Frageformen und Stile

Die „Kunst der Frage“ – Frageformen und Fragestile

Es sind grundsätzliche Typen von Fragen zu unterscheiden:

Darüber hinaus lassen sich Fragen nach ihrem Gegenstand unterscheiden in Einstellungsfragen, Informations– oder Wissensfragen.

Bei sämtlichen Frageformen müssen mögliche Präsuppositionen beachtet werden: Bei Präsuppositionen handelt es sich um Voraussetzungen und Unterstellungen, die in die Fragen einfließen und als Konsens zwischen Fragendem und Zuhörenden behandelt werden. Als stillschweigende, unterschwellige Vorannahmen können Präsuppositionen das Interview in eine Richtung lenken und letztlich die Äußerungen des Interviewten einengen. Präsuppositionen lassen sich schwer vermeiden, wichtig ist, sich ihrer bewusst zu sein und ihren Einsatz zu begründen. Überhaupt ist es enorm wichtig für Interviewende, die persönlichen und professionellen Fragestile zu reflektieren und zu kontrollieren. Eine Gefahr für das Gelingen des Interviews besteht, wenn der Kommunikationsprozess unbewusst und unkontrolliert beeinflusst wird.

Um das Ziel, Offenheit herzustellen, zu erreichen, sind bestimmte Frageregeln zu beachten: Die Fragen sollten weder uneindeutig noch schwer verständlich oder überladen sein, nicht wertend oder aggressiv klingen, immer im Kontext des Themas bleiben, keine Scham- oder Schuldgefühle auslösen. Vorsicht ist geboten bei „Warum-Weshalb-Wieso“-Fragen.

Literatur:

Artikel verfasst von Bärbel Libera (2004)

Zitation:

Libera, Bärbel (2004). Frageformen und Stile. QUASUS. Qualitatives Methodenportal zur Qualitativen Sozial-, Unterrichts- und Schulforschung. URL (https://yourls.ph-freiburg.de/jq)