Dr. Anabelle Thurn

Akademische Rätin

Adresse/Raum
KG 4, 212
 
Telefon +49 761 682-146
E-Mail anabelle.thurn(at)ph-freiburg.de
Sprechstunde im SoSe 2022:
allgemein: Mo. 13-14 Uhr
Studienberatung: Di. 13-14 Uhr

Derzeit finden die Sprechstunde und die Studienberatung telefonisch / via Zoom statt.
Melden Sie sich bitte über ILIAS an (Portfolio A. Thurn / Kurskalender).

Fachstudienberatung Geschichte

Lehrplanung Geschichte

Lehre im Bereich Alte Geschichte und Geschichtsdidaktik

Lehre im SoSe 2022

GES 024 Fachdidaktische und methodische Aspekte des Hauptfachs - exemplarische Vertiefung (Prim BA), 22.&23.04.2022, 22.&23.07.2022

Begleitveranstaltung zum Integrierten Semesterpraktikum im Block.

GES 025 Grundlagen und Forschungsmethoden der Antiken Geschichte Europas: Gaius Julius Caesar zwischen aristokratischer und monarchischer Herrschaft, Di 8-12 Uhr

Das Grundlagenseminar widmet sich einer der bekanntesten Personen der römischen Antike: Gaius Julius Caesar. In der Forschung wurde der Politiker, Feldherr und Autor unterschiedlich beurteilt: Die einen haben ihn verehrt, andere kritisiert. Im Seminar soll Caesar als ein Vertreter unter anderen der spätrepublikanischen Krisenzeit untersucht, sein Handeln im Rahmen der politischen und militärischen Möglichkeiten verstanden werden. Auch die politische Zäsur zwischen römischer Republik und Kaiserzeit kann am Beispiel Caesar nachvollzogen werden. Mit seinem Machtstreben stach er aus der regierenden Senatsaristokratie hervor, auch wenn nicht als erster oder einziger. Zugleich fiel er einem Mordanschlag zum Opfer, der eine Verschiebung der Macht weg von der Aristokratie, hin zu monarchischen Befugnissen verhindern wollte. Mit dem Fokus auf die Person Caesars greift das Seminar einen Zugang zur römischen Antike auf, der nicht nur in unterschiedlichen Bereichen der Geschichtskultur, sondern auch in Schulbüchern noch immer präsent ist. Gemeinsam werden wir diesen im Sinne gegenwärtiger Forschungsperspektiven überwinden.
Das Seminar besteht aus einem inhaltlichen und einem propädeutischen Teil, wobei die Inhalte des Tutoriums speziell auf das Thema des Seminars zugeschnitten sind. Es wird dort die Gelegenheit geboten, die Antike anhand einer systematischen Vorstellung ihrer Hinterlassenschaften kennenzulernen, es wird das Arbeiten mit antiken Quellen und Literatur über die Antike eingeübt und letztlich auf die Anfertigung einer Hausarbeit, die als Prüfungsleistung zum Abschluss des Moduls erwartet wird, vorbereitet.

GES 026 Die Antike in Erklärvideos, Do 8-10 Uhr

Kinder verfügen bereits vor dem ersten Geschichtsunterricht über historisches Wissen. Auch parallel zur institutionellen Wissensvermittlung im Geschichtsunterricht nehmen lebensweltliche Formate Einfluss auf das historische Wissen von Jugendlichen. Kinder und Jugendliche beziehen diese außerschulischen Impulse wissentlich und unwissentlich aus der Geschichtskultur, die sie überall umgibt. Ein Beispiel sind Erklärvideos: Diese sind sowohl in kindgerechten Formaten als auch in Formaten, die alle Altersgruppen ansprechen, jederzeit abrufbar und prägen das historische (Vor)Wissen. Es bilden sich ‚Präkonzepte‘.
Das Seminar macht es sich zur Aufgabe, zu untersuchen, welches Antikeprofil bzw. welche Antikebilder sich aus dem Konsum dieser Objektivation der Geschichtskultur ergeben könnten. Dazu werden die Erklärvideos einerseits fachwissenschaftlich aus der Perspektive der Alten Geschichte, andererseits aus geschichtsdidaktischer Perspektive untersucht. Es werden außerdem ökonomische und gesellschaftspolitische Abhängigkeiten geprüft, die zur Gestaltung dieser Videos geführt haben mögen. Es steht daher die Frage im Mittelpunkt, welche Antike(n) Kindern und Jugendlichen in Erklärvideos begegnen und warum.

