Nachhaltige Transformation und innovative Lernarchitekturen im Krankenhaus. Impulse aus den Projekten LeKoK und NapiK

30. September – 01. Oktober 2026 | Pädagogische Hochschule Freiburg

Krankenhäuser stehen vor tiefgreifenden Herausforderungen: Fachkräftemangel, steigende Versorgungsanforderungen, ökonomischer Druck und gleichzeitig der Auftrag nachhaltige Entwicklung ernsthaft umzusetzen. Um diesen Wandel gestalten zu können, braucht es neue Formen des Lernens und der Kompetenzentwicklung – direkt im Arbeitsalltag, multiprofessionell, praxisnah und anschlussfähig an Organisationsentwicklung.

Die zweitägige Tagung „Nachhaltige Transformation und innovative Lernarchitekturen im Krankenhaus“ greift diese Fragen auf und stellt Ergebnisse sowie Perspektiven aus den Projekten LeKoK und NapiK vor. Gemeinsam mit Praxispartnern aus dem Ortenau Klinikum und dem Städtischen Klinikum Karlsruhe werden Ansätze vorgestellt, wie Lern- und Entwicklungsprozesse im Krankenhaus nachhaltig gestaltet und in die Strukturen der Organisation integriert werden können.

Neben wissenschaftlichen Impulsen liegt ein besonderer Schwerpunkt auf dem Transfer: Welche Formate haben sich bewährt? Welche Tools unterstützen Teams im Alltag? Und wie können andere Krankenhäuser von den Erfahrungen profitieren?

Ziele der Tagung

Die Tagung verfolgt das Ziel, Impulse für eine zukunftsfähige Krankenhausentwicklung zu geben und Praxis, Wissenschaft und Bildung miteinander ins Gespräch zu bringen.

Die Tagung bietet Raum für:

  • Einblicke in innovative Lern- und Kompetenzarchitekturen im Krankenhaus
  • Diskussionen zur Verbindung von Personal- und Organisationsentwicklung
  • konkrete Praxisbeispiele und Erfahrungsberichte aus Kliniken
  • Austausch zu Transfermöglichkeiten in andere Regionen und Einrichtungen
  • neue Perspektiven auf nachhaltige Entwicklung in der Pflege und Gesundheitsversorgung

Die Tagung richtet sich an:

  • Mitarbeitende aus Krankenhäusern und Gesundheitseinrichtungen
  • Pflegepädagog:innen und Akteur:innen der Pflegebildung
  • Praxisanleitende und Koordinator:innen praktischer Ausbildung
  • Personalentwickler:innen und Organisationsentwickler:innen
  • Klinikleitungen, Bereichsleitungen und Steuerungsgruppen
  • Betriebsräte und Interessenvertretungen
  • Wissenschaftler:innen und Studierende mit Schwerpunkt Berufs- und Pflegepädagogik

LeKoK – Lern- und Kompetenzarchitekturen im Krankenhaus

Das Projekt LeKoK (11/2023–10/2026) entwickelt eine agile, digital gestützte und partizipative Lern- und Kompetenzarchitektur im Krankenhaus. Ziel ist es, multiprofessionelles, arbeitsintegriertes und digital unterstütztes Lernen systematisch zu verankern und dadurch sowohl Personalentwicklung als auch Organisationsentwicklung nachhaltig zu stärken.

Gemeinsam mit dem Ortenau Klinikum erarbeitet die Pädagogische Hochschule Freiburg ein prototypisches Konzept, das Mitarbeitende aktiv in Kompetenzentwicklungsprozesse einbindet. Ein besonderer Fokus liegt dabei auf der Übertragbarkeit: Die Ergebnisse werden so aufbereitet, dass sie auch in anderen Krankenhäusern adaptiert und implementiert werden können.

 

NapiK – Nachhaltig pflegen im Krankenhaus

Das Projekt NapiK (06/2024–05/2027) verbindet die drei Dimensionen nachhaltiger Entwicklung – soziale, ökonomische und ökologische Nachhaltigkeit – mit den erweiterten Handlungsfeldern beruflicher Pflege. Durch Lern- und Experimentierräume werden Pflegekräfte befähigt, Nachhaltigkeitsprinzipien in ihre tägliche Arbeit zu integrieren und so Versorgungsqualität sowie Fachkräftesicherung langfristig zu stärken.

Zusammen mit dem Städtischen Klinikum Karlsruhe und dem Deutschen Krankenhausinstitut (DKI) entwickelt die Pädagogische Hochschule Freiburg praxisnahe Konzepte, die beispielhaft zeigen, wie nachhaltige Entwicklung im Krankenhaus gestaltet werden kann. Die entstehenden Best-Practice-Ansätze werden in Transferkonzepte überführt, um eine regionale wie überregionale Nutzung durch weitere Einrichtungen zu ermöglichen.

