten Sachaufgaben“. Jedes Modul ist für etwa eine Doppelstunde ausgelegt, beinhaltet Parallelaufgaben, die auf das diagnostizierte Niveau orientiert sind, und die durch ihre Offenheit, optionale Hilfen und Kooperationsaufträge weitere Chancen zur inneren Differenzierung bieten. Die Module eignen sich aufgrund ihrer Differenzierungsangebote für alle Schularten und wurden in mehreren Durchgängen erprobt und optimiert.

Das IMBF der PH Freiburg bietet im Zusammenhang mit den neu eingeführten Lernstandserhebungen Klasse 5 ein Fortbildungsprojekt an, welche in Kooperation mit interessierten Fachberaterinnen und Fachberatern des Landes durchgeführt wird. Eine Informationsveranstaltung an der PH Freiburg fand bereits statt.

An dieser Stelle können die Begleitmaterialien heruntergeladen werden. Diese sind passwortgeschützt. Bei Rückfragen wenden Sie sich bitte an sabine.kowalk(at)ph-freiburg.de 

Für die offiziellen Begleitmaterialien verweisen wir noch einmal auf die Webseite des Landesinstituts für Schule:

https://ibbw.kultus-bw.de/,Lde/Startseite/Kompetenzmessung/Lernstand+5

Fortbildungsangebote

Das bundesweite Lehrerfortbildungsprojekt T3 (Teachers Teaching with Technology) ist seit Juli 2012 am IMBF der PH Freiburg zu Hause.

In dem Fortbildungsprojekt geht es um

  • die Entwicklung von Lernumgebungen zum Lehren und Lernen von Mathematik mit Neuen Medien
  • das Angebot von Fortbildungen für Lehrkräfte (aller Schulstufen) im Rahmen der Verwendung Neuer Medien im Mathematikunterricht (von landesweit bis schulscharf)
  • die Einbindung von Lehrkräften in Wissens-Netzwerkeeue Wege.

Forschungsprojekte, Ausbildungskonzepte sowie internationale Kooperationen sind weitere Schwerpunkte in diesem Projekt.

Mit dem Projekt math.expert.bw geht das Land Baden-Württemberg (Ministeriums für Kultus, Jugend und Sport, Landesakademie für Fortbildung und Personalentwicklung an Schulen) in Kooperation mit dem IMBF neue Wege. So wird im Projekt math.expert.bw die Qualifikation von Fachberatern Mathematik im Land Baden-Württemberg konzipiert und durchgeführt. 

Das Projekt math.expert.bw umfasst zu Beginn die Konzeption von Qualifizierungsmaßnahmen für die Primarstufe und die Sekundarstufe I (Realschulen). Eine Erweiterung auf andere Schularten ist vorgesehen.

Mit einem Eintrag in den IMBF-Verteiler (hier klicken) werden Sie in unregelmäßigen Abständen zu Mathematik-Fortbildungsveranstaltungen der PH informiert, z.B. zur Herbsttagung "Mathe für alle". Nach Absenden des Formulars und Klick auf den Link in der Bestätigungs-E-Mail sind Sie DSGVO-konform in den Verteiler eingetragen.

Versandtermine: unregelmäßig
Veranstaltungsart: Infos zu Mathematik-Fortbildungsveranstaltungen des IMBF, z.B. zur Herbsttagung "Mathe für alle"
Schulart: alle Schularten

Entwicklungsprojekte

Das von der Joachim Herz Stiftung und Robert Bosch Stiftung geförderte Forschungs- und Entwicklungsprojekt unterstützt die Anschlussfähigkeit von Kindergarten und Grundschule sowie die Entwicklung neuer Kooperationsformen zwischen beiden Institutionen.

https://mathelino.com

Ansprechpartner im Fach Mathematik: Dr. Reinhold Haug

Das von der Gisela und Erwin Sick Stiftung geförderte Entwicklungsprojekt unterstützt den Einsatz von Lehr- und Lernmaterialien im Mathematikunterricht der Grundschule sowie die dazugehörigen Fort- und Weiterbildungen zu fachlichen Grundlagen und mathematischen Hintergründen.

https://mathe-werkstatt.com

Ansprechpartner im Fach Mathematik: Dr. Reinhold Haug