GES 027 Antikevorstellungen von Kindern und Jugendlichen zwischen „deep structures (beliefs)“ und „current constructions“, Mo 10-12 Uhr

Was haben Kinder und Jugendliche für Vorstellungen von Geschichte, speziell von der Antike? Woher kommen ihre Vorstellungen? Ab welchem Alter ist eine Fähigkeit gegeben, den Rekonstruktionscharakter von Geschichte zu erkennen und selbst Geschichtsdarstellungen zu dekonstruieren?
In diesem Seminar arbeiten wir gemeinsam an einer Möglichkeit, verschiedene geschichtsdidaktische Kompetenzmodelle empirisch überprüfbar zu machen. Ausgehend von einem Interviewleitfaden, der das antike Rom visualisiert, gehen Sie mit Kindern ins Gespräch und werten anschließend Ihre Interviews aus. Dabei muss unterschieden werden, ob die Proband:innen auf Ihre Fragen mit „current constructions“ antworten, also nicht reproduzierbaren mentalen Konstruktionen, oder mit „deep structures“, die als stabile mentale Konstruktionen zu verstehen sind, antworten.
Das Seminar führt Sie an Grundlagen empirischer Forschung heran und unterzieht die antike Geschichte bzw. ihr geschichtskulturelles Abbild einer mittelbaren Überprüfung.

GES 028 Diagnosegestützte Planung, Durchführung und Reflexion von Unterricht aus Perspektive des Faches (MA Sek), Mo 14:30-16 Uhr

Begleitveranstaltung zum Integrierten Semesterpraktikum.

GES 029 Erhebungsmethoden zum historischen Denken bei Kindern und Jugendlichen, Do 10-12 Uhr

Für die Planung von historischem Sachunterricht ist es eine wichtige Voraussetzung, das historische Denken der Schülerinnen und Schüler diagnostizieren zu können. Das gilt für die Konzeption vorab und ebenso während des Unterrichtsgeschehens ‚in action‘. Die Forschung hält verschiedene Kompetenzmodelle für das historische Denken bereit, die gemeinsame Schnittmengen aber auch Unterschiede aufweisen. In der Praxis ist es mitunter schwierig, sich für eines der Modelle zu entscheiden bzw. sich eine eigene Synopse zurechtzulegen.
Das Seminar setzt daher genau an dieser Stelle an. Gemeinsam erarbeiten wir Vorschläge, wie historische Kompetenzen und Bewusstseinsdimensionen von Kindern diagnostiziert werden können. Mithilfe von leitfadengestützten Interviews werden die Studierenden dann selbst in die Lage versetzt, das historische Denken von Kindern zu erheben und auszuwerten.

Fachwissenschaftlich

Römische Republik
Politische Kommunikation
Geschlechtergeschichte

Fachdidaktisch/geschichtskulturell

Antike in der Geschichtskultur
Diagnostik historischen Denkens im Kindes- und Jugendalter
Schulbuchforschung

seit 04/2021 Akademische Rätin: Fachbereich Geschichte, PH Freiburg

2018-2021 Akademische Mitarbeiterin: Fachbereich Geschichte, PH Freiburg (inkl. Elternzeit)

2018 Zweite Staatsprüfung für das Lehramt an Gymnasien

2016-2018 Studienreferendarin: Staatliches Seminar für Didaktik und Lehrerbildung, Freiburg (inkl. Elternzeit)

2015 Promotion zum Dr. phil., TU Darmstadt

2012-2015 Wissenschaftliche Mitarbeiterin: Fachgebiet Alte Geschichte, TU Darmstadt

seit 2012
Assoziierte Dissertandin / Postdoktorandin: GRK 1767 „Faktuales und fiktionales Erzählen“, Univ. Freiburg

2011-2012 Wissenschaftliche Mitarbeiterin: Seminar für Alte Geschichte, Univ. Freiburg

2011 Wissenschaftliche Mitarbeiterin: DFG FG 875 „Historische Lebenswelten in populären Wissenskulturen der Gegenwart“ (Projekt „Kelten, Römer und Germanen: Konstruktionen antiker Lebenswelten in Kontexten politischer Sinnstiftungen“)

