Tagung "Das WIE im Blick: Kernpraktiken von Aus- und Fortbildenden fokussieren – sich professionell weiterentwickeln"

Bild: KI-generiert
Im Mittelpunkt der Tagung steht das Handeln von Multiplikator:innen in Aus- und Fortbildungskontexten und die Tätigkeiten, mit denen sie Lernprozesse von Lehrkräften gezielt unterstützen. Auf Grundlage etablierter Wirksamkeitsprinzipien der Lehrkräftefortbildung (Lipowsky & Rzejak, 2021) richtet sich der Fokus auf zentrale Kernpraktiken von Aus- und Fortbildenden. Die Keynote von Daniela Rzejak beleuchtet Prinzipien wirksamer Fortbildungen und deren Umsetzung in zentralen Praktiken. Darüber hinaus bietet die Tagung Raum für einen multiperspektivischen Austausch über relevante Kernpraktiken und greift diese in praxisnahen Workshops anhand konkreter Beispiele auf, um sie gemeinsam zu analysieren und zu reflektieren.
Ablauf:
Donnerstag, 12.03.2026:
12:00 - 12:30 Uhr: Anmeldung und Ankommen (Aula)
12:30 - 13:00 Uhr: Einführung in das Thema mit Timo Leuders (Aula)
13:00 - 14:00 Uhr: Keynote Daniela Rzejak (Aula)
14:00 - 14:30 Uhr: Kaffeepause mit Reflektion Keynote und Übergang in die Workshops
14:30 - 17:00 Uhr: 2 parallele Workshops (Räume s.u.)
18:30 Uhr: optional gemeinsames Abendessen im Gasthaus “Omas Küche” auf Selbstzahlerbasis
Freitag, 13.03.2026:
08:30 - 09:00 Uhr: Ankommen – wer möchte, es gibt Kaffee in der Aula
09:00 - 11:30 Uhr: 5 parallele Workshops (Räume s.u.)
11:30 - 12:00 Uhr: Kaffeepause und Reflexion (Aula)
12:00 - 13:00 Uhr: Diskussionsforum und Abschluss (Aula)
Keynote Daniela Rzejak (Universität Kassel):
Während hinsichtlich zentraler Merkmale von wirksamen unterrichtsbezogenen Lehrkräftefortbildungen inzwischen weitgehend Einigkeit besteht, stellt sich erst zunehmend die Frage, welche Handlungspraktiken von Fortbildenden damit verbunden sind. Zwar lassen sich zentrale Praktiken von Fortbildenden in der Lehrkräftefortbildung identifizieren, es fehlen allerdings belastbare Daten dazu, inwiefern diese Praktiken auch tatsächlich zu wirksamen Fortbildungen führen. Trotz dieser Forschungslücke können begründete Überlegungen dazu angestellt werden, was bedeutsame Aufgaben und professionelle Handlungskompetenzen von Fortbildenden sind und wie diese dafür qualifiziert werden können.
Die Keynote stützt sich auf aktuelle Forschungsergebnisse zur Qualität und Wirksamkeit von Lehrkräftefortbildungen sowie auf die Einschätzungen und Erfahrungen der Teilnehmenden mit Fortbildenden. Auf dieser Grundlage wird exemplarisch ein Brückenschlag von wissenschaftlichen Erkenntnissen hin zu Handlungspraktiken von Fortbildenden unternommen.
Daniela Rzejak ist Wissenschaftliche Mitarbeiterin am Institut für Erziehungswissenschaft der Universität Kassel und forscht gemeinsam mit Prof. Frank Lipowsky zur Qualität und Wirksamkeit von unterrichtsbezogenen Lehrkräftefortbildungen. Zu den inhaltlichen Schwerpunkten Ihrer Tätigkeit zählen, die Professionalitätsentwicklung von Lehrkräften in der berufsbegleitenden Phase, die Fortbildungsmotivation von Lehrkräften sowie die kooperative Schul- und Unterrichtsentwicklung.
