Forschungsprojekte


Buchprojekt Prof. Dr. Felix Hinz (2022-2023)

Interkulturelles, postkoloniales historisches Lernen

Weitere Informationen zur geplanten Monografie finden Sie hier.


"Früher gab`s nur kalt"

Zur Diagnostik des historischen Denkens und des Geschichtsbewusstseins von Kindern zwischen 4 und 12 Jahren

Dr. Miriam Sénécheau und Dr. Anabelle Thurn (Pädagogische Hochschule Freiburg), Prof. Dr. Eva-Kristina Franz (Universität Trier) & Prof. Dr. Bettina Degner (Pädagogische Hochschule Heidelberg); ehemals Dr. Jessica Kreutz (Goethe-Universität Frankfurt am Main)

Im Zentrum des Projekts „Früher gab’s nur kalt“ steht die Diagnostik des historischen Denkens und des Geschichtsbewusstseins von Kindern. In einem interdisziplinären Team aus Grundschulforschung, Geschichtswissenschaft und Geschichtsdidaktik wurde ein materialbasierter Interviewleitfaden zur Diagnostik kindlicher Vorstellungen zu Steinzeit, Antike und Mittelalter entwickelt und pilotiert. Ziel ist, zunächst in einer Querschnittserhebung herauszuarbeiten, wie sich das Historische Denken und das Geschichtsbewusstsein von Kindern über die verschiedenen Altersstufen hinweg darstellt und welche Hintergrundvariablen damit in Zusammenhang stehen.

Neben historischen Präkonzepten zeigen erste Interviews, dass auch politische und ökonomische Präkonzepte am Rande miterfasst werden und die Interviews als Datengrundlage zur Diagnostik historischer Kompetenzen dienen können.

Bei einem positiven Verlauf der Querschnittsstudie ist eine Erweiterung um einen Längsschnitt angedacht.

Vorträge und Publikationen:

Anabelle Thurn, Miriam Sénécheau, Bettina Degner, Eva-Kristina Franz: Historisches Denken fördern können als Beitrag zur nachhaltigen Bildung. Entwicklung und Pilotierung eines Codiermanuals zum historischen Denken zwischen 4 und 12 Jahren. In: Michael Haider et al. (Hg.): Nachhaltige Bildung in der Grundschule (Jahrbuch Grundschulforschung, 27), Wiesbaden (angenommen).

Anabelle Thurn, Miriam Sénécheau, Bettina Degner, Eva-Kristina Franz: Historisches Denken von Kindern diagnostizieren – Entwicklung und Pilotierung eines materialgestützten Interviewleitfadens. In: GDSU-Journal 14 (angenommen).

Eva-Kristina Franz, Anabelle Thurn, Miriam Sénécheau, Bettina Degner: Historisches Denken von Kindern fördern können – ein wichtiger Beitrag zur nachhaltigen Bildung, Jahrestagung der Kommission Grundschulforschung und Pädagogik der Primarstufe, DGfE, „Nachhaltige Bildung in der Grundschule“, 19-22.09.2022, Universität Regensburg.

Anabelle Thurn: Die römische Republik in der Geschichtskultur: Caesar und Co. im Bewusstsein von Kindern und Jugendlichen, Althistorische Vortragsreihe zur "Römischen Republik", 19.05.2022, Universität Osnabrück.

Eva-Kristina Franz, Anabelle Thurn, Miriam Sénécheau, Bettina Degner: Historisches Denken von Kindern diagnostizieren, 31. GDSU-Jahrestagung, 10.-12.03.2022, Universität zu Köln.

Eva-Kristina Franz, Anabelle Thurn: "Kleopatra war schön, Caesar eher nicht" - Zur Diagnostik kindlicher Antikevorstellungen, Sektionstagung empirische Bildungsforschung, 13.-15.09.2021, Johannes-Gutenberg-Universität Mainz.


Historisches Lernen im bilingualen Sachunterricht

Mit geschichtskulturellen Quellen zum Content and Language Integrated Learning

Dr. Anabelle Thurn (Pädagogische Hochschule Freiburg), Dr. Katja Schwemmer (Pädagogische Hochschule Freiburg)

Der Lebensweltbezug ist nicht nur im historischen Lernen, sondern auch im Content and Language Integrated Learning (CLIL) eines der wichtigsten didaktischen Prinzipien für die Primarstufendidaktik. Bilinguales Lernen erweitert durch die lebensweltliche Integration der Fremdsprache in den Sachunterricht die Kontaktzeit und fördert die Entwicklung einer positiven Einstellung zur Fremdsprache. Altersgemäße geschichtskulturelle Quellen wie Spielfiguren, Kinderbücher und Alltagsgegenstände mit historischem Bezug erzeugen erste Anknüpfungspunkte für das reflektierte Nachdenken über Geschichte in der eigenen Lebenswelt. An dieser Schnittmenge setzt das 2021 begründete, interdisziplinäre Projekt an und setzt sich zum Ziel, ein Geschichts- und Englischdidaktik verbindendes Konzept für die Klassenstufe 3/4 zu entwickeln, zu erproben und auf seine Wirksamkeit zu überprüfen. Dafür werden

  1. konkrete geschichtskulturelle Quellen ausgewählter historischer Epochen zur Verfügung gestellt (beispielsweise das englischsprachige Bilderbuch The Knight and the Dragon oder die Playmobil®-Spielfiguren zum griechischen Götterhimmel und der griechischen Sagenwelt) und
  2. in Unterrichtsvorschlägen zur Förderung der historischen Methoden- und der englischen Sprachkompetenz aufbereitet.
  3. Erworbene Kompetenzen im Unterrichtsversuch werden mit einem teilstandardisierten Fragebogen, der offene und geschlossene Fragen nutzt, begleitend erhoben.