 

Projektpartner sind:

Programm-Highlights

Die Tagung verbindet wissenschaftliche Vorträge mit praxisorientierten Austauschformaten.

Highlights sind unter anderem:

  • Impulse zum Lernen im Prozess der Arbeit (Prof. Dr. Peter Dehnbostel, TU Dortmund)
  • Praxisberichte aus den Projekten mit Projektlots:innen aus dem Ortenau Klinikum und dem Städtischen Klinikum Karlsruhe
  • eine Speaker Corner mit kompakten Praxisimpulsen zu Lernwerkstätten, Hackathon-Methoden, digitalen Lernformaten und Nachhaltigkeitstools
  • ein Vortrag zur Kompetenzentwicklung in Pflegeberufen im Spannungsfeld institutioneller Rahmenbedingungen (Prof. Dr. Martina Hasseler, Ostfalia Hochschule)
  • Diskussionen zur Frage, wie Transfer und Verstetigung gelingen können

  

Tagungsprogramm

Eine detailliertes Programm zur Tagung finden Sie hier.

  

Abendprogramm 

Stehempfang & Kabarett mit Bernd Gieseking

Der erste Tag endet mit einem gemeinsamen Stehempfang und einem besonderen Abendprogramm: Bernd Gieseking, Spiegel-Bestsellerautor und Kabarettist, präsentiert sein Programm „Seepferdchen mit 60“.

Mit feinem Humor erzählt er vom Älterwerden, vom Wunsch nach Aufstieg und vom Mut, sich auf neue Herausforderungen einzulassen. Ein Abend über Veränderung, Lernprozesse und persönliche Entwicklung – und damit ein stimmiger Abschluss eines Tages, an dem es um Transformation, Lernen und Zukunftsfragen im Krankenhaus geht.

Im Rahmen unserer Fachtagung „Nachhaltige Transformation und innovative Lernarchitekturen im Krankenhaus“ am 30. September und 1. Oktober 2026 an der Pädagogischen Hochschule Freiburg haben unsere Referent:innen vielfältige Perspektiven auf Lernen, Kompetenzentwicklung, Organisationsentwicklung und nachhaltige Transformation im Gesundheitswesen eröffnet.

Auf dieser Seite stellen wir Ihnen – mit freundlicher Genehmigung der Referent:innen – ausgewählte Präsentationen, Plakate und weitere Materialien der Tagung zur Verfügung. Sie laden dazu ein, zentrale Impulse der Tagung noch einmal aufzugreifen, weiterzudenken und für die eigene Praxis zu nutzen. 

Wir wünschen Ihnen viel Freude beim Nachlesen und Weiterdenken!

LeKoK & NapiK im Überblick: Ziele, Ansatz und zentrale Meilensteine

In ihrem Beitrag stellte Prof. Dr. Stefanie Hiestand die beiden Projekte LeKoK – Lern- und Kompetenzarchitektur Krankenhaus und NapiK – Nachhaltig pflegen im Krankenhaus vor und ordnete deren Ziele, Ansätze und zentrale Meilensteine ein. Im Mittelpunkt von LeKoK steht die Entwicklung eines partizipativen und multiprofessionellen Modells der Kompetenzentwicklung im Krankenhaus. NapiK richtet den Blick auf die Entwicklung nachhaltiger und zukunftsfähiger Strukturen, Prozesse und Routinen im Krankenhaus und auf die zentrale Gestaltungsrolle der Pflege. Der Beitrag verdeutlicht damit zugleich die inhaltliche Verbindung beider Projekte: Transformation im Krankenhaus wird als gemeinsamer Lern-, Entwicklungs- und Gestaltungsprozess verstanden. Die Präsentation finden Sie hier.

Lernen im Prozess der Arbeit – Lernen, Kompetenzentwicklung und betriebliche Bildung gestalten

In seiner Keynote rückte Prof. Dr. Peter Dehnbostel das Lernen im Prozess der Arbeit in den Mittelpunkt. Er zeigte auf, wie arbeitsintegriertes Lernen, subjektbezogene Kompetenzentwicklung und betriebliche Bildungsarbeit zusammengedacht werden können und welche Bedeutung ihnen angesichts der digitalen Transformation zukommt. Ein besonderer Fokus lag dabei auf der lern- und kompetenzförderlichen Gestaltung von Arbeit sowie auf der Frage, wie betriebliche Bildungsarbeit mit Personal- und Organisationsentwicklung verbunden werden kann. Die Präsentation finden Sie hier.