Parallele Workshops Donnerstag:
Vorläufiges Abstract:
Die Planung und Durchführung von Fortbildungen ist mit einer Vielzahl anspruchsvoller Tätigkeiten verbunden, die als zentrale Praktiken professionellen Fortbildungshandelns verstanden werden können. Dazu zählen unter anderem die Klärung von Zielen und Zielgruppen, die Auswahl und Strukturierung von Inhalten, die Entwicklung geeigneter Aufgaben, Materialien und Beispiele, die Antizipation von Vorerfahrungen und Bedarfen der Teilnehmenden sowie die Reflexion und Absicherung der fachlichen und didaktischen Qualität der Fortbildung.
Seit einiger Zeit nutzen viele Fortbildende zunehmend generative künstliche Intelligenz (z. B. ChatGPT), um sich bei diesen Tätigkeiten unterstützen zu lassen – etwa bei der Ideenfindung, der Ausarbeitung von Materialien, der Formulierung von Aufgaben oder der Strukturierung von Abläufen. Während es inzwischen erste Forschungsarbeiten zur Unterrichtsplanung mit KI gibt, liegt für den Bereich der Fortbildungsplanung und -gestaltung bislang kaum systematische Forschung vor. Entsprechend offen ist, welche Potenziale, Grenzen und Risiken mit dem Einsatz generativer KI in diesem Kontext verbunden sind.
In diesem Workshop möchten Timo Leuders (PH FR), Patrick Bronner (ZSL) und Claas Rittweger (ZSL) unterschiedliche Beispiele und Erfahrungen aus der Fortbildungspraxis zur Diskussion stellen. Im gemeinsamen Austausch mit den Teilnehmenden werden unter anderem folgende Fragen aufgegriffen: In welchen Bereichen kann KI sinnvoll bei der Generierung von Materialien, Aufgaben und Beispielen unterstützen? Wo und wie lässt sich KI als eine Art „kritischer Freund“ einsetzen, etwa zur Reflexion von Konzepten, zur Perspektivenerweiterung oder zur Überprüfung von Annahmen? Wie können sich Fortbildende wissenschaftlich informieren und absichern, wenn sie KI-gestützte Elemente nutzen? Und wo liegen mögliche Gefahren und Fallstricke, etwa im Hinblick auf inhaltliche Verzerrungen, Vereinfachungen oder den Verlust professioneller Urteilsbildung? Der Workshop ist dialogisch angelegt und richtet sich an Fortbildnerinnen und Fortbildner, Multiplikatorinnen und Multiplikatoren sowie an Personen in der Konzeption und Steuerung von Fortbildungsangeboten, die den Einsatz von KI reflektiert, verantwortungsvoll und professionell weiterentwickeln möchten.
Referenten:
Prof. Dr. Timo Leuders ist Prorektor für Forschung und Professor für Mathematik und ihre Didaktik an der Pädagogischen Hochschule Freiburg. Neben seiner Forschung zu Lehr-Lernprozessen in der Sekundarstufe I und II ist er tätig in der Lehrkräftefortbildung (u.a. DZLM), verfasst Praxisbücher und berät die Bildungspolitik.
Dr. Patrick Bronner unterrichtet seit 15 Jahren Mathematik und Physik am Friedrich-Gymnasium in Freiburg, bildet Referendare aus, ist Fachberater für Unterrichtsentwicklung und hält Vorträge zur zeitgemäßen digitalen Bildung. Er erhielt im Jahr 2016 den Deutschen Lehrerpreis für den Einsatz von Smartphones im Unterricht. Heute ist er ein Vorreiter für den kompetenzorientierten Unterricht mit Tablets und KI.
Claas Rittweger ist Fortbildner am Zentrum für Schulqualität und Lehrerbildung Baden-Württemberg (ZSL). Er ist Mitglied der Konzeptionsgruppe "ZET Tablets" und bietet Fortbildungen zur KI-Nutzung im Unterricht an.
Der Workshop zeigt die zentrale Bedeutung eines gelingenden Miteinanders in der Gruppe lernender Erwachsener für alle Bereiche von Aus-und Fortbildung auf. Auf der Basis neurobiologischer Erkenntnisse über Lernprozesse in Gruppen werden bekannte Veranstaltungsformate analysiert sowie Alternativen aufgezeigt. Die Teilnehmenden erlernen Handwerkszeug für eine interaktive Gestaltung eigener Veranstaltungen unter Berücksichtigung der notwendigen Voraussetzungen von Lernprozessen.
