Die Macht der Karten

Kartenkritik und kollaboratives Kartieren als Werkzeuge für einen emanzipatorischen Geographieunterricht

Bildquelle: The Decolonial Atlas, decolonialatlas.wordpress.com

Karten sind seit jeher ein Medium, mit dem nicht nur Informationen vermittelt, sondern auch Herrschaftswissen gestützt und Kontrolle ausgeübt wird. Mit der Critical Cartography liegt seit den 1980er Jahren ein internationaler Forschungsansatz vor, der Karten nicht länger als neutrale Darstellungen von Tatsachen, sondern vielmehr als komplexe gesellschaftliche Konstruktionen begreift. Hiernach folgen Karten machtvollen Konventionen und Interessen und schaffen damit erst die Tatsachen, die sie vordergründig nur abzubilden behaupten. Anschließend an diese Perspektive zeigt die Kritische Kartographie aber auch stets Möglichkeiten auf, das Werkzeug Karte selbst dafür einzusetzen, persönliche Lebenssituationen und Unterdrückungserfahrungen marginalisierter Gruppen sichtbar zu machen und jungen Menschen im besten Fall Räume der Anerkennung ihrer Lebensbezüge zu eröffnen.

Inhalte und Methoden:

Die Fortbildung legt im ersten Teil die Grundlagen einer kritisch-reflexiven Kartenkompetenz und zeigt jüngere Entwicklungen digitaler Kartenproduktion auf. Daran anschließend werden im zweiten Block Potenziale von kollaborativen Kartierungen zur Vermittlung einer emanzipatorischen (geographischen) Bildung am Beispiel eigener Mapping-Projekte erschlossen. Zwischen den Terminen haben die Teilnehmenden die Möglichkeit, selbst zu kartieren.

Ziele:

Die Teilnehmer*innen...

  • können Eigenschaften und Funktionen von Karten in gesellschaftlichen Prozessen kritisch bewerten.
  • können jüngere Entwicklungen digitaler Kartenproduktion darlegen und deren Wirkungen reflektieren.
  • können die Grundlagen kritischer Kartographie auf den Einsatz von Karten im Geographieunterricht anwenden.
  • können kollaborativ-emanzipatorische Mappingverfahren für eine verantwortungsbewusste Wissensproduktion im Geographieunterricht einsetzen.

Referentin:

Verena Schreiber ist Junior-Professorin für Geographie und ihre Didaktik an der Pädagogischen Hochschule Freiburg. Sie forscht u. a. zu strukturellen, sozialräumlichen und situativen Lernvoraussetzungen von jungen Menschen und feministischen Geographien.

Rahmendaten

Veranstaltungsart:

zweiteilige Präsenz-Lehrkräfte-Fortbildung

Zugang:

Zur Anwendung kommt die zum Veranstaltungstermin gültige Corona-Verordnung. Voraussichtlich gilt die "3G-Regel" (Geimpft, Genesen, Getestet) mit entsprechendem Nachweis.

Termin:

Do, 17.02.2022 und
Do, 17.03.2022,
jeweils 14 - 18 Uhr

Ort:

Pädagogische Hochschule Freiburg

Adressat*innen:

Geographie-Lehrkräfte

Schulart:

alle Schularten der Sek I und II

Teilnahmebeitrag:

kostenfrei

Leitung:

Jun.-Prof. Dr. Verena Schreiber, PH Freiburg

Kontakt:

Organisatorisch: lehrerfortbildung(at)ph-freiburg.de 
Tel.: 0761/682 -644 oder-544
Inhaltlich: verena.schreiber(at)ph-freiburg.de

Veranstaltet von:

„Praxisvernetzung & Fort- und Weiterbildung" in der School of Education FACE der Pädagogischen Hochschule, Albert-Ludwigs-Universität und Hochschule für Musik Freiburg www.face-freiburg.de

Anmeldung

Anmeldeschluss: Do, 03.02.2022

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