2011 Magister Artium

2010 Erste Wissenschaftliche Staatsprüfung für das Lehramt an Gymnasien

2005-2011 Studentische Hilfskraft: Seminar für Alte Geschichte, Univ. Freiburg und DFG FG 875 „Historische Lebenswelten in populären Wissenskulturen der Gegenwart“ (Projekt „Populäre Konstruktionen antiker Lebenswelten im Lichte von Europäisierungs- und Globalisierungsprozessen“)

2005-2010/11 Magisterstudium: Alte Geschichte und Lateinische Philologie, Lehramtsstudium: Geschichte und Latein, Univ. Freiburg und Basel

Vorträge

Historisches Denken von Kindern fördern können – ein wichtiger Beitrag zur nachhaltigen Bildung, zusammen mit Eva-Kristina Franz, Miriam Sénécheau, Bettina Degner (angenommen für DGfE-Jahrestagung „Nachhaltige Bildung in der Grundschule“, 19-22.09.2022, Universität Regensburg)

Die sekundäre Antike. Konstruktionen und Funktionen von Bildern Roms in der Gegenwart (angekündigt im Rahmen des Gedenkcolloquiums für Prof. Dr. Elke Hartmann, 01.07.2022, TU Darmstadt)

Die römische Republik in der Geschichtskultur: Caesar und Co. im Bewusstsein von Kindern und Jugendlichen (Althistorische Vortragsreihe zur "Römischen Republik", 19.05.2022, Universität Osnabrück)

Historisches Denken von Kindern diagnostizieren, zusammen mit Eva-Kristina Franz, Miriam Sénécheau, Bettina Degner (31. GDSU-Jahrestagung, 10.-12.03.2022, Universität zu Köln)

"Kleopatra war schön, Caesar eher nicht" - Zur Diagnostik kindlicher Antikevorstellungen, zusammen mit Eva-Kristina Franz (Sektionstagung empirische Bildungsforschung, 13.-15.09.2021, Johannes-Gutenberg-Universität Mainz)

Playing with Caesar and Cleopatra. Effects of anticising play acts on historical consciousness? (Imagines VII - Playful Classics, 05.03.-06.03.2021, Georg-August-Universität Göttingen)

luxuria als Argument der Diffamierung im antiken Rom (Luxus nur Protz und Prunk? Zur Globalgeschichte des Luxus von der Antike bis zur Gegenwart, 13.-15.02.2020, Leibniz Universität Hannover)

Zwischen Ding und Deutung. Materielle Kulturen der Antike im Visuellen Zeitalter (Visuelle Medienkultur. Zugänge zur Digitalität im Geschichtsunterricht, 06.07.2019, Universität Konstanz)

Über ‚Hausfrauen‘ und ‚Kernfamilien‘ – Suggestive ‚Bild-Narrative‘ in Schulbuchdarstellungen zur Sozialgeschichte des antiken Rom („Ich sehe was, was du nicht siehst!“ Workshop Visual History und Geschichtsunterricht, 19.12.2015, Staatliches Seminar für Didaktik und Lehrerbildung Freiburg)

animum improbare. Rufmord in der späten römischen Republik (Althistorisches Colloquium, 08.01.2014, HU Berlin)

Zur kommunikativen Funktion der Briefe Ciceros. Eine diskursanalytische Betrachtung (Forschungskolloquium zur Alten Geschichte, 12.02.2013, TU Darmstadt)

tum grave servitium nostrae cogere puellae discere … Zu Entwicklung oder Kontinuität eines ‚unrömischen Männerbildes‘ in Republik und Kaiserzeit (Die Bedeutung des Faktors Geschlecht im soziopolitischen Raum der römischen Kaiserzeit, 20.-21.07.2012, TU Darmstadt)

Römische Hausfrauen und Geschäftsmänner? Geschlecht in deutschen und türkischen Schulbuchdarstellungen der antiken Welt, zusammen mit Jasmin Meier (Gender und Geschichte in populären Medien, 01.-03.12.2011, Albert-Ludwigs-Universität Freiburg)


Tagungen

„Darmstädter Diskussionen. 6. Interdisziplinäres Doktorandenkolloquium zu antiken Kulturen“, Nachwuchskonferenz des Fachgebiets für Klassische Archäologie und des Fachgebiets für Alte Geschichte der Technischen Universität Darmstadt (10.‒13.09.2014)