Referent:
Ansgar Merk (Studiendirektor, Präventionsbeauftragter des ZSL, systemisch-lösungsorientierter Coach (DBVC)), ist am Zentrum für Schulqualität und Lehrerbildung Baden-Württemberg (ZSL) in der Lehrkräfte-Fortbildung tätig, u.a. als Fortbildner von Führungskräften in der ZSL-Außenstelle Comburg. Sein Fokus liegt auf überfachlichen pädagogischen Themen.
Parallele Workshops Freitag:
Herausfordernde Situationen und Widerstand gehören zum Alltag in der Aus- und Fortbildung von Lehrkräften. Der Workshop bietet einen systemischen Blick auf Widerstand und beleuchtet dessen Funktionen als wichtige Informationsquelle für Lernprozesse und Professionalisierungsmaßnahmen. Auf Grundlage der Konflikttypen nach Virginia Satir werden typische Dynamiken in Fortbildungssituationen analysiert und praxisnah erprobt.
Im Zentrum stehen zentrale Tätigkeiten von Multiplikator:innen, die für einen konstruktiven Umgang mit schwierigen Situationen wesentlich sind: das professionelle Reagieren auf Störungen und Widerstände, das Moderieren gemeinsamer Gespräche in Konfliktsituationen, das Anleiten von Reflexionsprozessen sowie das Unterstützen und Fördern von Lernprozessen der Teilnehmenden.
Die Teilnehmenden erhalten kurze theoretische Impulse und arbeiten überwiegend praktisch: Durch Fallarbeit, Rollenspiele und strukturierte Reflexion werden konkrete Handlungsmöglichkeiten entwickelt und direkt eingeübt. Im kollegialen Austausch werden Erfahrungen geteilt und Lösungen für den eigenen Fortbildungskontexterarbeitet.
Referentin:
Anke Ebner ist Lehrkraft (HS), Beratungslehrerin, Präventionsbeauftragte des ZSL, Lehrgangsleitung auf der Comburg, systemische Beraterin, Fachleiterin Pädagogik am Seminar für Aus- und Fortbildung der Lehrkräfte Schwäbisch Gmünd
Der Workshop gibt einen Einblick in Videoclubs (van Es et al., 2014) als kooperatives, videobasiertes Fortbildungsformat zur Unterrichtsentwicklung, das sich auf unterschiedliche Unterrichtsformen und -kontexte übertragen lässt. Im vorgestellten Konzept, das derzeit im Rahmen eines Forschungsprojekts erprobt wird, treffen sich Klassenlehrpersonen (KL) und Schulische Heilpädagog:innen (SHP), um kurze Sequenzen aus dem eigenen Unterricht gemeinsam zu analysieren. Mithilfe angeleiteter Reflexion entwickeln sie ein vertieftes Verständnis wirksamer Unterrichtsgestaltung und leiten Konsequenzen für künftige Sequenzen gemeinsamen Unterrichts ab.
Der Ansatz wird im Workshop am Beispiel inklusiven Unterrichts vorgestellt, ist jedoch grundsätzlich auf andere Fächer, Schulformen und Entwicklungsanliegen übertragbar. Die Teilnehmenden lernen das Format kennen, erproben zentrale Elemente selbst und diskutieren Einsatzmöglichkeiten, Potenziale und Herausforderungen für die Aus- und Fortbildung von Lehrkräften.
Ziele: Die Teilnehmenden
- lernen Videoclubs als kooperatives, videobasiertes Fortbildungsformat zur Unterrichtsentwicklung kennen
- erproben zentrale Elemente des Formats exemplarisch
- können auf Basis eigener Erfahrungen die Methode in Bezug auf Nutzen, Herausforderungen und Anwendungsmöglichkeiten beurteilen
- entwickeln Ideen, wie Videoclubs oder einzelne Elemente in der eigenen Fortbildungspraxis umgesetzt werden können
Theoretische Grundlegung:
Videoclubs bieten einen strukturierten Rahmen, um kooperative Unterrichtsentwicklung aufzubauen und zu vertiefen. Das Vorgehen orientiert sich am videobasierten professionellen Wahrnehmen, das hilft, zentrale Merkmale von Lehr- und Lernprozessen bewusster zu erkennen (Seidel & Stürmer, 2014; Sherin & van Es, 2009; van Es, 2012). Zudem werden Modelle wie Universal Design for Learning (CAST, 2024) einbezogen, um differenzierte und lernförderliche Unterrichtsgestaltung zu unterstützen. Die Auswertung der aufgezeichneten Videoclubs erfolgt mittels Qualitativer Inhaltsanalyse (Rädiker & Kuckartz, 2019) und liefert Erkenntnisse für die Professionalisierung in Aus- und Weiterbildung von Lehrpersonen.
