Ein Forschungsprojekt zum Thema

Die Entwicklung des (natur)wissenschaftlichen Verständnisses und des kritischen Denkens

Kurzbeschreibung

In einer Welt voller Informationen, Behauptungen und widersprüchlicher Erklärungen ist die Fähigkeit, Perspektiven einzunehmen, Evidenz zu beurteilen und zwischen Wissen, Vermutung und Erklärung zu unterscheiden, eine zentrale Voraussetzung für reflektiertes Denken.

Genau darum geht es beim wissenschaftlichen Denken – Scientific Reasoning. Wissenschaftliches Denken geht über das Lernen naturwissenschaftlicher Inhalte hinaus: Es bedeutet Informationen und Behauptungen kritisch zu prüfen, Evidenz einzuschätzen, Erklärungen abzuwägen und Unsicherheit zu erkennen, um zu fundierten Einschätzungen über die Welt zu gelangen.

Das Projekt Science-P (primary school) ist ein groß angelegtes Forschungsprojekt zur Entwicklung des wissenschaftlichen und kritischen Denkens, speziell der (natur-)wissenschaftlichen Kompetenz in der Grundschule. Wir entwickelten zusammen mit unseren Kollegen aus München, Münster, Frankfurt und Hamburg ein Kompetenzmodell der naturwissenschaftlichen Kompetenz im Grundschulalter, dessen Gültigkeit wir in verschiedenen Studien mit über 5000 Kindern untersuchten. Ein weiterer Schwerpunkt liegt in der Erforschung der Beziehung zwischen naturwissenschaftlichem Wissen und wissenschaftlichem Denken sowie den Einflüssen von Schule und Eltern auf diese Entwicklung.

Mit dem Projekt Science-S (secondary school) untersuchen wir in Quer- und Längsschnittstudien den wichtigen Übergang zwischen der Grundschule und der Sekundarstufe in der Entwicklung der naturwissenschaftlichen Kompetenz. Unsere Forschung fokussiert auf die weitere Entwicklung des wissenschaftlichen Denkens in Beziehung zum naturwissenschaftlichen Wissen, ebenso wie auf individuelle Unterschiede und Faktoren, die mit dieser Entwicklung zusammenhängen.

Vorläuferfähigkeiten und frühe Basiskompetenzen des wissenschaftlichen Denkens untersuchen wir im Projekt Science-K (kindergarten), in dem wir einen Schwerpunkt auf die Struktur dieses Konstrukts legen und die Beziehung zwischen wissenschaftlichem Denken, frühen naturwissenschaftlichen Fähigkeiten, Sprachverständnis und motivationalen Einflüssen untersuchen.

Auswahl an relevanten Publikationen

  • Osterhaus, C., & Koerber, S. (2023). The complex associations between scientific reasoning and advanced theory of mind. Child Development, 94(1), e18-e42.   https://doi.org/10.1111/cdev.13860
  • Koerber, S., & Osterhaus, C. (2021). Science competencies in kindergarten: A prospective study in the last year of kindergarten. Unterrichtswissenschaft,  49(1), 117-136, - https://doi.org//10.1007/s42010-020-00093-5
  • Koerber, S., & Osterhaus, C. (2019). Individual differences in early scientific thinking: assessment, cognitive influences, and their relevance for science learning. Journal of Cognition and Development, 20.https://doi.org/10.1080/15248372.2019.1620232
  • Koerber, S., Mayer, D., Osterhaus, C., Schwippert, K., & Sodian, B. (2015). The development of scientific thinking in elementary school: A comprehensive inventory. Child Development, 86, 327-336. doi:10.1111/cdev.12298

Projektteam

Projektleitung

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