Die individuellen Lernprozesse der Kinder werden zudem im Sprachenportfolio dokumentiert, das eine wertvolle Orientierungshilfe für Lehrkräfte der Sekundarstufe bietet. Zusammenfassend legen wir ein Konzept für eine bilinguale Sachunterrichtsdidaktik vor, das nicht nur den ersten institutionellen Kontakt mit dem historischen Lernen und der Fremdsprache gestaltet, sondern die Schülerinnen und Schüler auch beim Wechsel in die weiterführende Schule begleiten kann.

Vortrag:

Katja Schwemmer, Anabelle Thurn: Historisches Lernen im bilingualen Sachunterricht: Mit geschichtskulturellen Quellen zum Content & Language Integrated Learning, angenommen für 32. GDSU-Jahrestagung, 23.-25.02.2023, Pädagogische Hochschule Salzburg.


Forschungsprojekte Prof. Buck

  1. Geschichte ohne Epochen? Oder: Von der heuristischen Notwendigkeit, fließende Zeit in Begriffe zu fassen. Proposal accepted für die Tagung „Labelling Times: The „Early Modern“ – European Past and Global now. Zeiten bezeichnen. Frühneuzeitliche Epochenbegriffe: europäische Geschichte und globale Gegenwart“. Tagung an der Herzog August Bibliothek in Wolfenbüttel (Wolfenbütteler Arbeitskreis Frühneuzeitforschung), 30.6.-2.7.2021. Leitung: Andreas Mahler und Cornel Zwierlein (Freie Universität Berlin)
  2. Richard Roepell (1808-1893). Ein deutscher „Polenhistoriker“ an der Universität Breslau. Beitrag für die Breslauer wissenschaftliche Serie „Schlesische Gelehrtenrepublik“, Bd. 10: Jubiläumsausgabe (Erscheinungstermin 2022). Leitung: Marek Halub (Universität Breslau)
  3. Akustische Dimensionen des Mittelalters. Das Konzil als Laut-, Klang- und Kommunikationsraum. Proposal accepted für das Themenheft der Zeitschrift „Das Mittelalter“. Thema: Akustische Dimensionen des Mittelalters. Methoden, Begriffe, Perspektiven, hg. von Martin Clauss (TU Chemnitz) und Gesine Mierke (TU Chemnitz). Tagung im Rahmen des DFG-Projekts „Lautsphären des Mittelalters“ vom 20.-22.10.2021 an der HU Berlin unter dem Label „Lautsphären des Mittelalters: Medialität und Intermedialität“ (zusammen mit Christian Jaser)
  4. Roma, Gallia, Germania, Sclavinia. Zur mittelalterlichen Frühgeschichte Polens im europäischen Vergleich. Proposal accepted für die 2. Internationale Tagung „Europäische Kulturbeziehungen im Weimarer Dreieck. Mechanismen und Prozesse des Kulturtranfers“ (Colloque Triangle de Weimar) in Montpellier vom 21.-24.9.2021. Leitung: Andrea Chartier-Bunzel (Montpellier)
  5. Mediävistische Forschung und Unterricht. Zur Neuvermesseung des Mittelalters in Schule und Unterricht (MedFoU). Forschungsprojekt genehmigt von der PH Freiburg, am 16.2.2021. Geplant sind vorerst zwei Workshops. Leitung: Thomas Martin Buck und Meike Hensel-Grobe
  6. Das Zisterzienserinnenkloster Marienau bei Breisach. 1.) Handbuchbeitrag: Bayerische Benediktinerakademie e.V. Historische Sektion. Germania Benedictina, hier der Bd. 13: Zisterzienser- und Zisterzienserinnenklöster in Baden-Württemberg. Leitung: Immo Eberl und Alkuin Schachenmayr. 2.) Das Badische Klosterbuch. Das Zisterzienserinnenkloster Marienau bei Breisach. Handbuchbeitrag. Leitung: Jürgen Dendorfer (Freiburg) und Harald Zimmermann (Karlsruhe)

Antikemythen und -mythisierungen in zeitgenössischen und gegenwärtigen Perspektiven

Dr. Daniel Emmelius (Universität Duisburg-Essen), Ole Johannsen, Dr. Elisabetta Lupi (Leibniz Universität Hannover), Dr. Anabelle Thurn (Pädagogische Hochschule Freiburg)

Zahlreiche Narrative über die Antike unserer und vergangener Zeiten können als Mythen oder Mythisierungen verstanden werden. Einige davon sind bereits in der Antike zum Mythos geworden, andere erst in der Retrospektive, in humanistischer oder auch erst in moderner Zeit. Gegenwärtige Fragestellungen prägen ebenso die geschichtskulturelle Rezeption der Antike wie unweigerlich auch Forschungsinteressen. Vier Perspektiven beleuchten Etappen der Antikerezeption und -forschung im 19., 20. und 21. Jahrhundert.