Referent/innen:
Alexandra Roggensinger, M.A. in Erziehungswissenschaft und deutscher Linguistik, ist wissenschaftliche Mitarbeiterin, Institut Schule und Profession, Themenbereich “Lehrperson und Klasse”, Pädagogischen Hochschule St.Gallen. Arbeits- und Forschungsschwerpunkte: Erziehung, Bildung und Sozialisation von Kindern (mit Beeinträchtigung) in Familie, Schule und Freizeit, Vulnerabilität im Kontext institutioneller Bildung und Erziehung, frühe Kindheit, Inklusion, tiergestützte Pädagogik.
Thomas Müller arbeitet derzeit als Co-Leiter des Masterstudiengangs in Schulischer Heilpädagogik an der PH Luzern und ist daneben als Dozent insbesondere in den Bereichen Förderdiagnostik, Praxisbegleitung und inklusiver Unterricht tätig. Ein besonderer Schwerpunkt seiner wissenschaftlichen Tätigkeit liegt in der Anwendung des Universal Design for Learning (UDL) als Hilfsmittel für die Unterrichtsplanung, die Reflexion sowie die Schul- und Unterrichtsentwicklung, wozu er auch diverse Hilfsmittel und Artikel publiziert hat.
In einer Welt, die sich immer schneller dreht, ist lebenslanges Lernen kein Schlagwort mehr, sondern eine Überlebensstrategie. Lebenslanges Lernen bezeichnet den kontinuierlichen Erwerb von Wissen, Fähigkeiten und Fertigkeiten über die gesamte Lebensspanne, von der Kindheit bis ins hohe Alter.
Wir lernen in der Schule, in der Ausbildung und im Studium (formale Bildung), in Kursen (non-formale Bildung) und im Alltag (informelle Bildung). Ziel ist u.a. die persönliche Weiterentwicklung, soziale Teilhabe sowie Anpassung an die sich wandeln-den Herausforderungen in der Arbeitswelt und im Alltag.
Während für Kinder und Jugendliche der Schulbesuch verpflichtend ist, sie oft explorativ lernen und die Themen, Inhalte und Lernfelder vorgegeben sind, können wir als Erwachsene selbst entscheiden, ob, wie, was und warum wir lernen – meistens jedenfalls. Die Gründe, warum wir lernen, können sehr unterschiedlich sein: Neugierde, berufliche Anforderungen, Umschulung, gesundheitliche Gründe oder um geistig fit zu bleiben. Doch oft stehen wir uns selbst im Weg: Alte Glaubenssätze („Das ler-e ich nie mehr!“) oder die Angst vor Fehlern bremsen uns aus.
Im Rahmen des Workshops werden im Wesentlichen zwei Aspekte aufgegriffen: Es wird den Fragen nachgegangen, inwieweit sich die wesentlichen Prinzipien des Lernens Erwachsener im Vergleich zum Lernprozess bei Kindern und Jugendlichen unterscheiden, und welche Bedeutung die innere Haltung (das "Mindset") als wesentlicher Faktor für erfolgreiches Lernen im Erwachsenenalter sowohl für die Lehrenden als auch die Lernenden hat.
Wenn Fortbildner/-innen (und im Idealfall auch Führungskräfte) verstehen, was Menschen in die Lernzone bringt – und was sie davon fernhält –, eröffnen sich neue Möglichkeiten für Entwicklung und Zusammenarbeit.
Vor diesem Hintergrund richtet der Workshop den Blick darauf, was dieses Wissen für das konkrete Handeln von Fortbildenden bedeutet. Wenn Fortbildende verstehen, welche Faktoren die Lernbereitschaft Erwachsener fördern und welche sie hemmen, verändert sich unter anderem, wie Lernanlässe eröffnet werden, wie mit Unsicherheiten oder Fehlern umgegangen wird und wie Lernprozesse begleitet werden. Thematisiert werden beispielhaft Handlungsweisen, mit denen Fortbildende eine lernförderliche Haltung sichtbar machen, Sicherheit und Autonomie ermöglichen, Reflexionsprozesse anregen und den Teilnehmenden Raum für eigene Lernentscheidungen eröffnen. Der Workshop lädt dazu ein, diese Perspektiven auf das eigene Fortbildungshandeln zu beziehen und weiterzudenken.