Was Teams wirklich brauchen: Bedarfsanalysen als Grundstein für Kompetenz- und Organisationsentwicklung

Ute Mayer-Altenhofen (Städtisches Klinikum Karlsruhe), Teona Frühn und Kornelia Jenne (Ortenau Klinikum) sowie Sophie Kaiser und Jennifer Dittrich (PH Freiburg) gaben in ihrem gemeinsamen Beitrag Einblicke in die partizipativen Bedarfsanalysen der Projekte LeKoK und NapiK. Im Mittelpunkt stand die Frage, wie Bedarfe unmittelbar aus dem Arbeitsalltag der Teams heraus sichtbar gemacht und für Kompetenz- und Organisationsentwicklung genutzt werden können. Anhand konkreter Erfahrungen aus den Projekten wurde deutlich, dass Bedarfsanalysen nicht nur individuelle Lernbedarfe erfassen, sondern auch Herausforderungen in der Zusammenarbeit, in Abläufen und organisationalen Rahmenbedingungen sichtbar machen. Eine zentrale Botschaft: Transformation beginnt im Alltag – und gelingt insbesondere dann, wenn Beschäftigte zu aktiv Beteiligten und Mitgestaltenden werden. Dabei sind geschützte Reflexionsräume, Zeitressourcen und der Anschluss der Ergebnisse an tatsächliche Entscheidungsprozesse entscheidend. Die Präsentation finden Sie hier.

Speaker Corner

Arbeitsalltag neu denken: Experimentierräume als Labor nachhaltiger Entwicklung im Krankenhaus

Hanna Nazet und Regina Kuhn (Städtisches Klinikum Karlsruhe) sowie Franziska Wegemann (PH Freiburg) zeigten am Beispiel eines Experimentierraums, wie Veränderungsprozesse direkt im Arbeitsalltag angestoßen und gemeinsam mit den Beschäftigten gestaltet werden können. Experimentierräume bieten Teams die Möglichkeit, eigene Lösungen unter realen Bedingungen zu erproben, Erfahrungen gemeinsam zu reflektieren und ihr Vorgehen schrittweise weiterzuentwickeln. Am Beispiel der Entwicklung eines Demenzkonzepts wurde sichtbar, wie aus konkreten Herausforderungen im Stationsalltag neue Lösungsansätze entstehen können – von baulichen Veränderungen und Beschäftigungsmöglichkeiten über die Qualifizierung von Demenz-Expert:innen bis hin zu einer verbesserten Wissensweitergabe und Vernetzung. Ziel ist es, die Handlungssicherheit der Mitarbeitenden zu stärken und nachhaltige Veränderungen im Team zu verankern. Zentrale Idee: Veränderung wird nicht für die Praxis entwickelt, sondern gemeinsam mit den Beschäftigten im Arbeitsalltag erprobt, reflektiert und weiterentwickelt. Das Plakat finden Sie hier.

Zielkonflikte spielend lösen: Ein Nachhaltigkeitsspiel für die Praxisanleitung in der Pflegeausbildung

Stefanie Hellenthal und Markus Stephan (Städtisches Klinikum Karlsruhe) sowie Jennifer Dittrich (PH Freiburg) stellten mit CAREful Choices ein im Projekt NapiK entwickeltes Nachhaltigkeitsspiel für die Pflegeausbildung vor. Im Mittelpunkt stehen typische Zielkonflikte des Pflegealltags zwischen Patient:innenbedürfnissen, organisationalen Anforderungen und begrenzten Ressourcen. In einer gemeinsam zu bewältigenden Schicht treffen die Spielenden fachliche Entscheidungen, setzen Ressourcen ein und handeln unterschiedliche Perspektiven und Dilemmata aus. Nachhaltigkeit wird dabei bewusst weiter gefasst: Neben ökologischen Fragen werden auch soziale Verantwortung, Zusammenarbeit, vorausschauende Organisation und Selbstfürsorge im Team aufgegriffen. Das Spiel ist in ein Workshopformat eingebettet, in dem auf die Spielphase eine strukturierte Reflexion und der Transfer in den Stationsalltag folgen. Zentrale Idee: Zielkonflikte nachhaltigen Handelns lassen sich nicht immer eindeutig „lösen“ – sie müssen wahrgenommen, gemeinsam ausgehandelt, begründet und reflektiert werden. Das Plakat finden Sie hier.

