Forschungsaktivitäten

Mathematikdidaktisches Kolloquium

Dialoge zum Mathematikunterricht

Das Mathematikdidaktische Kolloquium "Dialoge zum Mathematikunterricht" des IMBF dient dem Austausch zwischen Schulpraxis und Hochschule sowie der Vernetzung der Forschung mit anderen Hochschulen. Es richtet sich an Lehramtsstudierende, Lehrkräfte, in der Lehrkräfteausbildung tätige Personen und alle an mathematikdidaktischer Forschung Interessierten.

Das Kolloquium findet jeweils im Kollegiengebäude 4, Raum 301, statt.

Unsere Termine der Mathematikdidaktischen Kolloquien SoSe 2021:

 

Prof. Dr. Boris Girnat (Uni Hildesheim) Donnerstag, 17.06.2021

Digitale Lern- und Prüfungsumgebungen in der Hochschuldidaktik am Beispiel von Mathematik und Mathematikdidaktik in der Lehramtsausbildung

Das mathematische Institut der Universität Hildesheim baut seit mehreren Jahren das digitale Lern- und Prüfungsangebot für Lehramtstudiengänge systematisch aus: 1) Der Vorkurs wurde mit digitalen Vor- und Nachtests ausgestattet; 2) in der Lehrveranstaltung "Einführung in die Mathematikdidaktik" wird die Studienleistung seit zwei Jahren durch digitale Tests erworben; 3) ab dem Wintersemester 2021/22 wird die einführende Fachveranstaltung mit einem digitalen Angebot zum selbständigen Lernen und Wiederholen der Vorlesungsinhalte erweitert. Langfristiges Ziel ist es, jede Fachvorlesung mit einer digitalen Lernumgebung und jede Didaktikvorlesungn mit einer digitalen Prüfungsumgebung auszustatten und die Onlineangebote grundlegender Module in weiterführenden Modulen als Zulassungsvoraussetzungen zu benutzen, um langfristiges Lernen und Wiederholen der Lerninhalte zu fördern. Der Vortrag stellt den aktuellen Stand des Projektes und bisherige Ergebnisse dar.


Dr. Laura Korten (Uni Münster)  Donnerstag, 24.06.2021

„Guck mal! Hier sind die Ergebnisse immer gleich…“ – Interaktiv-kooperative Lernsituationen als Anlass individuell-zieldifferenten Lernens am gemeinsamen Lerngegenstand des flexiblen Rechnens

Kommt es zum ‚Gemeinsamen Mathematiklernen‘? Diese Frage rahmt meinen Vortrag, in dem eine Entwicklungsforschungsstudie vorgestellt wird, in der interaktiv-kooperative Lernsituationen im inklusiven Mathematikunterricht zwischen Kindern mit und ohne Bedarf an sonderpädagogischer Unterstützung untersucht wurden. Im Fokus steht hierbei die Erforschung angeregter individuell-zieldifferenter Lernprozesse zum flexiblen Rechnen und interaktiver Strukturen, um daraus mögliche zielführende Gestaltungsprinzipien für die gelingende Anregung interaktiv-kooperativer Lernsituationen abzuleiten.
 

Dr. Janina Krawitz (Uni Münster) Donnerstag, 01.07.2020

Ist Skizzenzeichnen hinderlich? Eine Replikations- und Erweiterungsstudie

Replikationsstudien sind wichtig für die Mathematikdidaktik, kommen aber nur selten vor. Im Vortrag werden Gründe dafür benannt und Perspektiven, dies zu ändern, thematisiert. Exemplarisch wird eine eigene Replikationsstudie vorgestellt, in der die überraschenden Befunde der Studie von De Bock et al. (2003) – dass Skizzenzeichnen einen negativen Effekt auf das Lösen bestimmter Geometrieaufgaben hat – repliziert. In der Studie wurden die Ergebnisse von De Bock et al. (2003) um die Untersuchung von drei möglichen Gründen erweitert, die den negativen Effekt erklären könnten: Lineare Übergeneralisierungen, die Qualität des Skizzenzeichnens und fehlendes Monitoring der Lösungen. Die Ergebnisse werden im Kontext von Replikationen und hinsichtlich ihrer Bedeutung für die Praxis diskutiert.

Donnerstag, 26.11.2020 – 16:15 Uhr, virtuell via Zoom

Prof. Dr. Georg Buckmaier, Basel, Schweiz

Kompentenz als Kontinuum in der COACTIV-Studie: Das Kaskaden-Modell

Abstract: In den letzten ca. 15 Jahren wurden in der Mathematikdidaktik in einer Reihe von Projekten verschiedene «Generationen» an Instrumenten zur Messung von fachdidaktischem Wissen bzw. fachdidaktischen Kompetenzen entwickelt. Auch in der COACTIV-Studie kamen verschiedene entsprechende Tests zum Einsatz, darunter ein Papier-und-Bleistift-Test sowie ein Videovignetten-basierter Test. Während beide Zugangsarten ganz prinzipielle Vor- und Nachteile haben und es keinen methodischen Königsweg gibt, stellt sich die Frage, mittels welcher Methode zur Messung professioneller Kompetenzen sich Unterrichtsqualität sowie Lernerfolge von SchülerInnen besser vorhersagen lassen. Im Vortrag wird diese Frage der prädiktiven Validität für die COACTIV-Studie anhand von Pfadmodellen beantwortet. Zudem wird ein sogenanntes Kaskadenmodell vorgeschlagen mit dem Ziel, einschlägige Theorien zu Lehrerkompetenzen und Unterrichtsqualität in einem Modell zu integrieren.

Donnerstag, 21.01.2020 – 16:15 Uhr, virtuell via Zoom

Prof. Dr. Alexander Salle, Osnabrück

Sinus und Kosinus am rechtwinkligen Dreieck – Grundvorstellungen und individuelle Vorstellungen

Abstract: Sinus und Kosinus können als black box verstanden werden: „Man steckt einen Winkel rein und es kommt halt ’ne Zahl raus“. Was diese Zahl jedoch bedeutet, wird erst durch die Ausbildung tragfähiger Vorstellungen erschlossen. Solche Vorstellungen können aus einer normativen Perspektive als Grundvorstellungen konzeptualisiert werden. Im Vortrag wird daher zunächst das Grundvorstellungskonzept umrissen, um darauf aufbauend konkrete normative Leitlinien zu Sinus und Kosinus zu formulieren. Anschließend werden Ergebnisse einer empirischen Studie berichtet, in der vor dem Hintergrund der formulierten Grundvorstellungen die individuellen Vorstellungen der Schülerinnen und Schüler zu Sinus und Kosinus an rechtwinkligen Dreiecken deskriptiv erfasst und hinsichtlich ihrer Tragfähigkeit analysiert wurden. Abschließend wird erörtert, welche Möglichkeiten zur Förderung der Vorstellungsbildung im Bereich Sinus und Kosinus aus dem Vergleich von normativen Leitlinien und individuellen Vorstellungen abgeleitet werden können.