Referentin:
Edda Langecker ist Lehrerin für Sekundarstufe I (Musik, Bildende Kunst, Mathematik), Ausbilderin von Lehramtsanwärter/-innen Sekundarstufe I (Seminar für Ausbildung und Fortbildung der Lehrkräfte Freiburg WHRS), Fortbildnerin von Führungskräften (ZSL, Außenstelle Comburg) sowie Fortbildnerin für Problemorientiertes Lernen und im Bereich Lehrergesundheit.
Lernort-Koordinator:innen unterstützen die Kooperation zwischen unterschiedlichen Lernorten, wie z.B. in der beruflichen Bildung zwischen Schulen, Betrieben und überbetriebliche Ausbildungsstätten. Im Workshop wird diese Rolle ausprobiert. Sie entsteht gerade im Kontext des laufenden Projektes learn.SHK (Lerne und arbeite im nachhaltigen SHK-Handwerk) und ist übertragbar auf andere Gewerke und Berufe. Zudem können Teile der Kernpraktiken von Lernort-Koordinator:innen auch durch Bildungsverantwortliche der Allgemeinbildung angewendet werden, z.B. bei der Ausgestaltung der Berufsorientierung.
Im Projekt besteht eine zentrale Aufgabe von Lernort-Koordinator:innen darin, sogenannte Lernortschmieden (LOS) zu planen, zu moderieren und nachzubereiten. In einer LOS entwickeln, erproben und reflektieren Lehrkräfte der Lernorte Betrieb, Berufsschule und überbetriebliche Ausbildung co-konstruktiv u. a. KI-gestützte Lernstandskontrollen. Lernort-Koordinator:innen geben den Lehrkräften dafür fachlich-inhaltliche sowie didaktisch-methodische Impulse. Damit sie das können, müssen Lernort-Koordinator:innen als Multiplikator:innen wiederum effektiv auf ihre Rolle vorbereitet werden (Medvedieva & Tänzel, 2024). Im Workshop wollen wir folgender Frage nachgehen:
„Welche Tätigkeiten von Lernort-Koordinator:innen tragen in Lernortschmieden dazu bei, das Lernen von ausbildendem Personal zu fördern?“
Das designorientierte Workshopformat regt mittels Design-Thinking-Methoden (Grots & Pratschke, 2019) und kollaborativem Prototyping (angelehnt an Lego® Serious Play®) gezielt zur Ideenfindung und Reflexion an. Dabei sollen prototypische Personas entstehen, anhand derer Kernpraktiken von Multiplikator:innen respektive Lernort-Koordinator:innen sichtbar werden.
Personen der Lehrkräftebildung, Vertreter:innen des ZSL sowie Bildungsverantwortliche, die Lernortkooperation, duale Ausbildung und Berufsorientierung gestalten und/oder Kreativität unterstützende Methoden ausprobieren wollen, sind zur Teilnahme herzlich eingeladen.
Referentinnen:
Franziska Schwehm, Akademische Mitarbeiterin, Pädagogische Hochschule Freiburg im Breisgau. Bachelor- und Masterabschluss in Personalmanagement und Organisationsentwicklung; Ausgebildeter Coach für Fach- und Führungskräftetrainings, Leitung zahlreicher Workshops auf wissenschaftlichen Tagungen und im Rahmen von Fortbildungen.
Prof. Dr. Juliana Schlicht, Professur für Berufs- und Wirtschaftspädagogik, insbesondere Wirtschafts- und Sozialmanagement, Pädagogische Hochschule Freiburg im Breisgau.