„Moral als Kapital in antiken Gesellschaften. Altertumswissenschaftliche Tagung“, interdisziplinäre Tagung des Fachgebiets Alte Geschichte der Technischen Universität Darmstadt (09.‒11.04.2014)

„Darmstädter Diskussionen. 5. Interdisziplinäres Doktorandenkolloquium zu antiken Kulturen“, Nachwuchskonferenz des Fachgebiets für Klassische Archäologie und des Fachgebiets für Alte Geschichte der Technischen Universität Darmstadt (11.–14.09.2013)

„Darmstädter Diskussionen. 4. Interdisziplinäres Doktorandenkolloquium zu antiken Kulturen“, Nachwuchskonferenz des Fachgebiets für Klassische Archäologie und des Fachgebiets für Alte Geschichte der Technischen Universität Darmstadt (12.–15.09.2012)

„Populäre Geschichte und medialer Wandel zwischen Fortschrittsoptimismus und Kulturpessimismus“, Nachwuchskonferenz der DFG Forschergruppe 875 „Historische Lebenswelten in populären Wissenskulturen der Gegenwart“ (22.–24.06.2012)

Monographie

Rufmord in der späten römischen Republik. Charakterbezogene Diffamierungsstrategien in Ciceros Reden und Briefen (Philologus Supplemente, 11), Berlin/Boston 2018.
Rezensionen: Sehepunkte (Fabian Knopf), Bryn Mawr Classical Review (Anthony Corbeill), FeRA (
Krešimir Matijević), GWU (Uwe Walter), Klio (Dennis Pausch)

Herausgeberschaft

Moral als Kapital im antiken Athen und Rom, hrsg. zus. mit Elke Hartmann / Sven Page, Stuttgart 2018.
Rezension: Gnomon (J.E. Lendon)

Beiträge

Luxus in der politischen Debatte des antiken Rom, in: Elisabetta Lupi / Jonathan Voges (Hrsg.): Luxus - nur Protz und Prunk? Perspektiven aus der Luxus-Forschung, (erscheint Stuttgart 2022), S. 179-196.

Improbare animum adversari. Invektivisches in Ciceros Reden und Briefen, in: Thomas Späth (Hrsg.): Gesellschaft im Brief Lire la société dans la lettre. Ciceros Korrespondenz und die Sozialgeschichte La Correspondance de Cicéron et l'histoire sociale (Collegium Beatus Rhenanus, 9), Stuttgart 2021, S. 223-250.

Geschichte als moralisches Lehrstück, in: Felix Hinz / Andreas Körber (Hrsg.): Geschichtskultur – Public History – Angewandte Geschichte. Geschichte lernen und Gesellschaft, Göttingen 2020, S. 437-460.

Admets Kampf um die Ehre. Gastfreundschaft in der Alkestis des Euripides, in: Elke Hartmann / Sven Page / Anabelle Thurn (Hrsg.): Moral als Kapital im antiken Athen und Rom, Stuttgart 2018, S. 199-211.

'Römische Haus-Frauen und Geschäfts-Männer?' Gender in deutschen und türkischen Schulbuchdarstellungen zum antiken Rom, in: Elisabeth Cheauré / Sylvia Paletschek / Nina Reusch (Hrsg.): Geschlecht und Geschichte in populären Medien (Historische Lebenswelten in populären Wissenskulturen, 9), Bielefeld 2013, S. 59-82, zus. mit Jasmin Meier.

Unterrichtspraktische Beiträge

Playmobile Antiken. Kleopatradarstellungen im Spielzeug untersuchen, erscheint in: Praxis Geschichte 2022.3, S. 52f., zus. mit Florian Hellberg.

Rezensionen

Bur, Clement: La citoyenneté dégradée. Une histoire de l’infamie à Rome (312 av. J.-C. – 96 apr. J.-C.), Rom 2018, in: Klio 103.2 (2021), S. 784-788.

Schiff, Stacy: Kleopatra. Ein Leben, München 2013, in: Das Historisch-Politische Buch 62.3 (2014), S. 239-240.

Tagungsbericht

Antike Geschichte, Archäologie, Öffentlichkeit – für einen neuen Dialog zwischen Medien und Wissenschaft 26.11.2009–28.11.2009, Berlin, in: H-Soz-Kult, 13.01.2010.

 

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