Vom Problem zur Lernarchitektur: Lernwerkstätten als Motor betrieblicher Kompetenzentwicklung

Erna Furtwängler und Friederike Keifel (Ortenau Klinikum) sowie Wolfram Gießler und Nadine Nothstein (PH Freiburg) stellten die im Projekt LeKoK entwickelten Lernwerkstätten als arbeitsnahes Format der Kompetenzentwicklung vor. Ausgangspunkt sind dabei nicht vorab festgelegte Lerninhalte, sondern die konkreten Bedarfe und Herausforderungen der Teams, die unter anderem in den Teambedarfsanalysen sichtbar werden. Im Zentrum steht eine projektbezogen angepasste kollegiale Beratung mit „360°-Blick“: Herausforderungen aus der Praxis werden aus unterschiedlichen Perspektiven betrachtet, gemeinsam reflektiert und in konkrete Lern- und Handlungsschritte übersetzt. Die Lernwerkstatt verbindet damit individuelle Kompetenzentwicklung, gemeinsames Lernen und organisationale Veränderungsprozesse. Perspektivisch soll aus dem Format eine Community of Practice und damit ein nachhaltiges Netzwerk für Lernen und Entwicklung im Krankenhaus entstehen. Zentrale Idee: Aus konkreten Problemen des Arbeitsalltags werden gemeinsame Lernanlässe – und aus Lernen entstehen Impulse für die Weiterentwicklung von Teams und Organisation. Das Plakat finden Sie hier.

Ideen zünden, Lernen gestalten: Hackathon-Methoden und digitale Lernformate für die Pflegepraxis

Lena Gresens und Julia Krämer (Ortenau Klinikum) sowie Lars Arendt und Matthias Windeisen (PH Freiburg) zeigten, wie aus konkreten Herausforderungen des Arbeitsalltags passgenaue digitale Lernangebote entstehen können. Ausgangspunkt sind die Bedarfe der Beschäftigten, die systematisch aufgegriffen und zur Aufgabenstellung für die Hackathons werden. Die Hackathons dienen dabei zugleich als Produktions-, Lern- und Austauschraum: Die Teilnehmenden entwickeln gemeinsam digitale Lernpfade und Materialien wie Kurzvideos, Podcasts oder Texte und erweitern dabei selbst ihre Kompetenzen im selbstgesteuerten und digitalen Lernen. Unterstützt werden sie durch die Plattform eDoer, die das Erstellen, Veröffentlichen und Teilen der Lernangebote ermöglicht. So entsteht ein wechselseitiger Entwicklungsprozess, der Selbstwirksamkeit, Zusammenarbeit und eine positive Lernkultur stärkt und Beschäftigte aktiv an Veränderungsprozessen beteiligt. Zentrale Idee: Beschäftigte werden von Lernenden zu Mitgestaltenden – sie entwickeln aus realen Praxisproblemen selbst die digitalen Lernangebote, die sie und ihre Teams benötigen. Das Plakat finden Sie hier.

Impressionen

In Kürze finden Sie hier Fotos von der Tagung.

Ansprechpersonen zur Tagung

Sekretariat Institut für Berufs- und Wirtschaftspädagogik |Akademischer Mitarbeiter

Jens Alber

Adresse/Raum
Bibliotheksgebäude, 310
 
Telefon +49 761 682-908
E-Mail jens.alber(at)ph-freiburg.de

M. A. Jennifer Dittrich

Adresse/Raum
KA, 213
 
E-Mail jennifer.dittrich(at)ph-freiburg.de

Akademischer Mitarbeiter

BBA Wolfram Gießler

Adresse/Raum
KA, 213
 
E-Mail wolfram.giessler(at)ph-freiburg.de

Institutsdirektorin; Professur für Pflege- und Gesundheitswissenschaften und ihre Didaktiken

Prof. Dr. Stefanie Hiestand

Adresse/Raum
KA, 201
 
Telefon +49 761 682-760
E-Mail stefanie.hiestand(at)ph-freiburg.de

Akademische Mitarbeiterin

M. A. Sophie Kaiser

Adresse/Raum
KA, 203
 
Telefon +49 761 682-773
E-Mail sophie.kaiser(at)ph-freiburg.de

Akademische Mitarbeiterin (in Elternzeit)

M. Sc. Nadine Geng

Adresse/Raum
KA, 213
 
Telefon +49 761 682-200
E-Mail nadine.geng(at)ph-freiburg.de

Akademische Mitarbeiterin

M. Sc. Franziska Wegemann

Adresse/Raum
KA, 203
 
Telefon +49 761 682-757
E-Mail franziska.wegemann(at)ph-freiburg.de
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Wissenschaftlicher Mitarbeiter

M. Sc. Matthias Windeisen

Gefördert durch:

Die Projekte „LeKoK – Lern- und Kompetenzarchitektur Krankenhaus“ und „NapiK – Nachhaltig pflegen im Krankenhaus“ werden im Rahmen des Programms „Wandel der Arbeit sozialpartnerschaftlich gestalten“ durch das Bundesministerium für Arbeit und Soziales und die Europäische Union über den Europäischen Sozialfonds Plus (ESF Plus) gefördert.