Das Konzept der Core Practices stammt aus der amerikanischen Practice-Based Teacher Education und hat in den letzten Jahren auch in Europa zunehmend Aufmerksamkeit erhalten (siehe Grossman & Fraefel, 2024, für einen Überblick). Als Core Practices werden zentrale Tätigkeiten des Unterrichtens verstanden, die fächerübergreifend häufig im Unterricht vorkommen, phänomenologisch gut unterscheidbar sind und durch bildungswissenschaftliche Erkenntnisse fundiert werden können. Als typische Core Practices gelten etwa das Geben von Erklärungen, die Fragen-geleitete Moderation von Unterrichtsgesprächen oder das Anleiten von Kleingruppenarbeit. Die bekannten Lehrkräfteforscherinnen Pam Grossman und Morva McDonald in den USA betonen besonders den Handlungsbezug von Core Practices. Danach sind ebenfalls unterrichtsrelevante Tätigkeiten wie etwa die Auswahl und Sequenzierung von Lernstoff keine Core Practices, weil diesen keinen Vollzug in der sozialen Interaktion erfordern. Der Fokus bei Core Practices liegt also im situationsangemessenen Handeln in der Interaktion mit Schüler:innen.
In dem Workshop wird eine Einführung in das Konzept der Core Practices gegeben. Anhand des DFG-geförderten Forschungsprojekts ACTion (Nückles & Kleinknecht, 2024) wird aufgezeigt, wie Lehrkräftetrainings aufgebaut sein sollten, damit sie effektiv Handlungskompetenz fördern. Das Trainingskonzept wird exemplarisch anhand von Lehrvideos erläutert, die im Rahmen des Forschungsprojekts entwickelt wurden, um angehende Lehrkräfte im Erklären und Modellieren von Lesestrategien sowie dem Unterstützen von Kleingruppen im Anwenden der Lesestrategien bei der Textarbeit zu trainieren. Vor dem Hintergrund des hohen didaktischen Potenzials von Vidoeelementen wird thematisiert, wie solche Module in die Entwicklung und Umsetzung von Fortbildungen integriert werden können. In einer moderierten Gruppendiskussion mit Matthias Nückles (Uni FR), Timo Leuders (PH FR) und Clémentine Abel (ZSL) werden unter anderem folgende Fragen aufgegriffen: In welcher Weise lassen sich solche Bausteine in Fortbildungsformate einbinden? Was ist zu beachten, damit auch erfahrene Lehrkräfte von diesen Lerngelegenheiten profitieren? Und welche Formate sowie welche Unterstützungsstrukturen benötigen Fortbildnerinnen und Fortbildner, um solche Bausteine wirksam nutzen zu können?
Referent/innen:
Prof. Dr. Matthias Nückles ist Professor für Pädagogische Psychologie an der Universität Freiburg und leitet dort die Abteilung Empirische Unterrichts- und Schulforschung. Sein Arbeitsschwerpunkt liegt auf lernpsychologischen Verfahren, kognitiver Aktivierung und dem videobasierten Training professioneller Kompetenzen.
Prof. Dr. Timo Leuders ist Prorektor für Forschung und Professor für Mathematik und ihre Didaktik an der Pädagogischen Hochschule Freiburg. Neben seiner Forschung zu Lehr-Lernprozessen in der Sekundarstufe I und II ist er tätig in der Lehrkräftefortbildung (u.a. DZLM), verfasst Praxisbücher und berät die Bildungspolitik.
Dr. Clémentine Abel ist Lehrerin am Deutsch-Französischen Gymnasium sowie an Seminar, Universität und ZSL in der Aus- und Fortbildung von Französischlehrkräften tätig. Ihre Schwerpunkte liegen in der Sprachdidaktik (mündliche/schriftliche Interaktion) und der Professionalisierung von Fremdsprachenlehrkräften.
Diskussionsforum Freitag:
(Aula)
Zum Abschluss der Tagung lädt das Diskussionsforum dazu ein, zentrale Fragen zum Handeln von Fortbildenden gemeinsam zu bündeln und weiterzudenken. Auf dem Podium kommen unterschiedliche Perspektiven aus Fortbildungspraxis, Steuerung, Verband und Wissenschaft miteinander ins Gespräch. Mit dabei sind Andreas Gorgas (Leiter ZSL Regionalstelle Freiburg), Katrin Gruen (Akademie für Lehrerfortbildung Dillingen), Rolf Koerber (DVLfB), Timo Leuders (PH Freiburg), Ansgar Merk (FBU-Qualifizierung ZSL-Außenstelle Comburg) sowie Daniela Rzejak (Universität Kassel).
