Ein Forschungsprojekt zum Thema

Netzwerke der psychosozialen Versorgung und pädagogischen Förderung bei Autismus-Spektrum-Störungen (ASS) im Schulalter

Kurzbeschreibung

Gegenstand des Forschungsvorhabens ist das Netzwerk der psychosozialen Versorgung und pädagogischen Förderung bei Autismus-Spektrum-Störungen. Durch die Änderung des Schulgesetzes zur Inklusion (VN-BRK, 2008) werden an die Schulen neue Anforderungen an die Förderung von Kindern mit ASS gestellt. Hierbei sind die verschiedenen Akteure im Netzwerk der psychosozialen Versorgung zentrale Kooperationspartner. Eine multiprofessionelle Kooperation leistet zudem einen bedeutsamen Beitrag zur schulischen Inklusion von Kindern mit ASS (z.B. Lütje-Klose & Urban, 2014). Bisher wurde ausschließlich das Netzwerk der psychosozialen Versorgung und pädagogischen Förderung bei hyperkinetischen Störungen (Pfarrherr & Schleider 2014a,b,c) untersucht.

Ziel des aktuellen Forschungsvorhabens ist die Analyse und Evaluation des Netzwerks der psychosozialen Versorgung und pädagogischen Förderung bei Autismus-Spektrum-Störungen, um so Empfehlungen für die Schulen und Netzwerkakteure im Sinne einer „Best Practice“ abzuleiten. Dabei sind die Perspektiven der a) schulinternen Fachkräfte (Lehrkräfte, Beratungslehrkräfte und SchulsozialarbeiterInnen), b) schulexternen Fachkräfte aus den Bereichen Pädagogik, Psychologie und Medizin sowie c) Eltern bzw. Erziehungsberechtigten von Interesse.

Folgende Fragen leiten das Vorhaben: (1) Wie lässt sich das Netzwerk der psychosozialen Versorgung und pädagogischen Förderung bei ASS beschreiben? (2) Welche Akteure a) schulinterne Fachkräfte, b) schulexterne Fachkräfte und c) Eltern bzw. Erziehungsberechtigte sind am o.g. Netzwerk beteiligt? (3) Welche Verweisungswege gibt es? (4) Welche Kooperationshindernisse gibt es? (5) Welche Unterschiede bestehen zwischen den Perspektiven der beteiligten Netzwerkakteure a) schulinterne Fachkräfte, b) schulexterne Fachkräfte und c) Eltern bzw. Erziehungsberechtigte in der Beurteilung des o.g. Netzwerks? (6) Welche Unterschiede bestehen zwischen den untersuchten Netzwerken bei ADHS und ASS?

Das Untersuchungsdesign verfolgt einen Mixed-Methods-Ansatz, in der eine qualitative und quantitative Netzwerkanalyse durchgeführt wird. Als Erhebungsmethoden werden qualitative Experteninterviews sowie ein standardisierter onlinegestützter Fragebogen eingesetzt. Die Stichproben sind entsprechend dem mehrperspektivischen Zugang zusammengesetzt. Im Rahmen der qualitativen Studie wird eine Gesamtstichprobe von 60 ProbandInnen (N=60) angestrebt, für die quantitative Studie ist eine Erhebung des Gesamtnetzwerks geplant. Die Auswertung der qualitativen Daten erfolgt inhaltsanalytisch (Kuckartz, 2016), die quantitativen Daten werden mittels deskriptiver, analytischer und netzwerkanalytischer Verfahren ausgewertet.

Projektbeteiligte

Publikation

Fuchs., M.-L. & Schleider, K. (2019). Akteure im Netzwerk der psychosozialen Versorgung und pädagogischen Förderung bei Autismus-Spektrum-Störungen im Schulalter. Forum Gemeindepsychologie 24 (2).

Projektförderung

Stipendium nach dem Landesgraduiertenförderungsgesetz (LGFG) des Landes Baden-Württemberg (seit Juli 2017)