Im Mittelpunkt steht die Frage, welche Tätigkeiten von Fortbildenden aus den verschiedenen Blickwinkeln als zentral, wirksam oder weiter klärungsbedürftig erscheinen – und wie sich diese zwischen empirischen Befunden, praktischen Erfahrungen und normativen Rahmungen, etwa in Form von Standards oder DIN-Normen, verorten lassen.
Das Publikum ist ausdrücklich einbezogen: Zum einen mit Fragen und Beiträgen zur übergeordneten Thematik „Kernpraktiken von Fortbildenden“, zum anderen mit Reflexionen und Rückbezügen zu den Workshops der Tagung. So entsteht ein gemeinsamer Reflexionsraum, der Erfahrungen zusammenführt, Positionen sichtbar macht und offene Fragen markiert – als Abschluss der Tagung und zugleich als Ausblick.
Ziel:
Die Tagung „Das WIE im Blick“ bietet damit ein Forum, um das Handeln von Multiplikator/-innen in Professionalisierungsmaßnahmen aus der Perspektive der Kernpraktiken zu betrachten und zu gestalten.
Die Teilnehmenden...
- identifizieren und reflektieren spezifische Kernpraktiken von Aus- und Fortbildenden, die das Lernen von Lehrkräften unterstützen.
- verknüpfen Prinzipien wirksamer Fortbildungsgestaltung (nach Lipowsky & Rzejak) mit konkreten Handlungsweisen in der Multiplikator/-innenpraxis.
- reflektieren vor dem Hintergrund der vorgestellten Beispiele die eigene Fortbildungspraxis.
- vernetzen sich über die Tätigkeiten der ersten, zweiten und der dritten Phase der Lehrkräftebildung hinweg.
Rahmendaten
Veranstaltungsart:
Präsenz-Tagung
Termin:
Do, 12.03.2026, 12:00 - 17:00 Uhr und
Fr, 13.03.2026, 9:00 - 13:00 Uhr
Ort:
Pädagogische Hochschule Freiburg, Aula
Zielgruppe:
- in der Aus- und Fortbildung tätige Personen an ZSL und Seminaren
- thematisch betraute Mitarbeiter:innen des IBBW und der Kultusverwaltung
- Forschende mit Interesse an der Zusammenarbeit mit der Praxis und der Fortbildungstätigkeit
Schulart:
alle Schularten
Teilnahmebeitrag:
kostenfrei
Kontakt:
PH: lehrerfortbildung(at)ph-freiburg.de
Tel.: 0761/682 -644 oder-544
ZSL: poststelle(at)zsl-rs-fr.kv.bwl.de
Veranstaltet:
in Kooperation zwischen Zentrum für Schulqualität und Lehrerbildung ZSL Regionalstelle Freiburg und Pädagogischer Hochschule Freiburg / School of Education FACE Freiburg
Übernachtung
Folgende Zimmerkontingente stehen zur Verfügung:
im Hotel Freiburg City Center by Leonardo Hotels, Bismarckallee 3, 79098 Freiburg: 10 Zimmer bis Mi, 25.2.2026. Buchungsstichwort bitte erfragen unter lehrerfortbildung(at)ph-freiburg.de
im Stadthotel Freiburg, Karlstraße 7, 79104 Freiburg ist das Kontingent abgelaufen, aber es gibt noch freie Zimmer.
Landesbedienstete können außerdem ein Zimmer gemäß Hotelliste des Landes buchen.
Sie können die Hotelkosten über DRIVE-BW abrechnen. Hierzu steht grundsätzlich ein Satz von 95 Euro zur Verfügung.
Anmeldung:
Anmeldung via LFB-Online (z.B. für Aus- und Fortbildende an Seminaren und im ZSL BW)
Veranstaltungsterminnummer: VR2PG7
Meldeschluss: 26.02.2026
Anmeldung für Personen aus Hochschulen, anderen Bundesländern etc
Veranstaltungsterminnummer: VR2PG7
Veranstaltungsdatum: 12.03. auswählen
Workshopauswahl
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Finanziert u.a. durch die School of Education FACE - eine gemeinsame wissenschaftliche Einrichtung der Albert-Ludwigs-Universität Freiburg, der Pädagogischen Hochschule Freiburg und der Hochschule für Musik Freiburg im Bereich Lehrer:innenbildung.